Quo vadis unser – mein Heimatort? Oder wohin soll das noch führen?

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Ein offener Brief vom Augustdorfer Wolfgang Huppke

Vor­be­mer­kung: Ich habe lan­ge über­legt, mich an die­ser unsäg­li­chen Dis­kus­si­on (Coro­na und auch den damit ver­bun­de­nen Tes­tun­gen) zu betei­li­gen. Auch bin ich mehr­fach gebe­ten wor­den, mich zu äußern und Stel­lung zu bezie­hen. Das, was in den letz­ten Tagen zum The­ma Tes­tun­gen in Schu­len geäu­ßert wur­de, und vor allem der „Ausch­witz Ver­gleich“ in der Bericht­erstat­tung der LZ heu­te am Frei­tag, hat mich dazu bewo­gen, mich öffent­lich dazu zu äußern.

Zunächst ein­mal Tes­tun­gen und der Ausch­witz / Lüg­de Ver­gleich Don­ners­tag vor dem Kreis­haus. 

Mir ist beim Lesen der Lan­des­zei­tung am heu­ti­gen Frei­tag das Früh­stück im Hal­se ste­cken geblie­ben. Eltern — ver­mut­lich aus dem gan­zen Kreis Lip­pe — pro­tes­tie­ren gegen die Test­pflicht an Schu­len und schie­ben den Ver­gleich der Lei­den von Ausch­witz und den Miss­brauchs­fäl­len von Lüg­de als Begrün­dung vor. Die­ser Pro­test vor dem Kreis­haus ist ein abso­lut beschä­men­der Tief­punkt in der Pan­de­mie­be­kämp­fung des Kreis Lip­pe und sei­ner Bür­ger­schaft. Wer mit dem Anhäu­fen von Kin­der­schu­hen vor dem Kreis­haus bewusst ver­sucht, eine auch nur annä­hern­de Ver­gleich­bar­keit der aktu­el­len Coro­na-Schutz­maß­nah­men an Schu­len mit dem sexu­el­len Miss­brauch an Kin­dern oder dem Holo­caust zu sug­ge­rie­ren, der miss­braucht selbst die­se Ver­bre­chen und instru­men­ta­li­siert dar­über hin­aus sei­ne eige­nen Kin­der in unglaub­li­cher Wei­se. Der Ver­gleich ent­behrt jeg­li­cher Ver­hält­nis­mä­ßig­keit. Ich hof­fe nur, dass die Ver­ant­wort­li­chen, die dazu auf­ge­ru­fen haben, bald fest­ge­stellt wer­den und dass die­ses Han­deln Kon­se­quen­zen hat.

Das, was dort ges­tern gemacht wur­de, trägt nicht zu einer Beschwich­ti­gung und gegen­sei­ti­gem Ver­ständ­nis bei, son­dern — wie man nun hun­dert­fach mit Kom­men­ta­ren im Netz bele­gen kann — viel­mehr zur Ver­schär­fung des Kon­flik­tes. So etwas treibt eine gesell­schaft­li­che Spal­tung lei­der vor­an.

Aber nun zu Augs­ut­dorf

August­dorf Anno 2020 – 2021 und was ist aus dir gewor­den?

Betrach­tet man die zurück­lie­gen­den Jah­re, so hat sich unser aller Dorf doch präch­tig ent­wi­ckelt. Aus dem einst ca. 6600 Men­schen zäh­len­den Dorf ist — unter ande­rem auch durch die Zuwan­de­rung — eine Gemein­de mit rund 10.000 Men­schen gewor­den. Dazu noch aktu­ell die wohl jüngs­te Gemein­de in NRW. Das Mit­ein­an­der durf­te man wohl als freund­lich bezeich­nen, erfährt aber nun gewis­se Ein­trü­bun­gen. Natür­lich gab und gibt es in eini­gen Berei­chen, ich möch­te ein­mal sagen, klei­ne­re Unstim­mig­kei­ten, die zu viel­leicht Neid oder Unver­ständ­nis bei dem ein oder ande­ren geführt haben. Sei es drum, das gibt es über­all. Aber auch hier gibt es noch eini­gen Ver­bes­se­rungs­be­darf, um das Mit­ein­an­der der Alt­ein­ge­ses­se­nen und der Neu dazu­ge­kom­me­nen Bür­ger zu fes­ti­gen. Eini­ge Bei­spie­le erlau­be ich mir auch anzu­füh­ren.

Mehr Enga­ge­ment in der Feu­er­wehr wäre wün­schens­wert, zumin­dest der Ver­such sich in eini­ge Ver­ei­ne ver­mehrt ein­zu­brin­gen, was z.B. im sport­li­chen Bereich Vol­ley­ball – Hand­ball – Fuß­ball bereits gelun­gen ist. Das wür­de das Mit­ein­an­der und das gegen­sei­ti­ge Ver­ständ­nis fes­ti­gen.  Das gilt glei­cher­ma­ßen in bei­de Rich­tun­gen. Schön ist es auch mit­zu­er­le­ben, wie gera­de jun­ge Fami­li­en mit ihren Kin­dern durch Kin­der­gär­ten und Schu­len zuein­an­der gefun­den haben bzw. fin­den und dadurch vie­le neue Freund­schaf­ten ent­stan­den sind.

Neue Genera­tio­nen wach­sen fort­lau­fend her­an und wer­den die Zukunft die­ses Dor­fes prä­gen.

Und nun das! Da taucht plötz­lich ein Virus auf und unser Dorf gerät zuneh­mend aus den Fugen. Ich möch­te fest­stel­len: es spal­tet sich bedingt durch Coro­na und die damit ver­bun­de­nen Hygie­ne­maß­nah­men in der Wahr­neh­mung immer mehr. Die Nach­rich­ten in den Medi­en und die anfangs „unbe­kann­te Coro­na“ beschäf­tig­ten uns in den ers­ten Wochen 2020 über­wie­gend in den Fami­li­en. Berich­te von 30 Toten Bun­des­weit durch Coro­na lie­ßen uns auf­schre­cken, und was ist, wenn es erst 200 Tote in der Woche sind? So frag­te man sich.

