Interview mit Armin Zimmermann über Aluminium im Grundwasser

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Alu­mi­ni­um im Grund­was­ser

AUGUSTDORFER NACHRICHTEN: Die AN hat­ten vor kur­zem einen Arti­kel über die Was­ser­qua­li­tät in August­dorf ver­öf­fent­licht. Dar­auf­hin hat­ten ein paar Bür­ger Nach­fra­gen bei Ihnen, wes­we­gen genau?

Armin Zim­mer­mann: Ich bin sehr dank­bar für die Fra­gen bezüg­lich des Alu­mi­ni­ums im Grund­was­ser. Das wur­de im Arti­kel der AN erwähnt und ich möch­te die­sen Fakt kurz erläu­tern, so dass sich nie­mand beun­ru­hi­gen muss.

AN: Kon­kret stellt sich die Fra­ge: „Wie kommt das Alu­mi­ni­um ins Grund­was­ser?“

Zim­mer­mann: Das ist dem sau­ren Regen des letz­ten Jahr­hun­derts geschul­det.

AN: Was bedeu­tet sau­rer Regen?

Zim­mer­mann: In dem bezeich­ne­ten Zeit­raum ist es zu einer enor­men Luft­ver­schmut­zung welt­weit durch das Ver­bren­nen von fos­si­len Brenn­stof­fen wie Koh­le, Erd­öl oder auch Erd­öl­pro­duk­ten gekom­men. Hier sind es gera­de die dadurch beding­ten Schwe­fel­ver­un­rei­ni­gun­gen der Luft, die den Regen­trop­fen anhaf­ten und so ins Erd­reich ein­ge­tra­gen wer­den. Sau­be­res Regen­was­ser hat einen ph- Wert von 5,5 bis 5,7 (im neu­tra­len Bereich). Das mit Schwe­fel­ver­bin­dun­gen ange­rei­cher­te Regen­was­ser hat einen ph- Wert von 4,2 bis 4,8 (im sau­ren Bereich).

AN: Was bedeu­tet das in Bezug auf das Alu­mi­ni­um?

Zim­mer­mann: Alu­mi­ni­um ist ein im Boden gebun­de­nes Metall. Das sau­re Regen­was­ser „wäscht“ durch eine che­mi­sche Reak­ti­on die­ses Metall aus dem Boden aus, so dass es frei im Grund­was­ser ver­füg­bar ist und sich dort anrei­chert.

AN: Seit wann ist die­ses Pro­blem bekannt?

Zim­mer­mann: 1975 wur­den erst­mals an den Lauf­rä­dern eini­ger Trink­was­ser­pum­pen der Stadt­wer­de Bie­le­feld in der Sen­ne leich­te Alu­mi­ni­um­aus­flo­ckun­gen fest­ge­stellt.

AN: Wie wird dem Pro­blem begeg­net?

Zim­mer­mann: Seit 1998 betrei­ben die Stadt­wer­ke Bie­le­feld am Was­ser­wer­ke 01 eine Trink­was­ser­auf­be­rei­tung für genau die­se Grund­wäs­ser. Das bedeu­tet: Das Grund­was­ser wird über einen Kalk­stein­fil­ter (basisch) gelei­tet, das Alu­mi­ni­um wird so im Fil­ter zurück­ge­hal­ten. Im Anschluss wird dem gefil­ter­ten Was­ser gefil­ter­te Luft zuge­ge­ben und das Was­ser ist ent­säu­ert. Spe­zi­ell in August­dorf bekom­men wir sei­tens der Stadt­wer­ke Bie­le­feld ein soge­nann­tes Misch­was­ser aus Flach­boh­run­gen der Sen­ne (ca. 40 Meter tief) und aus Tie­fen­boh­run­gen im Kalk­ge­stein des Teu­to­bur­ger Wal­des (ca. 480 Meter tief). Unser Was­ser hat einen mitt­le­ren Här­te­grad von ca. 12 ° Deut­scher Här­te, einen ph Wert von7,51 (Grenz­wert 6,5 bis 9,5), und einen Alu­mi­ni­um­wert von 0,005 mg/l (Grenz­wert 0,2 mg/l). Es besteht also kei­ne Sor­ge beim Ver­zehr unse­res Trink­was­sers. Trink­was­ser ist eines der am Bes­ten unter­such­ten und kon­trol­lier­ten Lebens­mit­tel in Deutsch­land.

AN: Herz­li­chen Dank für das Gespräch.

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Aluminium im Grundwasser AUGUSTDORFER NACHRICHTEN: Die AN hatten vor kurzem einen Artikel über die Wasserqualität in Augustdorf veröffentlicht. Daraufhin hatten ein paar Bürger Nachfragen bei Ihnen, weswegen genau? Armin Zimmermann: Ich bin sehr dankbar für die Fragen bezüglich des Aluminiums im Grundwasser. Das wurde im Artikel der AN erwähnt und ich möchte diesen Fakt kurz erläutern, so dass sich niemand beunruhigen muss. AN: Konkret stellt sich die Frage: „Wie kommt das Aluminium ins Grundwasser?“ Zimmermann: Das ist dem sauren Regen des letzten Jahrhunderts geschuldet. AN: Was bedeutet saurer Regen? Zimmermann: In dem bezeichneten Zeitraum ist es zu einer enormen Luftverschmutzung weltweit durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdöl oder auch Erdölprodukten gekommen. Hier sind es gerade die dadurch bedingten Schwefelverunreinigungen der Luft, die den Regentropfen anhaften und so ins Erdreich eingetragen werden. Sauberes Regenwasser hat einen ph- Wert von 5,5 bis 5,7 (im neutralen Bereich). Das mit Schwefelverbindungen angereicherte Regenwasser hat einen ph- Wert von 4,2 bis 4,8 (im sauren Bereich). AN: Was bedeutet das in Bezug auf das Aluminium? Zimmermann: Aluminium ist ein im Boden gebundenes Metall. Das saure Regenwasser „wäscht“ durch eine chemische Reaktion dieses Metall aus dem Boden aus, so dass es frei im Grundwasser verfügbar ist und sich dort anreichert. AN: Seit wann ist dieses Problem bekannt? Zimmermann: 1975 wurden erstmals an den Laufrädern einiger Trinkwasserpumpen der Stadtwerde Bielefeld in der Senne leichte Aluminiumausflockungen festgestellt. AN: Wie wird dem Problem begegnet? Zimmermann: Seit 1998 betreiben die Stadtwerke Bielefeld am Wasserwerke 01 eine Trinkwasseraufbereitung für genau diese Grundwässer. Das bedeutet: Das Grundwasser wird über einen Kalksteinfilter (basisch) geleitet, das Aluminium wird so im Filter zurückgehalten. Im Anschluss wird dem gefilterten Wasser gefilterte Luft zugegeben und das Wasser ist entsäuert. Speziell in Augustdorf bekommen wir seitens der Stadtwerke Bielefeld ein sogenanntes Mischwasser aus Flachbohrungen der Senne (ca. 40 Meter tief) und aus Tiefenbohrungen im Kalkgestein des Teutoburger Waldes (ca. 480 Meter tief). Unser Wasser hat einen mittleren Härtegrad von ca. 12 ° Deutscher Härte, einen ph Wert von7,51 (Grenzwert 6,5 bis 9,5), und einen Aluminiumwert von 0,005 mg/l (Grenzwert 0,2 mg/l). Es besteht also keine Sorge beim Verzehr unseres Trinkwassers. Trinkwasser ist eines der am Besten untersuchten und kontrollierten Lebensmittel in Deutschland. AN: Herzlichen Dank für das Gespräch.

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