Kreis betrachtet als erste Region in Deutschland die Grüne Infrastruktur

Lese­zeit: unge­fähr 2 Minu­ten Vom Teu­to­bur­ger Wald über die Sen­ne bis hin zum Hid­de­ser Bent – der Kreis Lip­pe ver­fügt über ein gro­ßes öko­lo­gi­sches

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Vom Teutoburger Wald über die Senne bis hin zum Hiddeser Bent – der Kreis Lippe verfügt über ein großes ökologisches Kapital. Damit diese Vielfalt erhalten bleibt, ist es notwendig, sie bei der Planung von Bauvorhaben zu berücksichtigen. Der Kreis Lippe befasst sich ab sofort als deutschlandweit erste Modellregion mit der Erprobung und Entwicklung Grüner Infrastruktur. Bei der Umsetzung arbeitet der Kreis eng mit der TH OWL, der Hochschule Osnabrück und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zusammen. „Wenn wir von starken Regionen sprechen, setzen wir eine gute Infrastruktur voraus. Oftmals denken wir dabei an Versorgungsstrukturen. In den vergangenen Jahren wird uns aber auch immer deutlicher, dass wir die Grüne Infrastruktur nicht vergessen dürfen. Funktionierende Ökosysteme waren und bleiben unabdingbar“, bekräftigt Landrat Dr. Axel Lehmann. Am konkreten Beispiel: Eine intakte Auenlandschaft ist nicht nur Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten, sie trägt ebenso zum Hochwasserschutz bei, reinigt Gewässer und speichert CO2 – alles Aufgaben, die auch einen Mehrwert für den Menschen haben. „Allein durch die Reinigungsleistung von Auen lassen sich deutschlandweit 500 Millionen Euro einsparen“, verweist Birgit Steffen-Waschek, Untere Naturschutzbehörde Lippe, auf eine Studie des Bundesamtes für Naturschutz. „Deshalb wäre es auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll, beim Bau oder Ausbau technischer Infrastruktur wie Straßen oder Schienenwegen auf Natur und Landschaft Rücksicht zu nehmen.“ Bernd Milde vom LWL ergänzt: „Zu den Ökosystemleistungen gehört auch die geschichtliche Dimension der Landschaft, da sie Trägerin des kulturlandschaftlichen Erbes ist. Lippe besitzt ein enormes Potential, das bei zukünftigen Planungen berücksichtigt werden sollte.“ In den Themenschwerpunkten Biotopverbund, Erholung und historische Kulturlandschaft wollen die Projektpartner wesentliche Aspekte für eine innovative Planungspraxis im Kreis Lippe erarbeiten. „Dabei betrachten wir etwa, wie eine naturverträgliche Erholung aussehen kann oder wo Zerschneidung der Landschaft Wanderbewegung von Tieren einschränkt“, erklärt Dr. Hilke Schröder-Rühmkorf von der Hochschule Osnabrück. Aus der Analyse der Hochschulen sollen Konzepte entstehen, die der Kreis realisiert. „Die Kooperation ermöglicht ein optimales Zusammengreifen der Prozesse. Die Hochschule liefert wissenschaftliche Erkenntnisse, die direkt umgesetzt und erprobt werden können. Dadurch entstehen wichtige Bausteine für die zukünftige Landschaftsplanung im Kreis Lippe“, sagt Prof. Dr. Boris Stemmer von der TH OWL. In der ersten Projektphase werden unter anderem Bilder ausgewertet. Dafür rufen die Projektpartner zu einem Fotowettbewerb auf. Unter dem Motto „Unsere Lippische Landschaft“ können Lipper Bilder einsenden, die typische aber auch besondere Orte im Kreis zeigen. Das Material wird von der TH OWL ausgewertet und in das Konzept einbezogen. Teilnehmende können die Aufnahmen bis zum 18. April per Mail an j.sowa@kreis-lippe.de senden. Wichtig ist eine Ortsangabe und warum das Motiv gewählt wurde. Die Teilnahmebedingungen sowie die ausgelosten Preise finden sich unter www.kreis-lippe.de/gruene-infrastruktur   Hintergrund Das Entwicklungs- und Erprobungsvorhaben wird vom Bundesamt für Naturschutz gefördert. Für die erste Phase der Voruntersuchung erhalten die beteiligten Hochschulen sowie der Kreis 350.000 Euro Forschungsgelder. Bei dem anschließenden Hauptvorhaben ist die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Lippe federführend. Sie wird hierbei innerhalb von drei bis vier Jahren konkrete Maßnahmen verwirklichen. Zwei Drittel der Kosten werden vom Bund finanziert. Die Projektteilnehmer gehen von einem Gesamtvolumen im einstelligen Millionenbereich über die Projektlaufzeit aus. Der Antrag für das Hauptvorhaben soll nach Möglichkeit noch in diesem Jahr gestellt werden. Zur Restfinanzierung wird der Kreis weitere Fördermittel beantragen.
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