Grün­de und Ursa­chen wur­den ana­ly­siert und medi­al ver­brei­tet. Ängs­te, wer könn­te der Nächs­te sein, der ange­steckt wird und das Virus ver­brei­tet, waren und sind all­ge­gen­wär­tig.   Ich erin­ne­re mich an die Zahl 6 in der Tages­zei­tung.

Ja, 6 August­dor­fer sind bereits posi­tiv getes­tet, las ich damals. Das ließ auf­hor­chen, und heu­te hat­ten wir bereits in Spit­zen­zei­ten weit über 100 posi­tiv getes­te­te Mit­bür­ger am Stück und aktu­ell lei­der auch Coro­na beding­te 11 Tote im Dorf. Kopf­schüt­teln und vie­le Fra­gen, die damit ein­her­ge­hen.

Schnell wur­de klar wie Coro­na über­tra­gen wird. Die „AHA For­mel“ war ein ers­ter wich­ti­ger Bau­stein und damit ver­bun­den u.a. auch der Schritt, sich nur noch mit begrenz­ter Per­so­nen­zahl zu tref­fen. Tref­fen im Pri­va­ten soll­ten nach Mög­lich­keit ganz unter­blei­ben usw. Sie alle wis­sen dar­um, und ich ver­zich­te hier ins Detail zu gehen.

Nur lei­der klapp­te das nicht über­all in Deutsch­land, und auch ganz spe­zi­ell in August­dorf gab und gibt es zum The­ma der Umset­zung von Schutz­maß­nah­men in der Pan­de­mie erheb­li­che Pro­ble­me, die unser Dorf lei­der ent­zwei­en. Die Mit­men­schen im Dorf beob­ach­te­ten sehr wohl, wer sich wo getrof­fen hat.  Ruck zuck ver­brei­te­te sich im Inter­net und auf der Stra­ße die Kun­de, dass es sich über­wie­gend um Tref­fen im Kreis grö­ße­rer Fami­li­en han­delt.

Wor­an liegt das? Wer im Inter­net Face­book und der dort gebil­de­ten Grup­pen oder die August­dor­fer Nach­rich­ten ver­folgt, kann teil­wei­se nur noch mit dem Kopf schüt­teln und hin­ter­fra­gen, wie tief wir gesun­ken sind. Die per­sön­li­chen Angrif­fe eini­ger Nut­zer gehen unter die Gür­tel­li­nie, und ande­re wie­der­um ana­ly­sie­ren die Situa­ti­on ziel­füh­rend. Unter dem Strich ein Durch­ein­an­der eini­ger weni­ger, die aber pola­ri­sie­ren.

Aber hin­ter­fra­gen wir doch ein­mal die Situa­ti­on.

Wie zuvor geschrie­ben, haben Viro­lo­gen, Ärz­te, Wis­sen­schaft­ler und natür­lich die Men­schen, wel­che letzt­end­lich zu ent­schei­den haben, wohl nach bes­ten Wis­sen und Kön­nen Maß­nah­men zur Ein­däm­mung der Pan­de­mie getrof­fen und erlas­sen. Ziel war und ist es, uns (ca. 88 Mil­lio­nen Bun­des­bür­ger) mit dem gerings­ten Scha­den aus der Pan­de­mie zu füh­ren.

Dass nicht jeder Bun­des­bür­ger mit den Ent­schei­dun­gen ein­ver­stan­den ist und auch hier und da sach­li­che Kri­tik üben darf, steht außer Fra­ge, und das soll auch so sein. Nur habe ich wenig Ver­ständ­nis dafür, dass es Mit­men­schen gibt, die stän­dig das Coro­na-Virus leug­nen und die durch den Gesetz­ge­ber fest­ge­leg­ten Schutz­maß­nah­men, wel­che zum Woh­le aller gerei­chen, igno­rie­ren bzw. gänz­lich in Fra­ge stel­len. Wo ist bei solch einem Han­deln die gegen­sei­ti­ge Rück­sicht­nah­me und die sozia­le Ver­ant­wor­tung geblie­ben?

Coro­na ist kei­ne Grip­pe und der Ver­gleich mit den Todes­zah­len hinkt gewal­tig, und es ver­bie­tet sich, bei einer Pan­de­mie sol­che Ver­glei­che her­an­zu­zie­hen. Jeder noch so alte und mit Vor­er­kran­kun­gen unter den zusätz­li­chen Fol­gen einer Coro­na Infek­ti­on Gestor­be­ne, ist ein viel zu früh Gestor­be­ner. Jeder Bür­ger, der die Krank­heits­sym­pto­me igno­riert und ande­re mög­li­cher­wei­se infi­ziert und damit eine Ket­te von viel­leicht 2–3 oder 10 Men­schen mit oder ohne zunächst erkenn­ba­re Sym­pto­me in Gang setzt, macht sich wohl­mög­lich mit­schul­dig evtl. Leid über ande­re gebracht zu haben. Es ist auch nicht von der Hand zu wei­sen, dass wir auf den Inten­siv­sta­tio­nen viel weni­ger Men­schen in Beatmung haben könn­ten, kämen die Men­schen mit Sym­pto­men recht­zei­tig zum Arzt. Die Medi­zin hat hier in einem Jahr Coro­na erheb­lich dazu­ge­lernt.

