Augustdorfer Soldat verhindert Selbstmord

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Mario Rog­ge ist an die­sem Tag Anfang März im Coro­na-Ein­satz im Ruhr­ge­biet. In einem Kran­ken­haus ist der Sol­dat der Stabs­fern­mel­de­kom­pa­nie für die Ver­tei­lung der medi­zi­ni­schen Schutz­mas­ken ver­ant­wort­lich. Die ver­schie­de­nen Fach­ab­tei­lun­gen benö­ti­gen pro Tag rund 9.000 Mas­ken.

Ein „Full-Time-Job“ für den Hat­tin­ger, der sich sonst um den Auf­bau und Betrieb des Bri­ga­de­ge­fechts­stan­des küm­mert. Wäh­rend einer kur­zen Pau­se schnappt der Ober­stabs­ge­frei­te an der Zufahrts­ram­pe der Kran­ken­wa­gen gera­de fri­sche Luft, als ihm auf dem Flach­dach des Kli­nik­ge­bäu­des eine Per­son auf­fällt. Schweiß­ge­ba­det steht eine jun­ge Frau in acht Metern Höhe an der Dach­kan­te. „Es war offen­sicht­lich, dass die Per­son die Absicht hat­te, vom Dach zu sprin­gen“, erzählt Rog­ge spä­ter von die­sem Schreck­mo­ment. Der 33-jäh­ri­ge han­delt sofort und spricht die Frau direkt an. Weni­ge Minu­ten spä­ter eilt der Lebens­part­ner vom nahe­ge­le­ge­nen Park­platz her­bei.

Gemein­sam mit dem Kli­nik­per­so­nal, dass sich über das Dach der jun­gen Frau nähert, gelingt es, den Selbst­mord zu ver­hin­dern. „Ich bin mir sehr sicher, dass die Per­son ohne Zwei­fel vom Dach gesprun­gen wäre. Ich hat­te nur Glück, dass ich zu rich­ti­gen Zeit an der Ram­pe war“, erin­nert sich Mario Rog­ge, der seit elf Jah­ren in der August­dor­fer Rom­mel-Kaser­ne sei­nen Dienst leis­tet.

Durch sein beherz­tes Ein­grei­fen hat Rog­ge an die­sem Vor­mit­tag an der Kran­ken­haus­ram­pe eine Tra­gö­die ver­hin­dert. Das sieht auch der Kom­pa­nie­chef, Major André Frank, so. Mit einer „Förm­li­chen Aner­ken­nung“ wür­dig­te der Ein­heits­füh­rer das muti­ge und vor­bild­li­che Ver­hal­ten des Sol­da­ten aus August­dorf. „Die­se Minu­ten an der Ram­pe wer­de ich nie mehr ver­ges­sen“, ist sich Mario Rog­ge sicher. Die Umstän­de, die zu dem Sui­zid­ver­such geführt haben, wer­den der­zeit durch die Kli­nik­lei­tung unter­sucht. Aus die­sem Grund wird der Name des Kran­ken­hau­ses im nörd­li­chen Ruhr­ge­biet nicht bekannt­ge­ge­ben. (mw)

 

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Mario Rogge ist an diesem Tag Anfang März im Corona-Einsatz im Ruhrgebiet. In einem Krankenhaus ist der Soldat der Stabsfernmeldekompanie für die Verteilung der medizinischen Schutzmasken verantwortlich. Die verschiedenen Fachabteilungen benötigen pro Tag rund 9.000 Masken. Ein „Full-Time-Job“ für den Hattinger, der sich sonst um den Aufbau und Betrieb des Brigadegefechtsstandes kümmert. Während einer kurzen Pause schnappt der Oberstabsgefreite an der Zufahrtsrampe der Krankenwagen gerade frische Luft, als ihm auf dem Flachdach des Klinikgebäudes eine Person auffällt. Schweißgebadet steht eine junge Frau in acht Metern Höhe an der Dachkante. „Es war offensichtlich, dass die Person die Absicht hatte, vom Dach zu springen“, erzählt Rogge später von diesem Schreckmoment. Der 33-jährige handelt sofort und spricht die Frau direkt an. Wenige Minuten später eilt der Lebenspartner vom nahegelegenen Parkplatz herbei. Gemeinsam mit dem Klinikpersonal, dass sich über das Dach der jungen Frau nähert, gelingt es, den Selbstmord zu verhindern. „Ich bin mir sehr sicher, dass die Person ohne Zweifel vom Dach gesprungen wäre. Ich hatte nur Glück, dass ich zu richtigen Zeit an der Rampe war“, erinnert sich Mario Rogge, der seit elf Jahren in der Augustdorfer Rommel-Kaserne seinen Dienst leistet. Durch sein beherztes Eingreifen hat Rogge an diesem Vormittag an der Krankenhausrampe eine Tragödie verhindert. Das sieht auch der Kompaniechef, Major André Frank, so. Mit einer „Förmlichen Anerkennung“ würdigte der Einheitsführer das mutige und vorbildliche Verhalten des Soldaten aus Augustdorf. „Diese Minuten an der Rampe werde ich nie mehr vergessen“, ist sich Mario Rogge sicher. Die Umstände, die zu dem Suizidversuch geführt haben, werden derzeit durch die Klinikleitung untersucht. Aus diesem Grund wird der Name des Krankenhauses im nördlichen Ruhrgebiet nicht bekanntgegeben. (mw)  

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