Ins­ge­samt 13 kli­nik­über­grei­fen­de Ver­bund­pro­jek­te in Deutsch­land sol­len die Dia­gnos­tik und Behand­lung von Covid-19 ver­bes­sern. Zwei die­ser Ver­bund­pro­jek­te wer­den am Kli­ni­kum Lip­pe feder­füh­rend für das UK OWL vor­an­ge­trie­ben. Dabei han­delt es sich ers­tens um das bun­des­wei­te Pro­jekt „Natio­na­les Pan­de­mie Kohor­ten Netz (NAPKON)“.  Unter der  Lei­tung von Herrn PD Dr. Teb­be und Herrn Prof. Dr. Bru­ne wer­den der­zeit die ers­ten Pati­en­ten ein­ge­bracht. Dafür war eini­ges an Auf­wand not­wen­dig, denn die Pro­ben (Blut, Spei­chel und Urin) die von den Stu­di­en­teil­neh­me­rin­nen und ‑teil­neh­mern, die an COVID-19 erkrankt sind, ent­nom­men wer­den, müs­sen bei minus 80 Grad bzw. minus 196 Grad ein­ge­la­gert wer­den. Dafür muss­te zunächst  eine so genann­te „Krank­heits­spe­zi­fi­sche Bio­bank“  eta­bliert wer­den. In einer Bio­bank wer­den unter­schied­li­che Pro­ben von Per­so­nen ein­ge­la­gert. Es ist somit eine Samm­lung von Stof­fen, Kör­per­flüs­sig­kei­ten und Gewe­ben. Zu den Pro­ben wer­den wei­te­re Infor­ma­tio­nen von den Per­so­nen gespei­chert. Das sind Infor­ma­tio­nen wie Krank­heits­ge­schich­te, Alter, Lebens­um­stän­de. Die Pro­ben mit den Infor­ma­tio­nen zu den Per­so­nen kön­nen zu einem spä­te­ren Zeit­punkt ana­ly­siert werden. 

In dem eben­falls der­zeit lau­fen­den natio­na­len For­schungs­pro­jekt DEFEAT PAN­DE­MIcs (Deut­sches For­schungs­netz­werk Aut­op­sien bei Pan­de­mien) fun­giert das Insti­tut für Patho­lo­gie des Kli­ni­kums Lip­pe unter der Lei­tung von Herrn Prof. Dr. Han­sen als uni­ver­si­tä­res Aut­op­sie­zen­trum für das UK-OWL. Neben der Durch­füh­rung und detail­lier­ten Doku­men­ta­ti­on der Obduk­tio­nen an COVI­D19-posi­ti­ven Ver­stor­be­nen steht hier die bun­des­wei­te Samm­lung der Aut­op­sie­da­ten über eine zen­tra­le Daten­bank (RWTH Aachen) und die loka­le Asser­vie­rung von Gewe­be­pro­ben im Vor­der­grund. Die Erfas­sung von Gewebs­ma­te­ri­al dient dabei einer­seits der Dia­gnos­tik, hat aber auch die Samm­lung von Gewe­be-Bio­pro­ben für wis­sen­schaft­li­che Zwe­cke in Form einer Gewe­be-basier­ten Bio­bank zur Aufgabe.

Die bei­den Pro­jek­te NAPKON und DEFEAT PAN­DE­MIcs sind For­schungs­vor­ha­ben des Natio­na­len For­schungs­netz­werks der Uni­ver­si­täts­me­di­zin (NUM) und wer­den finan­ziert vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung. Das Netz­werk Uni­ver­si­täts­me­di­zin wur­de zu Beginn der COVID-19 Pan­de­mie durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung ins Leben geru­fen. Es hat zum Ziel, Maß­nah­men­plä­ne, Dia­gnos­tik- und Behand­lungs­stra­te­gien mög­lichst aller deut­schen Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken zusam­men­zu­füh­ren und aus­zu­wer­ten. Durch die­se Bün­de­lung der Kom­pe­ten­zen und Res­sour­cen sol­len Struk­tu­ren und Pro­zes­se in den Kli­ni­ken geschaf­fen wer­den, die eine mög­lichst opti­ma­le Ver­sor­gung der COVID-19-Erkrank­ten sicher­stel­len. Die Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken und die ande­ren Kran­ken­häu­ser wer­den dann schnell, qua­li­täts­ge­si­chert und schlag­kräf­tig agie­ren können.