Und somit nahm vie­les im Dorf sei­nen Anfang. Wenn Tref­fen im Pri­va­ten nur mit einer – ich beto­ne einer — wei­te­ren Per­son statt­fin­den sol­len, und das im gro­ßen Stil igno­riert wird, so muss man sich nicht über die jetzt ein­ge­tre­te­ne Dis­kus­si­on wun­dern. Mitt­ler­wei­le wird nicht mehr hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand dar­über getu­schelt, son­dern — wie eben schon beschrie­ben — offen im Inter­net Kri­tik geübt. So darf es nicht wei­ter­ge­hen!!!!

Das The­ma Prä­senz­got­tes­diens­te oder vir­tu­el­le Got­tes­diens­te und die damit ver­bun­de­nen Auf­re­gun­gen gehen in die glei­che Rich­tung. Hier hat nun wohl ein Umden­ken ein­ge­setzt und die gesetz­li­chen Vor­ga­ben, wel­che auch durch die Ord­nungs­be­hör­de wie zuvor auch kon­trol­liert wer­den, grei­fen und tref­fen auf Ver­ständ­nis.

Nun zur aktu­el­len Situa­ti­on der Tes­tun­gen in den Schu­len. Ich beken­ne mich gleich vor­ab als Für­spre­cher der Tes­tun­gen. Wie sehr vie­le ande­re Men­schen im Dorf auch, kann ich die ange­führ­ten Grün­de für Ableh­nung der Tes­tun­gen für Kin­der oder gar als Erwach­se­ne am Arbeits­platz wenig, wenn über­haupt nicht nach­voll­zie­hen.

Wenn hier Eltern die Begrif­fe – Kör­per­ver­let­zung – Stig­ma­ti­sie­rung – Aus­gren­zung in der Klas­se usw. in Bezug auf die Tes­tun­gen bei den Kin­dern anfüh­ren, so habe ich dafür kein Ver­ständ­nis. Wer­den die Kin­der hier nicht für ande­re Zwe­cke vor­ge­scho­ben?

Jeder dürf­te mitt­ler­wei­le aus den Medi­en zur Kennt­nis genom­men haben, dass gera­de unse­re Kin­der in der 3. Wel­le nicht uner­heb­lich gefähr­det sind. Sei es durch die Anste­ckung selbst oder als Über­trä­ger. Zudem sind es mitt­ler­wei­le die Men­schen um die 50 Jah­re, die nun auf den Inten­siv­sta­tio­nen die Bet­ten bele­gen und auch beatmet wer­den und lei­der in gro­ßer Zahl verster­ben (auch weil sie oft­mals zu spät zum Arzt gehen !!!)

Kin­der nicht tes­ten zu las­sen bedeu­tet aber auch, ihnen durch das Eltern­haus den Zugang zu den Lern­mög­lich­kei­ten in der Schu­le sowie die sozia­len Kon­tak­te mit den Mit­schü­lern zu neh­men. Kei­ne Tes­tung – kein Prä­senz­un­ter­richt – ein­ge­schränk­tes Ler­nen zuhau­se.

War­um hört man nicht auf die vie­len Leh­rer, Ärz­te und ande­ren in der Sache kun­di­gen Men­schen, die Emp­feh­lun­gen aus­spre­chen und zur Tes­tung auf­ru­fen?

Ich tei­le somit die Sor­ge der Eltern und Leh­rer, Kin­der ohne Tes­tun­gen nicht zum Unter­richt zuzu­las­sen, weil von ihnen unter Umstän­den eine Gefahr der Über­tra­gung und Anste­ckung viel­fach grö­ßer ist als bei regel­mä­ßi­gen Tes­tun­gen in den Klas­sen.

Ein klei­nes Bei­spiel: Enkel­kin­der im Kin­der­gar­ten — es ist Mon­tag­mor­gen gegen 09:00 Uhr – Tele­fon bei der Mut­ter – „Wir hat­ten letz­te Woche Frei­tag ein Kind mit posi­ti­ven Coro­na Test. Bit­te sofort das Kind abho­len, die Grup­pe geht geschlos­sen 14 Tage in Qua­ran­tä­ne.“ Da es sich um die bri­ti­sche Vari­an­te han­del­te, waren zwei Test­rei­hen danach ange­zeigt, Enkel­kind durf­te 14 Tage kei­nen Spiel­ka­me­ra­den emp­fan­gen und der Besuch der Groß­el­tern war mit einer Per­son nur in der Not­be­treu­ung mög­lich. Für die Fami­lie stan­den meh­re­re Tes­tun­gen an, wel­che sie ger­ne zur Sicher­heit der Fami­lie und ihrer Mit­men­schen gemacht haben. Für die direk­te Fami­lie trotz Berufs­le­ben sicher­lich anstren­gen­de 14 Tage.

Danach wie­der Kin­der­gar­ten. Und wie ist der ers­te Tag danach im Kin­der­gar­ten gelau­fen?

Die Kin­der 5–6 Jah­re haben sich gefreut wie­der zusam­men zu sein. Kein Hän­seln oder Ähn­li­ches. Und genau­so oder ähn­lich wird es in der Schu­le ablau­fen. Die Sor­ge der Test­ver­wei­ge­rer, dass ihr Kind unter Umstän­den einen posi­ti­ven Schnell­test hat und vor der gan­zen Klas­se ange­pran­gert wird, las­se ich nicht gel­ten. Die Kin­der brin­gen unheim­lich viel Ver­ständ­nis für­ein­an­der auf. Unter­schät­zen Sie dies­be­züg­lich die Kin­der nicht.

Außer­dem wer­den die Kids über Han­dy und Inter­net in Ver­bin­dung blei­ben. Wir soll­ten nicht unter­schät­zen wie gut unse­re Kin­der mit der Coro­na Situa­ti­on umge­hen kön­nen.

Zumin­dest erle­be ich es in der eige­nen Fami­lie und Bekann­ten­kreis so. Sie sind wir mit unse­ren Sor­gen und not­wen­di­gen Erklä­run­gen und Wahr­neh­mun­gen im öffent­li­chen Leben ein Jahr gewach­sen und haben ein Stück Lebens­er­fah­rung dies­be­züg­lich mit­ge­nom­men.

