„Das ist für mich eine Form der latenten Körperverletzung.”

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Bürgermeister Katzer schreibt Offenen Brief an Ministerpräsident Laschet

Dass die­ses Schrei­ben wie eine Bom­be in Düs­sel­dorf ein­schla­gen wird, kann als sicher ange­se­hen wer­den. Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer schreibt in einem Offe­nen Brief, Nord­rhein-West­fa­lens Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet, den die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN exklu­siv ver­öf­fent­li­chen.

„Sehr geehr­ter Herr Minis­ter­prä­si­dent Laschet,

mit Ver­wun­de­rung neh­me ich als Bür­ger­meis­ter von August­dorf, einer Gemein­de, die einen der höchs­ten Inzi­denz­wer­te von Nord­rhein-West­fa­len auf­weist, zur Kennt­nis, dass das Schul­mi­nis­te­ri­um in Nord­rhein-West­fa­len nur unzu­rei­chend etwas für die Bekämp­fung der Pan­de­mie in den Schu­len unter­nimmt.

So gibt es in unse­rer Gemein­de Schu­len, in denen mehr als die Hälf­te der Eltern mit­tei­len, dass ihr Kind nicht getes­tet wer­den darf. Das ist für mich eine Form der laten­ten Kör­per­ver­let­zung.

Das frei­wil­li­ge Tes­ten, das sehen wir hier in August­dorf, bringt uns kei­nen Schritt wei­ter, um den Inzi­denz­wert wei­ter nach unten zu brin­gen.

Aus die­sem Grund for­de­re ich hier­mit die Lan­des­re­gie­rung auf, nach den Oster­fe­ri­en, ver­pflich­ten­de Tests ein­zu­füh­ren. Nur so kann gewähr­leis­tet wer­den, dass Kin­der, die, wie in August­dorf, häu­fig anzu­tref­fen, aus Groß­fa­mi­li­en kom­men, nicht dazu bei­tra­gen, den Virus even­tu­ell gleich an meh­re­re zu über­tra­gen. In unse­rer Nach­bar­ge­mein­de Lage haben wir deut­lich erfah­ren müs­sen, wo das hin­füh­ren kann.

Auch for­de­re ich die Lan­des­re­gie­rung auf, dass die Tests in der Schu­le durch­ge­führt wer­den müs­sen. Tests, die zu Hau­se statt­fin­den, haben kei­ner­lei Aus­sa­ge­kraft.

Ich bit­te Sie ein­dring­lich, die oben genann­ten For­de­run­gen in den Oster­fe­ri­en umzu­set­zen, so dass wir im Anschluss wir­kungs­voll die Pan­de­mie auch in die­sem Bereich bekämp­fen kön­nen.

Herz­li­chen Dank.

Mit freund­li­chem Gruß

Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer”

 

Wie die Ant­wort von Armin Laschet aus­sieht, lesen Sie natür­lich in den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN.

 

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Dass dieses Schreiben wie eine Bombe in Düsseldorf einschlagen wird, kann als sicher angesehen werden. Bürgermeister Thomas Katzer schreibt in einem Offenen Brief, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, den die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN exklusiv veröffentlichen. "Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Laschet, mit Verwunderung nehme ich als Bürgermeister von Augustdorf, einer Gemeinde, die einen der höchsten Inzidenzwerte von Nordrhein-Westfalen aufweist, zur Kenntnis, dass das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen nur unzureichend etwas für die Bekämpfung der Pandemie in den Schulen unternimmt. So gibt es in unserer Gemeinde Schulen, in denen mehr als die Hälfte der Eltern mitteilen, dass ihr Kind nicht getestet werden darf. Das ist für mich eine Form der latenten Körperverletzung. Das freiwillige Testen, das sehen wir hier in Augustdorf, bringt uns keinen Schritt weiter, um den Inzidenzwert weiter nach unten zu bringen. Aus diesem Grund fordere ich hiermit die Landesregierung auf, nach den Osterferien, verpflichtende Tests einzuführen. Nur so kann gewährleistet werden, dass Kinder, die, wie in Augustdorf, häufig anzutreffen, aus Großfamilien kommen, nicht dazu beitragen, den Virus eventuell gleich an mehrere zu übertragen. In unserer Nachbargemeinde Lage haben wir deutlich erfahren müssen, wo das hinführen kann. Auch fordere ich die Landesregierung auf, dass die Tests in der Schule durchgeführt werden müssen. Tests, die zu Hause stattfinden, haben keinerlei Aussagekraft. Ich bitte Sie eindringlich, die oben genannten Forderungen in den Osterferien umzusetzen, so dass wir im Anschluss wirkungsvoll die Pandemie auch in diesem Bereich bekämpfen können. Herzlichen Dank. Mit freundlichem Gruß Bürgermeister Thomas Katzer"   Wie die Antwort von Armin Laschet aussieht, lesen Sie natürlich in den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN.  

