Neue dezentralen Long-COVID-Ambulanz am Klinikum Lippe

Lese­zeit: unge­fähr 3 Minu­ten Mit der Bezeich­nung Long-COVID wird ein Zustand nach über­stan­de­ner COVID-19-Infek­ti­on beschrie­ben, der durch fort­be­stehen­de Sym­pto­me gekenn­zeich­net ist. Der genaue Anteil

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Mit der Bezeichnung Long-COVID wird ein Zustand nach überstandener COVID-19-Infektion beschrieben, der durch fortbestehende Symptome gekennzeichnet ist. Der genaue Anteil der Betroffenen ist unklar, nach bisheriger Studienlage ist davon auszugehen, dass 10 – 20% der Erkrankten eine Long-COVID-Symptomatik entwickeln. Dabei sind es nicht  nur die Patienten mit schweren Verläufen und intensivmedizinischer Behandlung, bei denen diese Langzeitfolgen auftreten. Die Mediziner im Klinikum Lippe beobachten seit mehreren Monaten Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichsten Beschwerden, die die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit im Alltag deutlich beeinträchtigen. „Gemein ist den Betroffenen, dass bei ihnen positive Antikörper gegen das SARS-CoV2 nachweisbar sind, auch wenn nicht alle Patienten bewusst eine Corona-Infektion durchgemacht haben.“ verdeutlicht Priv.-Doz. Dr. Johannes Tebbe, Chefarzt für Gastroenterologie und Infektiologie am Klinikum Lippe und für das UK OWL Projektleiter im Nationalen Forschungsnetzwerks der Universitätsmedizin zu Covid-19. Zu den häufigsten Langzeitfolgen zählen neben dem „chronischen Erschöpfungssyndrom“ (Fatigue) Atembeschwerden, Muskel- und Gelenkschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Leistungsschwäche sowie Beeinträchtigungen des Geruchs- und Geschmackssinnes. „Das kann durchaus auch Kinder betreffen, an denen diese Infektion keineswegs immer spurlos vorübergeht“, wie Prof. Thomas Brune, Chefarzt der Kinderklinik, betont. Durch die Vielzahl der versorgten Patienten konnte an beiden Klinikstandorten in den vergangenen Monaten ein entsprechendes Erfahrungswissen generiert werden, das regelhaft um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum Krankheitsgeschehen aktualisiert wird, zum Beispiel durch die intensive Beteiligung des Klinikum Lippe an dem Nationalen Pandemie Kohorten Netzwerkes (NAPKON). Wie im akutklinischen Arbeitsalltag üblich, werden die betroffenen Patienten interdisziplinär behandelt z.B. unter Hinzuziehung von Fachärzten der Abteilungen für Kardiologie und Neurologie Dieses erfolgreich gelebte interdisziplinäre Konzept für das Akutstadium der Erkrankung wird das Klinikum Lippe jetzt in einem weiteren Schritt auf die späteren Phasen der Erkrankung (long-covid) ausweiten. Viele der scheinbar genesenen Patienten leiden – unabhängig von der ursprünglichen Schwere der Infektion - an den Spätfolgen der Erkrankung. Noch mehr als in der akutklinischen Phase sind an dieser Stelle interdisziplinäre Konzepte zur mit regelhaften Fallkonferenzen gefordert. „Bereits nach der ersten Welle im Frühsommer 2020 haben wir mit der ambulanten Nachbetreuung von Patienten mit einer Long-COVID- 19-Symptomatik begonnen“, berichtet Priv.-Doz. Dr. Johannes Tebbe, Chefarzt für Gastroenterologie und Infektiologie am Klinikum Lippe. Das bestätigt Dr. Maik Brandes, Chefarzt der Klinik für Pneumologie am Standort Lemgo, dem niedergelassene Hausärztinnen und Hausärzte regelhaft Patienten mit Atembeschwerden nach überstandener Infektion zuweisen. Beide wissen von vielfach sich überlagernden und teilweise auch unspezifischen Symptomen der Patientinnen und Patienten. Für das Klinikum Lippe ergibt sich hier die Notwendigkeit, Diagnostik und Therapie von Beginn an als ganzheitlichen Ansatz unter Einbeziehung  vieler Fachrichtungen – auch der Psychosomatik - zu konzipieren. „Long-COVID“ wird das Gesundheitssystem noch lange beschäftigen, und Lösungsstrategien im Sinne der betroffenen Patientinnen  und Patienten lassen sich nur durch eine enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachrichtungen erzielen. Auch weil die Anzahl der Betroffenen in der dritten Welle tagtäglich ansteigt, hat sich das Klinikum Lippe jetzt entschlossen, für diese Patientengruppe ein verlässliches und gut strukturiertes Angebot auf den Weg zu bringen. An der Long-COVID-Ambulanz des Klinikum Lippe sind beteiligt: Klinik für Pneumologie | Chefarzt Dr. Maik Brandes | Kontakt Tel.  05261. 26-6372 Klinik für Gastroenterologie und Infektiologie | Chefarzt Priv.Doz. Dr. Johannes Tebbe | Kontakt Tel.  05231.458490  Klinik für Neurologie | Chefarzt Prof. Dr. Christoph Redecker | Kontakt Tel. 05261. 26-6400 sowie die Kinderklinik und die Klinik für Kardiologie. Die psychosomatische Versorgung der Betroffenen, die in vielen Fällen eine wesentliche Rolle spielt, wird durch Kooperationen mit niedergelassenen Psychotherapeuten abgedeckt. Zu der Frage, welche Patienten sich angesprochen fühlen sollen, sagt Prof. Christoph Redecker: „Selbstverständlich ist der Hausarzt der primäre Ansprechpartner für alle ambulanten Patienten, bzw. Fachärzte bei spezifischen Symptomen. Die Long-COVID-Ambulanz des Klinikums  soll allen Patienten zur Verfügung stehen, bei denen unklar ist, ob sich ernsthafte Folgeschäden entwickeln.“  Im Übrigen plant das Klinikum Lippe demnächst ein „Expertentelefon“ zum Thema Long-COVID. Auf den genauen Termin wird sehr gerne rechtzeitig in den Medien hingewiesen.
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