Und zum The­ma Tes­ten eine klei­ne Emp­feh­lung mei­ner­seits, die Ihnen viel­leicht etwas wei­ter­hel­fen kann, falls Sie nicht schon selbst auf die Idee gekom­men sind.

Aktu­ell reden wir über die Stäb­chen­tes­tung und 1,5 cm in die Nase ein­füh­ren.

Set­zen Sie sich doch ein­fach mit dem Kind an einen Tisch und geben dem Kind ein Q‑Tipp in die Hand (zwi­schen Zei­ge­fin­ger und Dau­men bis das Ende der Wat­tie­rung ca. 1,5 cm erreicht ist) ver­bun­den mit der Bit­te ganz vor­sich­tig das Stäb­chen bis der Dau­men am Nasen­loch anstößt ein­zu­füh­ren. Und ich bin über­zeugt, dass es sofort oder nach zwei- drei Ver­su­chen klappt. Dann kön­nen Sie Ihr Kind beru­higt in die Schu­le schi­cken.

So ein­fach kann der Weg auch zu sozia­lem Frie­den im Dorf sein.

Die Fra­ge, die sich mir stellt, wie argu­men­tie­ren Sie, wenn der Spuck­test da ist? Zumin­dest darf das Argu­ment der angeb­lich oft zitier­ten her­bei­ge­führ­ten Kör­per­ver­let­zung wohl gestri­chen sein!

Auch beim Stäb­chen­test ver­mag ich nicht den Tat­be­stand eines Ein­griff in die kör­per­li­che Unver­sehrt­heit in Form von Miss­hand­lung oder Gesund­heits­schä­di­gung wahr­zu­neh­men.

Ganz im Gegen­teil – hier wird bei der Fest­stel­lung eines posi­ti­ven Tes­tes Scha­den abge­wen­det, bei der Per­son selbst und bei Drit­ten.

Wie ver­hal­ten sich nun die Erwach­se­nen am Arbeits­platz, wenn der Arbeit­ge­ber den Schnell­test anbie­tet und wie bereits jetzt teil­wei­se zu ver­neh­men ist, sich Erwach­se­ne wei­gern sich 2 x die Woche selbst zu tes­ten. Wel­ches Kon­flikt­po­ten­zi­al baut sich da auf, wenn mein Nach­bar im glei­chen Betrieb nur zwei Meter von mei­nem Arbeits­platz sich wei­gert, und ich selbst mich tes­ten las­se? Übri­gens geht es hier auch so ganz neben­bei bemerkt um den Schutz der Mit­ar­bei­ter und die Ver­hin­de­rung von Betriebs­schlie­ßun­gen auf­grund eines Coro­na Aus­bruchs.

 Con­si­li­um ini­re — einen Plan fas­sen, wie es im Dorf ver­nünf­tig wei­ter­ge­hen kann, ist ange­sagt

Aus mei­ner Sicht kann es nur bes­ser wer­den, wenn sich die gro­ße Mehr­heit an die gesetz­li­chen Vor­ga­ben hält und mit­trägt.

Wir müs­sen die Zah­len wei­ter nach unten drü­cken und dür­fen bit­te nicht auf dem Rücken unse­rer Kin­der durch den Glau­ben und / oder ande­rer Mei­nungs­bil­dung geprägt, die­se unse­re Gemein­de spal­ten. Ich habe vie­le Mona­te in meh­re­ren Län­dern auf dem Bal­kan ver­bracht und gelernt, was es bedeu­ten kann, wenn Men­schen über Jahr­zehn­te hin­weg, ich sage es mal vor­sich­tig – unzu­frie­den neben­ein­an­der und durch Miss­trau­en geprägt leben.

Wir sind eine Gemein­de, und so soll­te es auch in Zukunft sein. Viel­leicht heilt die Zeit die jetzt ent­stan­de­nen Wun­den?

Ich möch­te alle dazu auf­ru­fen, sich an die Hygie­ne­re­geln und gesetz­li­chen Bestim­mun­gen zu hal­ten. Unser Gesund­heits­we­sen ist wie­der ein­mal an der Belas­tungs­gren­ze ange­langt. Das Pfle­ge­per­so­nal und Ärz­te, die um jedes unse­rer Leben kämp­fen, haben es mehr als ver­dient, dass wir mit gutem Bei­spiel han­deln und sie schnell ent­las­ten.

Blei­ben Sie gesund!!!

© 2021, AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Inhal­te sind urhe­ber­recht­lich geschützt. Wei­ter­ver­wen­dung nur mit schrift­li­cher Geneh­mi­gung der Redak­ti­on.

