Es blüht und zwitschert in Augustdorf

Lese­zeit: unge­fähr 3 Minu­ten Sobald die Son­ne raus­kommt und die Tem­pe­ra­tu­ren stei­gen, sehen wir immer mehr Früh­lings­bo­ten in unse­ren Gär­ten. Zum heu­ti­ge Tag des

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Sobald die Sonne rauskommt und die Temperaturen steigen, sehen wir immer mehr Frühlingsboten in unseren Gärten. Zum heutige Tag des Artenschutzes haben die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN mit dem Augustdorfer Biologielehrer und früheren Rektor der ehemaligen Erich Kästner-Hauptschule Klaus Mai über die Vielfalt in unseren Gärten gesprochen. Immer mehr Arten sind vom Aussterben bedroht. Deswegen ist es wichtig, Tieren einen Lebensraum zu bieten. Einer der ersten Frühlingsboten ist der Zitronenfalter. Das männliche Exemplar des Schmetterlings ist gut an seiner leuchtend gelben Farbe zu erkennen, die Weibchen sind blassgrün. Sobald die ersten richtigen Sonnenstrahlen auf die Erde fallen, erwacht das Männchen aus dem Winterschlaf. Klaus Mai hat den Tagfalter schon in seinem Garten entdeckt. Neugierig hat der Schmetterling auf der Suche nach Nektar die Pflanzen in seinem Garten beäugt. Klaus Mai zeigt auf einen Ilex. Die Blätter der Pflanze sind nicht besonders groß. Ihre stacheligen Ränder sind gelb, die Innenfläche dunkelgrün. „Der Zitronenfalter überwintert relativ schutzlos. Zum Beispiel auf der Unterseite dieser Blätter“, sagt der Augustdorfer. Als Biologielehrer und Sohn eines Försters hat Klaus Mai schon seit frühester Kindheit einen Bezug zur Natur. Aktuell warten die männlichen Zitronenfalter darauf, dass auch die Weibchen aus dem Winterschlaf erwachen. „Das wichtigste für die Schmetterlinge ist nämlich die Fortpflanzung. Und die ist bei allen Schmetterlingen sehr kompliziert“, so Mai. „Das Weibchen legt seine Eier nur an bestimmte Pflanzen. Für viele Arten sind das die Brennnesseln oder die Knoblauchsrauke, beides ungeliebte Wildkräuter im Vorzeigegarten. Für den Zitronenfalter sind das die Blätter des Faulbaumes. Und dafür fliegt das Weibchen schonmal weite Strecken, um seine Eier dort abzulegen. Die schlüpfenden Raupen machen sich dankbar über die Blätter her. Nach der Eiablage halten die Zitronenfalter eine Sommerruhe, deswegen sind sie im Sommer selten zu sehen“, erklärt Mai weiter. Durch den Winterschlaf und die Sommerruhe werden sie etwa zwölf Monate alt. Das ist die höchste Lebenserwartung eines mitteleuropäischen Schmetterlings. Ein artgerechtes Angebot für Vögel und Insekten Doch der Zitronenfalter ist nicht der einzige Frühlingsbote, den wir aktuell in unseren Gärten finden. Gänseblümchen und Krokusse sprießen allmählich aus der Erde. Das weiß der Schneeglöckchen leuchtet schon lange im Rasen und in den Beeten. Bei der ersten Sonne öffnen sich die Glöckchen der Blüte für die ersten Bienen, Hummeln und andere Insekten. Auch sie verkünden den bevorstehendem Frühling. Außerdem lassen sich immer mehr Vögel hören. Überall markieren sie ihre Reviere durch ihren arttypischen Gesang. Vom winzigen Goldhähnchen, dass nur sieben Gramm wiegt, und dem nicht viel größeren Zaunkönig bis zur fetten Amsel – alle legen sie Wert auf ihr eigenes Revier und verteidigen es durch ihren Gesang gegen anderen Artgenossen. Bald werden sie mit dem Nestbau beginnen. Um auch noch in der Zukunft Vögel, Insekten und andere Tiere beobachten zu können, ist es nötig diesen Lebewesen einen artgerechten Raum zu bieten. „Wir müssen etwas Aufwand betreiben, um Insekten das zu bieten, was sie brauchen. Dann haben wir auch viele Vögel in unseren Gärten, denn Vogel- und Insektenschutz geht miteinander einher“, weiß der Biologielehrer. Der eigene Garten kann nämlich ein wichtiger Lebensraum für viele Arten sein. „Unsere Gärten sollten vielfältig gestaltet sein und nicht zu aufgeräumt“, erklärt Klaus Mai. Ortsübliche Pflanzen bieten eine Nahrungsquelle Insekten wünschen sich eine Vielfalt an ortsüblichen Pflanzen, die ihnen Nahrung bietet und Sträucher, in denen sie sich verstecken können. Auch Vögel sitzen gerne in Hecken und Sträuchern oder nisten dort. In einem insektenfreundlichen Garten sollte die Rasenfläche in einem sorgfältigen Verhältnis zu Beeten stehen. „In einem glatten Rasen leben nämlich nicht viele Tiere. Das ist ihnen nicht vielfältig genug“, weiß Mai. Der Augustdorfer rät, zu einer Wiesenfläche einen Ausgleich zu schaffen. Von den modischen „Steingärten“ rät er ab. Gut ist es, wenn durch Hecken, Bäume und Sträucher Brücken zu Nachbargrundstücken geschaffen werden. „Vögel können dann nahtlos umherstreichen“, sagt Klaus Mai. Auch sollte man im Herbst nicht alle Pflanzen radikal kürzen. In vielen verstecken sich Samen und winzige Insekten, die dort überwintern und als Nahrungsquelle dienen. Aus der Nachtkerze zum Beispiel holen Distelfinken und die kleinen Meisen auch im Winter noch Samenkörner raus. Blick in den Kellerschacht Wer einen Kellerschacht hat, sollte den hin und wieder kontrollieren. Oft fallen kleine Frösche, Kröten und Molche in durch das Abdeckgitter in die Schächten und kommen aus eigener Kraft nicht mehr heraus. Einige leben dort jahrelang und ernähren sich von Asseln, Spinnen und Insekten. Wenn der Kellerschacht super sauber ist, andere vertrocknen sie. „Mit meiner Öko-AG in der Hauptschule habe ich Kellerschächte von Augustdorfern abgesucht. Wir haben dort zu Erstaunen der Hausbesitzer viele Molche und Kröten gefunden, die zum Teil seit Jahren dort gesessen und sich von anderen Tieren dort ernährt haben“, freut sich noch immer der ehemalige Schulleiter. (pal)
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