Mit dem „Natio­na­len Netz­werk der Uni­ver­si­täts­me­di­zin zu Covid-19“ bün­delt und stärkt das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) die For­schungs­ak­ti­vi­tä­ten in den deut­schen Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken zur Bewäl­ti­gung der aktu­el­len Pan­de­mie. Für das Netz­werk Uni­ver­si­täts­me­di­zin stellt das BMBF ins­ge­samt 150 Mil­lio­nen Euro bereit. Das Netz­werk hat drei­zehn vor­dring­li­che The­men fest­ge­legt, zu denen nun kli­nik­über­grei­fen­de For­schungs­pro­jek­te star­ten. Dazu erklärt Bun­des­for­schungs­mi­nis­te­rin Anja Karliczek:

„Wir brau­chen wir­kungs­vol­le Kon­zep­te, um die Men­schen, die an Covid-19 erkran­ken, best­mög­lich behan­deln zu kön­nen. Und wir müs­sen die bes­ten Stra­te­gien fin­den, um die Aus­brei­tung der Pan­de­mie ein­zu­däm­men. Ich bin über­zeugt davon, dass die heu­te vom Netz­werk Uni­ver­si­täts­me­di­zin vor­ge­stell­ten For­schungs­ar­bei­ten hier­zu einen wich­ti­gen Bei­trag leis­ten wer­den. Ich wün­sche den Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern viel Erfolg bei ihrer Arbeit.

Das Netz­werk Uni­ver­si­täts­me­di­zin ist in die­ser Form ein­ma­lig. Alle deut­schen Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken sind Teil die­ses Netz­wer­kes. Die Kli­ni­ken tau­schen ihr Wis­sen und ihre Erfah­run­gen mit der Behand­lung von Covid-19-Erkrank­ten aus und ler­nen so fort­lau­fend mit­ein­an­der und von­ein­an­der. Gemein­sam lösen sie drän­gen­de Fra­gen für die Ver­bes­se­rung der Behand­lung und ent­wi­ckeln Behand­lungs­stra­te­gien und ‑kon­zep­te, die eine best­mög­li­che Ver­sor­gung der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten sichern. Außer­dem suchen sie nach den bes­ten Wegen, die Pan­de­mie unter Kon­trol­le zu hal­ten. Für die­sen uner­müd­li­chen Ein­satz dan­ke ich allen betei­lig­ten Akteuren.

Hin­ter­grund

Das Netz­werk Uni­ver­si­täts­me­di­zin (NUM) hat zum Ziel, Daten, Erkennt­nis­se, Maß­nah­men­plä­ne, Dia­gnos­tik- und Behand­lungs­stra­te­gien mög­lichst aller deut­schen Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken und ggf. wei­te­rer Akteu­re zusam­men­zu­füh­ren und aus­zu­wer­ten. Durch die­se Bün­de­lung des Wis­sens, der Kom­pe­ten­zen und Res­sour­cen sol­len Struk­tu­ren und Pro­zes­se in den Kli­ni­ken geschaf­fen wer­den, die eine mög­lichst opti­ma­le Ver­sor­gung der Covid-19-Erkrank­ten sicher­stel­len. Gleich­zei­tig soll das Pan­de­mie­ma­nage­ment durch Ver­sor­gungs­for­schung und die Ent­wick­lung pra­xis­na­her Emp­feh­lun­gen unter­stützt werden.

 

 

Von Redaktion

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