Andacht zu Karsamstag: Es ist still….

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Von der Pfarrerin der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde, Johanna Krumbach.

Es ist still. Zumin­dest stil­ler als sonst. Die Kon­tak­te sind ein­ge­schränkt. Auch in den Geschäf­ten herrscht kein fröh­li­ches Trei­ben; alles geht nur mit Ter­min­ver­ga­be — viel Platz für den Ein­zel­nen. Begeg­nun­gen mit Mas­ke schaf­fen Abstand, län­ge­re Gesprä­che fin­den nicht mehr statt.

Ein Restau­rant­be­such in fröh­li­cher Run­de ist nur eine Erin­ne­rung oder ein Wunsch für die Zukunft. Die Schu­len öff­nen vor­sich­tig – Wech­sel­un­ter­richt – klei­ne Grup­pen auf Abstand, von Nor­ma­li­tät nicht zu reden.

Es ist still. Zumin­dest stil­ler als sonst. In Deutsch­land und über­all auf der Welt trau­ern Men­schen um ihre Ange­hö­ri­gen. Vie­le sind an Covid-19 gestor­ben, aber auch an ande­ren Krank­hei­ten. Jeder ein­zel­ne hin­ter­lässt eine Lücke, die nicht wie­der zu fül­len ist. Abschied tut weh – Trau­er braucht ihre Zeit.

Es ist still. Zumin­dest stil­ler als sonst. Kar­sams­tag. Der Leich­nam Jesu liegt im Fel­sen­grab. Alle Leben­dig­keit, alle Fröh­lich­keit, alle Hoff­nung auf eine bes­se­re Welt ist mit ihm begra­ben. Auch die Jün­ger hal­ten Distanz zuein­an­der. Man trifft sich höchs­tens in klei­nen Grup­pen – so wie die Frau­en, die Jesu Grab besu­chen. Gespro­chen wird wenig – es feh­len die Wor­te nach den schreck­li­chen Ereig­nis­sen an Kar­frei­tag. Sie kön­nen es noch nicht fas­sen, dass Jesus, ihr Herr, ihr Freund am Kreuz gestor­ben ist.

Es ist still – doch bei genau­em Hin­se­hen erscheint ein Hoff­nungs­schim­mer am Rand des Hori­zonts. Schon der Kar­sams­tag atmet die Hoff­nung von Oster­sonn­tag, dem Tag der Auf­er­ste­hung. Ganz zag­haft wächst die Gewiss­heit, dass sich das Leben Bahn bre­chen wird – gegen alle Erwar­tung. Jesus wird nicht in sei­nem kal­ten Fel­sen­grab blei­ben, er wird sei­nen Auf­trag been­den und an sei­ne Jün­ger und Jün­ge­rin­nen wei­ter­ge­ben.

Es ist still – doch der Hoff­nungs­schim­mer wird lang­sam hel­ler und mit ihm die Gewiss­heit, dass den Men­schen, die wir betrau­ern, neu­es Leben geschenkt wird – in Got­tes Nähe. Das macht uns ruhig und zuver­sicht­lich.

Es ist still. Aber die Hoff­nung wächst – ganz zag­haft – dass in den nächs­ten Mona­ten das Leben zurück­kehrt, ganz vor­sich­tig – Schritt für Schritt. Es wird auch über Ostern noch stil­ler sein als sonst, aber mit zuneh­men­den Imp­fun­gen wer­den die Kon­tak­te, die Besu­che, die Rei­sen, die Gesel­lig­keit zurück­keh­ren. Wir wer­den uns wie­der umar­men und uns nahe sein. Wir brau­chen noch etwas Geduld – aber am Ende wird das Leben sie­gen, so wie Jesus Chris­tus es uns ver­spro­chen hat: Ich lebe und ihr sollt auch leben! (Johan­nes 14,19)

von Pfar­re­rin Johan­na Krum­bach

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Es ist still. Zumindest stiller als sonst. Die Kontakte sind eingeschränkt. Auch in den Geschäften herrscht kein fröhliches Treiben; alles geht nur mit Terminvergabe - viel Platz für den Einzelnen. Begegnungen mit Maske schaffen Abstand, längere Gespräche finden nicht mehr statt. Ein Restaurantbesuch in fröhlicher Runde ist nur eine Erinnerung oder ein Wunsch für die Zukunft. Die Schulen öffnen vorsichtig – Wechselunterricht – kleine Gruppen auf Abstand, von Normalität nicht zu reden. Es ist still. Zumindest stiller als sonst. In Deutschland und überall auf der Welt trauern Menschen um ihre Angehörigen. Viele sind an Covid-19 gestorben, aber auch an anderen Krankheiten. Jeder einzelne hinterlässt eine Lücke, die nicht wieder zu füllen ist. Abschied tut weh – Trauer braucht ihre Zeit. Es ist still. Zumindest stiller als sonst. Karsamstag. Der Leichnam Jesu liegt im Felsengrab. Alle Lebendigkeit, alle Fröhlichkeit, alle Hoffnung auf eine bessere Welt ist mit ihm begraben. Auch die Jünger halten Distanz zueinander. Man trifft sich höchstens in kleinen Gruppen – so wie die Frauen, die Jesu Grab besuchen. Gesprochen wird wenig – es fehlen die Worte nach den schrecklichen Ereignissen an Karfreitag. Sie können es noch nicht fassen, dass Jesus, ihr Herr, ihr Freund am Kreuz gestorben ist. Es ist still – doch bei genauem Hinsehen erscheint ein Hoffnungsschimmer am Rand des Horizonts. Schon der Karsamstag atmet die Hoffnung von Ostersonntag, dem Tag der Auferstehung. Ganz zaghaft wächst die Gewissheit, dass sich das Leben Bahn brechen wird – gegen alle Erwartung. Jesus wird nicht in seinem kalten Felsengrab bleiben, er wird seinen Auftrag beenden und an seine Jünger und Jüngerinnen weitergeben. Es ist still – doch der Hoffnungsschimmer wird langsam heller und mit ihm die Gewissheit, dass den Menschen, die wir betrauern, neues Leben geschenkt wird – in Gottes Nähe. Das macht uns ruhig und zuversichtlich. Es ist still. Aber die Hoffnung wächst – ganz zaghaft – dass in den nächsten Monaten das Leben zurückkehrt, ganz vorsichtig – Schritt für Schritt. Es wird auch über Ostern noch stiller sein als sonst, aber mit zunehmenden Impfungen werden die Kontakte, die Besuche, die Reisen, die Geselligkeit zurückkehren. Wir werden uns wieder umarmen und uns nahe sein. Wir brauchen noch etwas Geduld – aber am Ende wird das Leben siegen, so wie Jesus Christus es uns versprochen hat: Ich lebe und ihr sollt auch leben! (Johannes 14,19) von Pfarrerin Johanna Krumbach

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