Vorbemerkung: Ich habe lange überlegt, mich an dieser unsäglichen Diskussion (Corona und auch den damit verbundenen Testungen) zu beteiligen. Auch bin ich mehrfach gebeten worden, mich zu äußern und Stellung zu beziehen. Das, was in den letzten Tagen zum Thema Testungen in Schulen geäußert wurde, und vor allem der „Auschwitz Vergleich“ in der Berichterstattung der LZ heute am Freitag, hat mich dazu bewogen, mich öffentlich dazu zu äußern. Zunächst einmal Testungen und der Auschwitz / Lügde Vergleich Donnerstag vor dem Kreishaus.  Mir ist beim Lesen der Landeszeitung am heutigen Freitag das Frühstück im Halse stecken geblieben. Eltern - vermutlich aus dem ganzen Kreis Lippe - protestieren gegen die Testpflicht an Schulen und schieben den Vergleich der Leiden von Auschwitz und den Missbrauchsfällen von Lügde als Begründung vor. Dieser Protest vor dem Kreishaus ist ein absolut beschämender Tiefpunkt in der Pandemiebekämpfung des Kreis Lippe und seiner Bürgerschaft. Wer mit dem Anhäufen von Kinderschuhen vor dem Kreishaus bewusst versucht, eine auch nur annähernde Vergleichbarkeit der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen an Schulen mit dem sexuellen Missbrauch an Kindern oder dem Holocaust zu suggerieren, der missbraucht selbst diese Verbrechen und instrumentalisiert darüber hinaus seine eigenen Kinder in unglaublicher Weise. Der Vergleich entbehrt jeglicher Verhältnismäßigkeit. Ich hoffe nur, dass die Verantwortlichen, die dazu aufgerufen haben, bald festgestellt werden und dass dieses Handeln Konsequenzen hat. Das, was dort gestern gemacht wurde, trägt nicht zu einer Beschwichtigung und gegenseitigem Verständnis bei, sondern - wie man nun hundertfach mit Kommentaren im Netz belegen kann - vielmehr zur Verschärfung des Konfliktes. So etwas treibt eine gesellschaftliche Spaltung leider voran. Aber nun zu Augsutdorf Augustdorf Anno 2020 – 2021 und was ist aus dir geworden? Betrachtet man die zurückliegenden Jahre, so hat sich unser aller Dorf doch prächtig entwickelt. Aus dem einst ca. 6600 Menschen zählenden Dorf ist - unter anderem auch durch die Zuwanderung - eine Gemeinde mit rund 10.000 Menschen geworden. Dazu noch aktuell die wohl jüngste Gemeinde in NRW. Das Miteinander durfte man wohl als freundlich bezeichnen, erfährt aber nun gewisse Eintrübungen. Natürlich gab und gibt es in einigen Bereichen, ich möchte einmal sagen, kleinere Unstimmigkeiten, die zu vielleicht Neid oder Unverständnis bei dem ein oder anderen geführt haben. Sei es drum, das gibt es überall. Aber auch hier gibt es noch einigen Verbesserungsbedarf, um das Miteinander der Alteingesessenen und der Neu dazugekommenen Bürger zu festigen. Einige Beispiele erlaube ich mir auch anzuführen. Mehr Engagement in der Feuerwehr wäre wünschenswert, zumindest der Versuch sich in einige Vereine vermehrt einzubringen, was z.B. im sportlichen Bereich Volleyball – Handball – Fußball bereits gelungen ist. Das würde das Miteinander und das gegenseitige Verständnis festigen.  Das gilt gleichermaßen in beide Richtungen. Schön ist es auch mitzuerleben, wie gerade junge Familien mit ihren Kindern durch Kindergärten und Schulen zueinander gefunden haben bzw. finden und dadurch viele neue Freundschaften entstanden sind. Neue Generationen wachsen fortlaufend heran und werden die Zukunft dieses Dorfes prägen. Und nun das! Da taucht plötzlich ein Virus auf und unser Dorf gerät zunehmend aus den Fugen. Ich möchte feststellen: es spaltet sich bedingt durch Corona und die damit verbundenen Hygienemaßnahmen in der Wahrnehmung immer mehr. Die Nachrichten in den Medien und die anfangs „unbekannte Corona“ beschäftigten uns in den ersten Wochen 2020 überwiegend in den Familien. Berichte von 30 Toten Bundesweit durch Corona ließen uns aufschrecken, und was ist, wenn es erst 200 Tote in der Woche sind? So fragte man sich. Gründe und Ursachen wurden analysiert und medial verbreitet. Ängste, wer könnte der Nächste sein, der angesteckt wird und das Virus verbreitet, waren und sind allgegenwärtig.   Ich erinnere mich an die Zahl 6 in der Tageszeitung. Ja, 6 Augustdorfer sind bereits positiv getestet, las ich damals. Das ließ aufhorchen, und heute hatten wir bereits in Spitzenzeiten weit über 100 positiv getestete Mitbürger am Stück und aktuell leider auch Corona bedingte 11 Tote im Dorf. Kopfschütteln und viele Fragen, die damit einhergehen. Schnell wurde klar wie Corona übertragen wird. Die „AHA Formel“ war ein erster wichtiger Baustein und damit verbunden u.a. auch der Schritt, sich nur noch mit begrenzter Personenzahl zu treffen. Treffen im Privaten sollten nach Möglichkeit ganz unterbleiben usw. Sie alle wissen darum, und ich verzichte hier ins Detail zu gehen. Nur leider klappte das nicht überall in Deutschland, und auch ganz speziell in Augustdorf gab und gibt es zum Thema der Umsetzung von Schutzmaßnahmen in der Pandemie erhebliche Probleme, die unser Dorf leider entzweien. Die Mitmenschen im Dorf beobachteten sehr wohl, wer sich wo getroffen hat.  Ruck zuck verbreitete sich im Internet und auf der Straße die Kunde, dass es sich überwiegend um Treffen im Kreis größerer Familien handelt. Woran liegt das? Wer im Internet Facebook und der dort gebildeten Gruppen oder die Augustdorfer Nachrichten verfolgt, kann teilweise nur noch mit dem Kopf schütteln und hinterfragen, wie tief wir gesunken sind. Die persönlichen Angriffe einiger Nutzer gehen unter die Gürtellinie, und andere wiederum analysieren die Situation zielführend. Unter dem Strich ein Durcheinander einiger weniger, die aber polarisieren. Aber hinterfragen wir doch einmal die Situation. Wie zuvor geschrieben, haben Virologen, Ärzte, Wissenschaftler und natürlich die Menschen, welche letztendlich zu entscheiden haben, wohl nach besten Wissen und Können Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie getroffen und erlassen. Ziel war und ist es, uns (ca. 88 Millionen Bundesbürger) mit dem geringsten Schaden aus der Pandemie zu führen. Dass nicht jeder Bundesbürger mit den Entscheidungen einverstanden ist und auch hier und da sachliche Kritik üben darf, steht außer Frage, und das soll auch so sein. Nur habe ich wenig Verständnis dafür, dass es Mitmenschen gibt, die ständig das Corona-Virus leugnen und die durch den Gesetzgeber festgelegten Schutzmaßnahmen, welche zum Wohle aller gereichen, ignorieren bzw. gänzlich in Frage stellen. Wo ist bei solch einem Handeln die gegenseitige Rücksichtnahme und die soziale Verantwortung geblieben? Corona ist keine Grippe und der Vergleich mit den Todeszahlen hinkt gewaltig, und es verbietet sich, bei einer Pandemie solche Vergleiche heranzuziehen. Jeder noch so alte und mit Vorerkrankungen unter den zusätzlichen Folgen einer Corona Infektion Gestorbene, ist ein viel zu früh Gestorbener. Jeder Bürger, der die Krankheitssymptome ignoriert und andere möglicherweise infiziert und damit eine Kette von vielleicht 2-3 oder 10 Menschen mit oder ohne zunächst erkennbare Symptome in Gang setzt, macht sich wohlmöglich mitschuldig evtl. Leid über andere gebracht zu haben. Es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass wir auf