Lebensretter in Flecktarn: Bundeswehrsoldat hilft bei Verkehrsunfall in Sommersell

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Dus­tin Knol ist ein beschei­de­ner, zurück­hal­ten­der Typ. Der 21-Jäh­ri­ge aus Bil­ler­beck drängt sich nicht in den Vor­der­grund. Sach­lich und ruhig berich­tet der Zeit­sol­dat, der in der August­dor­fer Rom­mel-Kaser­ne sta­tio­niert ist, von sei­nen Erleb­nis­sen an die­sem Sams­tag­abend im März auf der Bun­des­stra­ße 239.

Gegen 20 Uhr ist der gebür­ti­ge Holz­min­de­ner mit sei­nem Auto auf dem Weg nach Hau­se. Auf der Höhe der Anschluss­stel­le Som­mer­sell kommt es auf regen­nas­ser Fahr­bahn zu einem schwe­ren Ver­kehrs­un­fall. Ein 25-jäh­ri­ger Polo-Fah­rer über­sieht beim Abbie­gen einen Opel Astra, des­sen Fah­re­rin nicht mehr recht­zei­tig brem­sen kann. Bei der Kol­li­si­on der Autos wird der 25-Jäh­ri­ge schwer ver­letzt. Die Opel-Fah­re­rin sowie ihre Bei­fah­re­rin kom­men mit leich­ten Ver­let­zun­gen und einem Schock davon. Dus­tin Knol reagiert sofort, küm­mert sich um die Ver­letz­ten, sichert die Unfall­stel­le ab und ruft mit sei­nem Han­dy die Ret­tungs­kräf­te. Der Polo-Fah­rer wur­de beim Auf­prall der Fahr­zeu­ge auf die Fahr­bahn geschleu­dert. „Ich konn­te sofort sehen, dass der Mann schwers­te Ver­let­zun­gen an den Bei­nen hat­te“, berich­tet Knol. Trotz Platz­re­gen mit Hagel und Gewit­ter gelingt es dem jun­gen Sol­da­ten, alle Unfall­op­fer bis zum Ein­tref­fen von Poli­zei und Not­ärz­ten zu ver­sor­gen.

Erst nach 10 Minu­ten habe ein wei­te­res Fahr­zeug ange­hal­ten, des­sen Fah­re­rin ihn bei der Erst-Ver­sor­gung der Ver­letz­ten gehol­fen habe, berich­tet der jun­ge Pan­zer­gre­na­dier. „Vie­le Fahr­zeu­ge sind ein­fach an der Unfall­stel­le vor­bei­ge­fah­ren“, ärgert sich Dus­tin Knol. Auch nach dem Ein­tref­fen der Strei­fen­wa­gen und Ret­tungs­diens­te am Unfall­ort muss der Sol­dat wei­ter hel­fen. „Die Fahr­zeug­wracks stan­den hun­dert Meter aus­ein­an­der, Trüm­mer­tei­le waren über­all ver­streut“, erklärt der Haupt­ge­frei­te die Situa­ti­on. Die Bun­des­stra­ße 239 wird für die anschlie­ßen­de Ber­gung der Unfall­fahr­zeu­ge in bei­den Fahrt­rich­tun­gen voll gesperrt.

Dus­tin Knol fährt am sel­ben Abend zu sei­nen Groß­el­tern. Erst Stun­den spä­ter rea­li­siert der August­dor­fer Sol­dat, der sich für acht Jah­re bei den lip­pi­schen Pan­zer­gre­na­die­ren ver­pflich­tet hat, die Ereig­nis­se an die­sem Abend auf der Bun­des­stra­ße bei Som­mer­sell. Weni­ge Tage spä­ter hat Knol dann „Pud­ding in den Bei­nen“. „Auf ein­mal stand beim Batail­lons­an­tre­ten der Divi­si­ons­kom­man­deur vor mir“, erzählt der ehe­ma­li­ge Berufs­schü­ler. Gene­ral­ma­jor Jür­gen-Joa­chim von San­drart, Kom­man­deur der 1. Pan­zer­di­vi­si­on aus Olden­burg, wür­dig­te das muti­ge Ein­grei­fen des 21-Jäh­ri­gen mit einer förm­li­chen Aner­ken­nung „wegen einer her­aus­ra­gen­den Ein­zel­tat“, wie es im Mili­tär­jar­gon heißt.

