Nach offenem Brief: Testpflicht wird geprüft

Lese­zeit: unge­fähr 2 Minu­ten

Staatskanzlei reagiert auf offenen Brief von Bürgermeister

Am gest­ri­gen Mitt­woch hat­ten die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN den offe­nen Brief von Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer an NRW-Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet ver­öf­fent­licht. Die Redak­ti­on hat­te die­sen gebe­ten, bis zum Abend auf den Brief zu reagie­ren.

Eine Ver­tre­te­rin der Staats­kanz­lei mel­de­te sich noch am Nach­mit­tag bei der Redak­ti­on und erklär­te, dass der Minis­ter­prä­si­dent das The­ma ernst neh­me und sich die Lan­des­re­gie­rung damit beschäf­ti­gen wer­de.

Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet hat­te zuvor mit einer Coro­na-Test­pflicht für Schü­ler in Nord­rhein-West­fa­len gedroht, weil immer mehr Eltern Sor­ge haben, dass sich ihre Kin­der bei den Tests ver­let­zen. In einer Fern­seh­sen­dung sag­te er: „Jetzt wer­den wir über­le­gen müs­sen, müs­sen wir eine Test­pflicht ein­füh­ren? Denn es kann natür­lich nicht jedes Kind für sich dann sagen, ’ich las­se mich ein­fach nicht tes­ten’.“

Laschet ergänz­te: „Wenn es so wei­ter geht, wird es eine Test­pflicht geben.“ Man mer­ke jetzt – anders als im ver­gan­ge­nen Jahr – dass Kin­der viel stär­ker von Muta­tio­nen des Virus betrof­fen sei­en. „Des­halb brau­chen wir da kla­re Regeln.“

Von­sei­ten der Leh­rer kom­men nach der Ankün­di­gung Lasche­ts, eine Test­pflicht zu prü­fen, posi­ti­ve Signa­le. Die Che­fin der Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft in NRW, Mai­ke Fin­nern, erklär­te: „Die hohe Quo­te der Test­ver­wei­ge­rer unter den Schü­le­rin­nen und Schü­lern ist in der Tat ein Pro­blem, da sie die zuver­läs­si­ge Auf­de­ckung von uner­kann­ten Infek­tio­nen behin­dert. Inso­fern ist eine Test­pflicht für die Teil­nah­me am Prä­senz­un­ter­richt durch­aus sinn­voll.“ Aller­dings gel­te es zu klä­ren, wel­che Kon­se­quen­zen das für den dann anzu­bie­ten­den Distanz­un­ter­richt habe. „Die GEW bleibt aber bei ihrer For­de­rung, dass die Tests zu Hau­se vor dem Unter­richt statt­fin­den sol­len oder mobi­le Teams die Tests durch­füh­ren. Zudem muss allen Beschäf­tig­ten in den Schu­len — unbe­dingt auch in allen wei­ter­füh­ren­den Schu­len mög­lichst schnell ein Impf­an­ge­bot gemacht wer­den.“

Auch die SPD im Düs­sel­dor­fer Land­tag spricht sich dafür aus, dass ein nega­ti­ves Test­ergeb­nis nach den Oster­fe­ri­en Vor­aus­set­zung für die Teil­nah­me am Prä­senz­un­ter­richt ist. Die­sen Test soll­ten die Schü­ler aber zu Hau­se machen kön­nen, so SPD-Bil­dungs­ex­per­te Jochen Ott. In der Schu­le könn­ten sie das Test-Set dann gegen ein fri­sches und vom Land bezahl­tes ein­tau­schen. „Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die kei­nen Test durch­füh­ren wol­len, bleibt die Teil­nah­me am Distanz­un­ter­richt“, so Ott.

 

 

© 2021, AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Inhal­te sind urhe­ber­recht­lich geschützt. Wei­ter­ver­wen­dung nur mit schrift­li­cher Geneh­mi­gung der Redak­ti­on.

Am gestrigen Mittwoch hatten die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN den offenen Brief von Bürgermeister Thomas Katzer an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet veröffentlicht. Die Redaktion hatte diesen gebeten, bis zum Abend auf den Brief zu reagieren. Eine Vertreterin der Staatskanzlei meldete sich noch am Nachmittag bei der Redaktion und erklärte, dass der Ministerpräsident das Thema ernst nehme und sich die Landesregierung damit beschäftigen werde.

Ministerpräsident Armin Laschet hatte zuvor mit einer Corona-Testpflicht für Schüler in Nordrhein-Westfalen gedroht, weil immer mehr Eltern Sorge haben, dass sich ihre Kinder bei den Tests verletzen. In einer Fernsehsendung sagte er: „Jetzt werden wir überlegen müssen, müssen wir eine Testpflicht einführen? Denn es kann natürlich nicht jedes Kind für sich dann sagen, 'ich lasse mich einfach nicht testen'.“

Laschet ergänzte: „Wenn es so weiter geht, wird es eine Testpflicht geben.“ Man merke jetzt – anders als im vergangenen Jahr – dass Kinder viel stärker von Mutationen des Virus betroffen seien. „Deshalb brauchen wir da klare Regeln.“

Vonseiten der Lehrer kommen nach der Ankündigung Laschets, eine Testpflicht zu prüfen, positive Signale. Die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in NRW, Maike Finnern, erklärte: "Die hohe Quote der Testverweigerer unter den Schülerinnen und Schülern ist in der Tat ein Problem, da sie die zuverlässige Aufdeckung von unerkannten Infektionen behindert. Insofern ist eine Testpflicht für die Teilnahme am Präsenzunterricht durchaus sinnvoll.“ Allerdings gelte es zu klären, welche Konsequenzen das für den dann anzubietenden Distanzunterricht habe. „Die GEW bleibt aber bei ihrer Forderung, dass die Tests zu Hause vor dem Unterricht stattfinden sollen oder mobile Teams die Tests durchführen. Zudem muss allen Beschäftigten in den Schulen - unbedingt auch in allen weiterführenden Schulen möglichst schnell ein Impfangebot gemacht werden.“ Auch die SPD im Düsseldorfer Landtag spricht sich dafür aus, dass ein negatives Testergebnis nach den Osterferien Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht ist. Diesen Test sollten die Schüler aber zu Hause machen können, so SPD-Bildungsexperte Jochen Ott. In der Schule könnten sie das Test-Set dann gegen ein frisches und vom Land bezahltes eintauschen. „Schülerinnen und Schüler, die keinen Test durchführen wollen, bleibt die Teilnahme am Distanzunterricht“, so Ott.  
 

Schreiben Sie einen Leserbrief.

error: Der Inhalt ist geschützt!
X