den Intensivstationen viel weniger Menschen in Beatmung haben könnten, kämen die Menschen mit Symptomen rechtzeitig zum Arzt. Die Medizin hat hier in einem Jahr Corona erheblich dazugelernt. Und somit nahm vieles im Dorf seinen Anfang. Wenn Treffen im Privaten nur mit einer – ich betone einer - weiteren Person stattfinden sollen, und das im großen Stil ignoriert wird, so muss man sich nicht über die jetzt eingetretene Diskussion wundern. Mittlerweile wird nicht mehr hinter vorgehaltener Hand darüber getuschelt, sondern - wie eben schon beschrieben - offen im Internet Kritik geübt. So darf es nicht weitergehen!!!! Das Thema Präsenzgottesdienste oder virtuelle Gottesdienste und die damit verbundenen Aufregungen gehen in die gleiche Richtung. Hier hat nun wohl ein Umdenken eingesetzt und die gesetzlichen Vorgaben, welche auch durch die Ordnungsbehörde wie zuvor auch kontrolliert werden, greifen und treffen auf Verständnis. Nun zur aktuellen Situation der Testungen in den Schulen. Ich bekenne mich gleich vorab als Fürsprecher der Testungen. Wie sehr viele andere Menschen im Dorf auch, kann ich die angeführten Gründe für Ablehnung der Testungen für Kinder oder gar als Erwachsene am Arbeitsplatz wenig, wenn überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn hier Eltern die Begriffe – Körperverletzung – Stigmatisierung – Ausgrenzung in der Klasse usw. in Bezug auf die Testungen bei den Kindern anführen, so habe ich dafür kein Verständnis. Werden die Kinder hier nicht für andere Zwecke vorgeschoben? Jeder dürfte mittlerweile aus den Medien zur Kenntnis genommen haben, dass gerade unsere Kinder in der 3. Welle nicht unerheblich gefährdet sind. Sei es durch die Ansteckung selbst oder als Überträger. Zudem sind es mittlerweile die Menschen um die 50 Jahre, die nun auf den Intensivstationen die Betten belegen und auch beatmet werden und leider in großer Zahl versterben (auch weil sie oftmals zu spät zum Arzt gehen !!!) Kinder nicht testen zu lassen bedeutet aber auch, ihnen durch das Elternhaus den Zugang zu den Lernmöglichkeiten in der Schule sowie die sozialen Kontakte mit den Mitschülern zu nehmen. Keine Testung – kein Präsenzunterricht – eingeschränktes Lernen zuhause. Warum hört man nicht auf die vielen Lehrer, Ärzte und anderen in der Sache kundigen Menschen, die Empfehlungen aussprechen und zur Testung aufrufen? Ich teile somit die Sorge der Eltern und Lehrer, Kinder ohne Testungen nicht zum Unterricht zuzulassen, weil von ihnen unter Umständen eine Gefahr der Übertragung und Ansteckung vielfach größer ist als bei regelmäßigen Testungen in den Klassen. Ein kleines Beispiel: Enkelkinder im Kindergarten - es ist Montagmorgen gegen 09:00 Uhr – Telefon bei der Mutter – „Wir hatten letzte Woche Freitag ein Kind mit positiven Corona Test. Bitte sofort das Kind abholen, die Gruppe geht geschlossen 14 Tage in Quarantäne.“ Da es sich um die britische Variante handelte, waren zwei Testreihen danach angezeigt, Enkelkind durfte 14 Tage keinen Spielkameraden empfangen und der Besuch der Großeltern war mit einer Person nur in der Notbetreuung möglich. Für die Familie standen mehrere Testungen an, welche sie gerne zur Sicherheit der Familie und ihrer Mitmenschen gemacht haben. Für die direkte Familie trotz Berufsleben sicherlich anstrengende 14 Tage. Danach wieder Kindergarten. Und wie ist der erste Tag danach im Kindergarten gelaufen? Die Kinder 5-6 Jahre haben sich gefreut wieder zusammen zu sein. Kein Hänseln oder Ähnliches. Und genauso oder ähnlich wird es in der Schule ablaufen. Die Sorge der Testverweigerer, dass ihr Kind unter Umständen einen positiven Schnelltest hat und vor der ganzen Klasse angeprangert wird, lasse ich nicht gelten. Die Kinder bringen unheimlich viel Verständnis füreinander auf. Unterschätzen Sie diesbezüglich die Kinder nicht. Außerdem werden die Kids über Handy und Internet in Verbindung bleiben. Wir sollten nicht unterschätzen wie gut unsere Kinder mit der Corona Situation umgehen können. Zumindest erlebe ich es in der eigenen Familie und Bekanntenkreis so. Sie sind wir mit unseren Sorgen und notwendigen Erklärungen und Wahrnehmungen im öffentlichen Leben ein Jahr gewachsen und haben ein Stück Lebenserfahrung diesbezüglich mitgenommen. Und zum Thema Testen eine kleine Empfehlung meinerseits, die Ihnen vielleicht etwas weiterhelfen kann, falls Sie nicht schon selbst auf die Idee gekommen sind. Aktuell reden wir über die Stäbchentestung und 1,5 cm in die Nase einführen. Setzen Sie sich doch einfach mit dem Kind an einen Tisch und geben dem Kind ein Q-Tipp in die Hand (zwischen Zeigefinger und Daumen bis das Ende der Wattierung ca. 1,5 cm erreicht ist) verbunden mit der Bitte ganz vorsichtig das Stäbchen bis der Daumen am Nasenloch anstößt einzuführen. Und ich bin überzeugt, dass es sofort oder nach zwei- drei Versuchen klappt. Dann können Sie Ihr Kind beruhigt in die Schule schicken. So einfach kann der Weg auch zu sozialem Frieden im Dorf sein. Die Frage, die sich mir stellt, wie argumentieren Sie, wenn der Spucktest da ist? Zumindest darf das Argument der angeblich oft zitierten herbeigeführten Körperverletzung wohl gestrichen sein! Auch beim Stäbchentest vermag ich nicht den Tatbestand eines Eingriff in die körperliche Unversehrtheit in Form von Misshandlung oder Gesundheitsschädigung wahrzunehmen. Ganz im Gegenteil – hier wird bei der Feststellung eines positiven Testes Schaden abgewendet, bei der Person selbst und bei Dritten. Wie verhalten sich nun die Erwachsenen am Arbeitsplatz, wenn der Arbeitgeber den Schnelltest anbietet und wie bereits jetzt teilweise zu vernehmen ist, sich Erwachsene weigern sich 2 x die Woche selbst zu testen. Welches Konfliktpotenzial baut sich da auf, wenn mein Nachbar im gleichen Betrieb nur zwei Meter von meinem Arbeitsplatz sich weigert, und ich selbst mich testen lasse? Übrigens geht es hier auch so ganz nebenbei bemerkt um den Schutz der Mitarbeiter und die Verhinderung von Betriebsschließungen aufgrund eines Corona Ausbruchs.  Consilium inire - einen Plan fassen, wie es im Dorf vernünftig weitergehen kann, ist angesagt Aus meiner Sicht kann es nur besser werden, wenn sich die große Mehrheit an die gesetzlichen Vorgaben hält und mitträgt. Wir müssen die Zahlen weiter nach unten drücken und dürfen bitte nicht auf dem Rücken unserer Kinder durch den Glauben und / oder anderer Meinungsbildung geprägt, diese unsere Gemeinde spalten. Ich habe viele Monate in mehreren Ländern auf dem Balkan verbracht und gelernt, was es bedeuten kann, wenn Menschen über Jahrzehnte hinweg, ich sage es mal vorsichtig – unzufrieden nebeneinander und durch Misstrauen geprägt leben. Wir sind eine Gemeinde, und so sollte es auch in Zukunft sein. Vielleicht heilt die Zeit die jetzt entstandenen Wunden? Ich möchte alle dazu aufrufen, sich an die Hygieneregeln und gesetzlichen Bestimmungen zu halten. Unser Gesundheitswesen ist wieder einmal an der Belastungsgrenze angelangt. Das Pflegepersonal und Ärzte, die um jedes unserer Leben kämpfen, haben es mehr als verdient, dass wir mit gutem Beispiel handeln und sie schnell entlasten. Bleiben Sie gesund!!!