Leserbriefe zu “„Das ist für mich eine Form der latenten Körperverletzung.”

Leserbriefe geben die Ansicht der Einsender wieder, die mit der Meinung der Redaktion nicht übereinstimmen muss.


  1. Lie­ber Herr Barz, in den Glau­bens­be­kennt­nis­sen der August­dor­fer Bap­tis­ten lese ich :
    „Wir glau­ben , dass Gott jede staat­li­che Gewalt ein­ge­setzt hat, um Gesetzt und Ord­nung im bür­ger­li­chen Leben auf­recht­zu­er­hal­ten sowie die öffent­li­che sozia­le Arbeit zu för­dern. Die Funk­tio­nen und Ver­ant­wor­tungs­be­rei­che des Staa­tes unter­schei­den sich von denen der Gemein­de. Den Geset­zen unse­res Staa­tes gilt es zu gehor­chen. sofern sie nicht mit dem Wort Got­tes in Kon­flikt ste­hen”
    Das ist doch ange­kün­dig­tes Des­in­ter­es­se und Gleich­gül­tig­keit gegen­über der Gesell­schaft. Wel­che Geset­ze , Vor­schrif­ten oder Anwei­sun­gen befolgt wer­den ent­schei­den sie für sich . Ob das den Mit­men­schen scha­det oder nicht, das inter­es­siert sie nicht. Sie for­dern vom Staat Ali­men­tie­rung , Sicher­heit und alles , was zu einem guten Leben wün­schens­wert ist.….z.B. auch Bau­land in Augustdorf…aber wenn sie bei­tra­gen sol­len in der Not , die uns alle betrof­fen hat, dann wird ein Bibel­spruch gefun­den, der sie von Pflich­ten gegen­über der Gesell­schaft ent­las­tet. Sie haben den rech­ten Glau­ben, alle ande­ren sind Sün­der und sind sowie­so ewig ver­damm­te Ver­lo­re­ne (auch sinn­ge­mä­ßes Zitat auch den Glau­bens­be­kennt­nis­sen). Das Wort Nächs­ten­lie­be gibt es in jenen Glau­bens­be­kennt­nis­sen nicht !!! Sozia­ler Schul­ter­schluss in der gemein­sa­men Not wird abge­lehnt !! Wenn man die tie­fen­psy­cho­lo­gi­schen Erkennt­nis­se liest bzgl der Lei­den ihrer Kin­der beim (Corona)Testen , dann wird einem übel ob solch ver­bohr­ter Dumm­heit. Und Herr Frie­sen , der Lei­ter der weit­aus größ­ten Gemein­de tut gar nichts. Coro­na steht ja nicht in der Bibel, also war­um dann auf sei­ne Gemein­de ein­wir­ken, sich dage­gen zu schüt­zen ????? Und was außer­halb der Gemein­de geschieht stört ihn nicht. Ein wah­rer Christ.…..Halleluja !!!

    1. Lie­ber Herr Mül­ler,
      vie­len Dank für Ihren ergän­zen­den Bei­trag. Offen­sicht­lich wird viel gefor­dert und wenig gege­ben. Teil­nah­me an sozia­len Diens­ten wie Feu­er­wehr, DRK, Rotes Kreuz? Nein, man will sich aus- und abgren­zen. Das machen ja ande­re! Die ” ande­ren” kom­men dann auch wenn das Haus brennt!
      Ihre Wor­te geben unum­wun­den wie­der, wie es ist! Da fra­ge ich mich wie­so so vie­le Men­schen den Mund hal­ten. Soli­da­ri­tät in der Not ist ist lei­der wenig erkenn­bar. Hier zei­gen sich deut­lich man­geln­de Inte­gra­ti­ons­be­reit­schaft gepaart mit einer Igno­ranz gegen­über allen ande­ren. In der Not zei­gen sich eben die wah­ren Gesich­ter der Men­schen.
      So bekom­men wir die­se Kri­se nicht in den Griff! Des­we­gen sind staat­li­che Auf­la­gen wie die Zwangs­tes­tung der Schü­ler auch zwin­gend erfor­der­lich. Der Brief des des BM ist mehr als nötig gewe­sen!
      Vie­le Grü­ße
      JB