Dus­tin Knol wird die­sen 13. März nicht ver­ges­sen. Auch zukünf­tig soll das The­ma „Ver­kehr“ eine zen­tra­le Rol­le im Leben des Bil­ler­be­ckers spie­len: Knol will Fah­rer­leh­rer wer­den und damit dazu bei­tra­gen, dass sich sol­che Unfäl­le wie auf der B 239 nicht wie­der­ho­len. (mw)

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Dustin Knol ist ein bescheidener, zurückhaltender Typ. Der 21-Jährige aus Billerbeck drängt sich nicht in den Vordergrund. Sachlich und ruhig berichtet der Zeitsoldat, der in der Augustdorfer Rommel-Kaserne stationiert ist, von seinen Erlebnissen an diesem Samstagabend im März auf der Bundesstraße 239. Gegen 20 Uhr ist der gebürtige Holzmindener mit seinem Auto auf dem Weg nach Hause. Auf der Höhe der Anschlussstelle Sommersell kommt es auf regennasser Fahrbahn zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein 25-jähriger Polo-Fahrer übersieht beim Abbiegen einen Opel Astra, dessen Fahrerin nicht mehr rechtzeitig bremsen kann. Bei der Kollision der Autos wird der 25-Jährige schwer verletzt. Die Opel-Fahrerin sowie ihre Beifahrerin kommen mit leichten Verletzungen und einem Schock davon. Dustin Knol reagiert sofort, kümmert sich um die Verletzten, sichert die Unfallstelle ab und ruft mit seinem Handy die Rettungskräfte. Der Polo-Fahrer wurde beim Aufprall der Fahrzeuge auf die Fahrbahn geschleudert. „Ich konnte sofort sehen, dass der Mann schwerste Verletzungen an den Beinen hatte“, berichtet Knol. Trotz Platzregen mit Hagel und Gewitter gelingt es dem jungen Soldaten, alle Unfallopfer bis zum Eintreffen von Polizei und Notärzten zu versorgen. Erst nach 10 Minuten habe ein weiteres Fahrzeug angehalten, dessen Fahrerin ihn bei der Erst-Versorgung der Verletzten geholfen habe, berichtet der junge Panzergrenadier. „Viele Fahrzeuge sind einfach an der Unfallstelle vorbeigefahren“, ärgert sich Dustin Knol. Auch nach dem Eintreffen der Streifenwagen und Rettungsdienste am Unfallort muss der Soldat weiter helfen. „Die Fahrzeugwracks standen hundert Meter auseinander, Trümmerteile waren überall verstreut“, erklärt der Hauptgefreite die Situation. Die Bundesstraße 239 wird für die anschließende Bergung der Unfallfahrzeuge in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt. Dustin Knol fährt am selben Abend zu seinen Großeltern. Erst Stunden später realisiert der Augustdorfer Soldat, der sich für acht Jahre bei den lippischen Panzergrenadieren verpflichtet hat, die Ereignisse an diesem Abend auf der Bundesstraße bei Sommersell. Wenige Tage später hat Knol dann „Pudding in den Beinen“. „Auf einmal stand beim Bataillonsantreten der Divisionskommandeur vor mir“, erzählt der ehemalige Berufsschüler. Generalmajor Jürgen-Joachim von Sandrart, Kommandeur der 1. Panzerdivision aus Oldenburg, würdigte das mutige Eingreifen des 21-Jährigen mit einer förmlichen Anerkennung „wegen einer herausragenden Einzeltat“, wie es im Militärjargon heißt. Dustin Knol wird diesen 13. März nicht vergessen. Auch zukünftig soll das Thema „Verkehr“ eine zentrale Rolle im Leben des Billerbeckers spielen: Knol will Fahrerlehrer werden und damit dazu beitragen, dass sich solche Unfälle wie auf der B 239 nicht wiederholen. (mw)

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