Leserbriefe zu “Quo vadis unser – mein Heimatort? Oder wohin soll das noch führen?

Leserbriefe geben die Ansicht der Einsender wieder, die mit der Meinung der Redaktion nicht übereinstimmen muss.


  1. Und noch­mal an Diet­her Wege­ner : Ich hät­te erwar­tet , dass ein so pro­fun­der Mann mit all­seits aner­kann­ter wei­ser Spi­ri­tua­li­tät sich längst prak­tisch und enga­giert in die­se Not­la­ge ein­ge­bracht hät­te , und nicht erst , wenn ver­zwei­fel­te Men­schen sich nicht mehr anders zu hel­fen wis­sen , als „bis­sig” sich zu ver­tei­di­gen gegen Ver­nied­li­chung , Aus­sit­zen und freund­lich ver­ständ­nis­vol­le Appel­le, die an denen unge­hört abpral­len, die ‑wie Klaus Mai rich­tig sagt, die Ent­wick­lung der Gesell­schaft um eini­ge 100 Jah­re nicht sehen wol­len. Per­so­nen mit so gutem Ruf, die was zu sagen haben und was bewir­ken könn­ten jetzt , sind gefragt , Herr Wege­ner !!!

  2. Lie­ber Diet­her Wege­ner, wenn Volks­ver­het­zung im Rau­me steht , ist Kon­se­quenz gefragt !!! Und es ist legi­tim mit Ent­set­zen und Abscheu dar­auf zu reagie­ren . Wir ste­hen mit dem Rücken zur Wand und wer­den von Tätern bedroht an Leib und Leben , und das wird man wohl noch sagen dür­fen, und man wird sich dage­gen wehen dür­fen, oder ???
    Ganz selbst­ver­ständ­lich ist es aller­höchs­te Zeit für einen RUNDEN TISCH, und unser Bür­ger­meis­ter hat schon beklagt, dass er gesprächs­be­reit ist, aber nie­mand hat das Gespräch mit ihm gesucht !!! Er hat doch unmiss­ver­ständ­lich zum Gespräch ein­ge­la­den, aber statt­des­sen wur­de vor dem Rat­haus erst­mal demons­triert, ganz zu schwei­gen von den unge­heu­er­li­chen Ereig­nis­sen vor dem Kreis­haus. Geset­ze und Vor­schrif­ten und ver­bind­li­che Regeln sind ein­ge­rich­tet zum Wohl aller, und wer sich ver­bohrt dumm dage­gen wen­det und signa­li­siert, sich kei­nes­falls dar­an zu hal­ten, der ver­wirkt Ver­ständ­nis, Höf­lich­keit und abwar­ten­de Zuwen­dung. Wer die Gren­zen des Erträg­li­chen so mas­siv über­schrei­tet, muss in die Gren­zen gewie­sen wer­den .….kon­se­quent !!! Wir sind in einer Not­wehr­si­tua­ti­on !!!! Es geht um Leben oder Krank­heit und Tod. Und eine freund­li­che Dis­kus­si­on über Volks­ver­het­zung ist nicht denk­bar !! Und des­we­gen weh­re ich mich „bis­sig” hier …