  2. Guten Mor­gen,
    wenn ich die letz­ten Tage betrach­te, wird das Ver­hal­ten der Men­schen immer abstru­ser. Und aso­zia­ler! Allein die Dis­kus­si­on über eine Test­pflicht ist bereits unsin­nig. Denn es geht nicht mehr um „Mei­nun­gen”! Ich kann auch der Mei­nung sein, kei­ne Steu­ern mehr zah­len zu müs­sen! Was bringt das, wenn ich weiß, dass nur mit dem Steu­er­auf­kom­men die öffent­li­chen Aus­ga­ben zu bestrei­ten sind? Die Tests scha­den nie­man­dem, nüt­zen nur! Und den­noch gibt es Men­schen die sich hin­ter ihren Kin­dern ver­ste­cken. Sie argu­men­tie­ren, dass die armen Kin­der durch den Test psy­chisch belas­tet wer­den! Wir wol­len also nicht tes­ten, weil das Kind dadurch einen psy­chi­schen Scha­den erlei­det? Wenn ich mei­nem Kind die gan­ze Zeit erklä­re, dass alle staat­li­chen Maß­nah­men sowie­so nur Mist sind und nichts brin­gen, dann erzeu­ge ich Angst. Und mit die­ser Angst wird gespielt! Wie aso­zi­al!
    Ich erin­ne­re mich an eine Erzäh­lung mei­nes lang ver­stor­be­nen Vaters. 1945 in Mann­heim lebend erleb­te er bei nächt­li­chen Bom­ben­an­grif­fen wie ein jün­ge­rer Nach­bars­jun­ge Angst hat­te, in den Kel­ler zu gehen. Er nahm ihn an die Hand. Viel­leicht hät­ten sie das damals Bom­ber­Har­ry sagen sol­len. Dann hät­te es kei­ne Bom­ben gereg­net?!
    Die­ses Virus macht vor nie­man­dem Halt! Es ster­ben täg­lich welt­weit Tau­sen­de Men­schen und in August­dorf (nicht nur hier, aber hier ganz beson­ders) gibt es eine brei­te Fül­le an Men­schen, die die Maß­nah­men der Regie­rung ableh­nen, ohne ein Argu­ment vor­zu­brin­gen geschwei­ge denn alter­na­ti­ve Maß­nah­men zu nen­nen. Die Ableh­nung ist aso­zi­al, sich hin­ter Kin­dern zu ver­ste­cken ist aso­zi­al! Denn natür­lich ist es laten­te Kör­per­ver­let­zung, ein­fachs­te Maß­nah­men ohne jedes Argu­ment abzu­leh­nen und damit letzt­lich die Pan­de­mie noch zu unter­stüt­zen! Der sozia­le Frie­den ist stark gefähr­det! Noch­mal: Es geht nicht um Mei­nun­gen! Es geht um Men­schen­le­ben! An die Vor­be­ter der „christ­li­chen” Gemein­den: Ich habe gele­sen, dass Sie kei­ne Emp­feh­lung an die Eltern geben bzgl. Tests. Wie kön­nen Sie bei so vie­len Kran­ken und Toten mit gutem Gewis­sen leben, wenn durch Ihr Ver­hal­ten min­des­tens indi­rekt Men­schen ange­steckt wer­den? Wie­so unter­neh­men Sie als „Chris­ten” nicht alles, um zu hel­fen!!! Wo ist die Nächs­ten­lie­be, wenn Sie das Lei­den und Ster­ben bil­li­gend zulas­sen?
    Nein, Sie gefähr­den den sozia­len Frie­den! Mit „Christ-Sein” hat das nichts zu tun. Fra­gen Sie sich doch bit­te nur eins: Was hät­te Jesus getan? Zum Him­mel geru­fen:” Hey Vater, tol­le Pan­de­mie, lass die bösen Men­schen mal rich­tig lei­den und kre­pie­ren.”
    Nein! Er kam um zu erlö­sen, er hat vor­ge­macht wie es rich­tig geht. In Lie­be. Lie­be beinhal­tet weit mehr als nur der blo­ße Glau­be an Gott. Nie­mand möch­te krank wer­den und elen­dig ster­ben. Aus die­sem Geis­te her­aus ist es ein Gebot der Nächs­ten­lie­be auch alles dafür zu tun, dass ande­re geschützt wer­den! Ihre Ableh­nung ist ergo unchrist­lich!
    Schö­ne Woche
    JB

  3. Ich wun­de­re mich doch sehr, dass so gar kei­ne Stim­me laut wird, den Bür­ger­meis­ter zu unter­stüt­zen. Zumal in zwei gro­ßen Bun­des­län­dern vor­ge­macht wird, dass Tests in Schu­len zur Pflicht wer­den !!!! Ver­nünf­ti­ge Men­schen , die Rück­sicht neh­men und nicht quer­den­ken oder sich starr­sin­nig wei­gern , weil sie die lebens­ge­fähr­li­che Pan­de­mie als gott­ge­ge­ben nen­nen, müss­ten doch den Bür­ger­meis­ter für sei­nen Mut loben.…..Ich tue das!!!Gut gemacht Herr Kat­zer !!!
    Es wäre DIE Chan­ce aller Bevöl­ke­rungs­grup­pen im Dorf nun zusam­men­zu­ste­hen und Gemein­sam­keit in der Gefahr zu bewei­sen.

  4. BRAVO !!!! End­lich mal ein kla­res Wort und nicht mehr hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand !!!! Ein Bür­ger­meis­ter mit Mut und mehr als gesun­dem Men­schen­ver­stand !!!

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