  3. Jetzt ist nicht die Zeit für bis­si­ge Wor­te, Het­ze und Schuld­zu­wei­sun­gen.
    Ich hal­te man­che Kom­men­ta­re und man­che Ver­hal­tens­wei­sen für brand­ge­fähr­lich.
    Ich freue mich über die wohl­über­leg­ten, um Ver­mitt­lung und Ver­ständ­nis bemüh­ten Wor­te von Herrn Kaup und Herrn Hupp­ke und bedan­ke mich für das beson­ne­ne und umsich­ti­ge Han­deln unse­res Bür­ger­meis­ters.
    Es ist Zeit zu reden und zuzu­hö­ren. Die Situa­ti­on darf nicht wei­ter eska­lie­ren. Es wäre an der Zeit für einen Run­den Tisch, um mit­ein­an­der in aller Ruhe ins Gespräch zu kom­men.
    Mit guten Wün­schen. Diet­her Wege­ner

  4. Sehr geehr­ter Herr Hupp­ke, ihre Aus­füh­run­gen erin­nern mich lei­der an einen Apho­ris­mus der Lyri­ke­rin Anke Mag­gen­hau­er-Kir­sche :
    „Wer vie­le Wor­te braucht, hat meist nicht viel zu sagen”

  5. Hal­lo Herr Hupp­ke,
    die Fra­ge nach dem Wohin für August­dorf hät­te schon vor Jah­ren gestellt wer­den müs­sen. Das ist aber nicht gesche­hen, viel­mehr ist eine Ent­schei­dung gefal­len durch den über­mä­ßi­gen Zuzug von russ­land­deut­schen Extrem­gläu­bi­gen, die sich jedem Ver­such einer Inte­gra­ti­on wider­set­zen, die von sich behaup­ten, sie sei­en hier ver­wur­zelt, das und die Nächs­ten­lie­be aber nur für den Bereich ihrer Com­mu­ni­ty gel­ten las­sen. Dies gilt sicher nicht für alle Frei­kir­chen in August­dorf. Aber es fehlt hier an öffent­li­chen und ein­deu­ti­gen Distan­zie­run­gen.
    Die Teil­nah­me als „Ser­vice­ver­ein“ auf dem tra­di­tio­nel­le­nen Pickertemp­fang vor ein paar Jah­ren war ein ver­krampf­ter Ver­such, in der August­dor­fer Bür­ger­schaft für ihre reli­giö­se Sache zu mis­sio­nie­ren. Die „Wer­bung für Jesus“ erfolg­te hier an unan­ge­brach­ter Stel­le, aber vom dama­li­gen Bür­ger­meis­ter begrüßt, fes­tig­te er so doch durch­aus sei­ne poli­ti­sche Stel­lung inner­halb die­ser Bevöl­ke­rungs­grup­pe. Nicht gerin­ge Bedeu­tung hat­te dabei sei­ne „Besie­de­lungs­po­li­tik“ der ver­gan­ge­nen Jah­re. Wie wir bemer­ken konn­ten, bis jetzt für ihn mit vor­über­ge­hen­dem Erfolg.
    Ich mache mir gro­ße Sor­gen um unser Dorf. Ihr Ver­such, die Eltern an den Umgang mit Q‑Tips her­an­zu­füh­ren, ist löb­lich. Ich fürch­te, es bleibt ein Ver­such. Men­schen, die ihren „Glau­ben“ mit den bekann­ten Argu­men­ten ver­tre­ten, haben meh­re­re Jahr­hun­der­te Ent­wick­lung ver­passt. Jeman­dem, der die aner­kann­ten Ergeb­nis­se der Wis­sen­schaf­ten ersetzt durch die ver­quirl­ten Vor­stel­lun­gen von extre­men Reli­gio­nen und Quer­den­kern, kann in ernst­haf­ten Dis­kus­sio­nen nicht wei­ter­ge­hol­fen wer­den.
    Es bleibt dabei — ich mache mir gro­ße Sor­gen!
    Klaus Mai

  6. Lie­ber Wolf­gang Hupp­ke,
    Mich erschreckt bei der gan­zen Dis­kus­si­on, dass es kei­ne „Macher” mehr zu geben scheint. Natür­lich kann man jedes Maß­nah­me um Coro­na in den Griff zu kom­men, opti­mie­ren. Das gelingt aber nur, wenn ich mich dar­auf ein­las­se. Wenn ich „mache”. Lei­der ist unse­re Gesell­schaft in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bequem gewor­den, satt gewor­den. Es haben ja immer ande­re „gemacht” (sie­he Feu­er­wehr, Ehren­amt usw.). Ich hof­fe, dass ich mich irre, wenn ich sage: Unse­rer Gesell­schaft feh­len die „Macher”. Es gibt zu vie­le Men­schen, die aus ihrer Kom­fort­zo­ne nicht her­aus wol­len und dadurch eben „nichts-machen”.

    Gera­de jetzt kommt es aber auf jeden ein­zel­nen von uns an — für uns alle!

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