Klein, aber meistens nur scheinbar einsam

Lese­zeit: unge­fähr 3 Minu­ten Zur­zeit tschilpt und piept es über­all in Nist­käs­ten, Hecken und Gebü­schen. Mit zar­ten Stimm­chen bet­telt der Vogel­nach­wuchs vehe­ment um Fut­ter

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Zurzeit tschilpt und piept es überall in Nistkästen, Hecken und Gebüschen. Mit zarten Stimmchen bettelt der Vogelnachwuchs vehement um Futter und die ersten Jungvögel verlassen bereits das sichere Nest. Häufig trügt der Schein: Die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist. Meist handele es sich bei einem „aus dem Nest gefallenen“ Jungvogel eben nicht um einen Waisen, sondern um einen fast flugfähigen Jungvogel mit relativ vollständigem Gefieder, der durch Bettelrufe noch mit seinen Eltern in Verbindung stehe. Sobald der Mensch sich entferne, würden sich die Eltern wieder um ihre Kinder kümmern. „Ein wenig ratlos standen wir schon da“, gab eine im NABU Leopoldshöhe aktive Frau ehrlich zu. Als ihr ein junger, hilflos und schwächlich wirkender Kleiber zur weiteren Betreuung übergeben wurde, waren ihre ersten Gedanken: „ Was machen wir nun mit dem geschwächten, womöglich verletzten Vögelchen“? Und können wir hier die richtige, vor allem auch schnelle Hilfe anbieten, die passende Versorgung mit dem für diese Vogelart richtigen Futter. Solche Situationen kennen viele Naturschützer, denen Fundvögel zur Pflege und Aufzucht angeboten werden. „Sicher ist das gut gemeint, aber nicht immer erweist sich die dann geleistete Hilfe als „überlebensrettend“ für das Tier“, gibt der NABU Leopoldshöhe zu bedenken. Die Erwartungen sind hoch, gewisse Hoffnungen sind mit der Tierübergabe verbunden. Je nachdem, ob ein Vogel verletzt  zu sein scheint, kränklich wirkt oder ohne einen erkennbaren Grund sichtlich geschwächt – immer ist die Frage dann auch, wie lange das Tier bereits ohne Flüssigkeit und Festnahrung verbracht hat, bis es entdeckt wurde. Das macht es nicht nur für Laien schwierig, gezielt und erfolgreich Vogelleben zu retten. Der NABU Leopoldshöhe appelliert an alle Naturfreunde, einsam und hilflos wirkende Jungvögel nicht gleich aufzunehmen, sondern sie an Ort und Stelle zu belassen. Denn nur selten handele es sich bei gefundenen Jungvögeln am Boden um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, die Hilfe benötigten. Damit sie nicht verloren gehen, lassen die Jungvögel fast unablässig sogenannte Standortlaute hören. In diesem Stadium fallen sie nicht selten natürlichen Feinden zum Opfer, aber auch viele Menschen werden dann auf sie aufmerksam. Lediglich wenn Gefahr im Verzug ist, wenn Jungtiere beispielsweise auf der Straße sitzen, sollte man jedoch eingreifen und die Jungtiere an einem geschützten Ort nicht zu weit vom Fundort entfernt wieder absetzen. Dabei kann man junge Vögel ohne Probleme berühren, da der Geruchssinn bei Vögeln im Vergleich zu Säugetieren nur sehr gering ausgeprägt ist. Vogeleltern nehmen ihre Brut problemlos wieder an. Deswegen kann man auch noch jüngere, nackte Vogelkinder einfach wieder in ihr Nest zurücklegen. Nur ganz selten ist es so, dass Jungtiere tatsächlich verlassen sind. Besteht nach längerer Beobachtung kein Zweifel mehr, dass das Junge nicht mehr von den Eltern versorgt wird und ist es zudem verletzt, ist es ratsam den Findling in die Obhut der nächstgelegenen Tierpflegestation zu geben. Hier kann das Tier fachmännisch versorgt werden. Wer einen Jungvogel dennoch aufnimmt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es nur selten gelingt, ´wilde´ Tiere aufzuziehen und auf die Rückkehr in die Natur vorzubereiten. „Die beste Hilfe für alle Tierkinder ist immer noch ein lebensfreundliches, also naturnahes Umfeld, in dem sie auch bei ihren ersten Ausflügen ausreichend Schutz finden“, betont Ewald Thies vom NABU Leopoldshöhe. Der Naturschutzbund gibt wichtige Hinweise vor der Aufnahme von Wildtieren: Wildtiere dürfen grundsätzlich nicht aus der Natur mit nach Hause genommen werden. Dies verbieten die gesetzlichen Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes, der Bundesartenschutzverordnung und des Landschaftsgesetzes NRW Nehmen Sie Tiere wirklich nur dann auf, wenn Sie ganz sicher sind, dass es sich um hilflose und verletzte Tiere handelt. Sonst schaden Sie dem Tier sehr! Tierpflegerinnen und-pfleger machen immer wieder die Erfahrung, dass die „Tierliebe“ der Retter zwar groß ist, aber das Wissen über Wildtiere immer geringer wird. So werden auch gesunde Tiere abgegeben. Das ist für die Tiere besonders verhängnisvoll. Beispielsweise wurden einem Schwanenpaar die Küken weggenommen, weil geglaubt wurde, es seien Gänseküken. Diese erleben dann eine Odyssee über Polizei, Feuerwehr und anderen Stationen. Auch die Identifikation der Tiere können die Finderinnen oder Finder kaum leisten. Insbesondere Taubenküken oder sogar Mauersegler werden mit Greifvögeln verwechselt. Daher: Beobachten Sie das gefundene Wildtier zunächst mal sehr genau. Eventuell ist es gar nicht verletzt oder verlassen. Häufig sind Jungtiere allein, da ihre Eltern Nahrung besorgen müssen. Zum Beispiel sitzen noch nicht flugfähige Jungvögel manchmal scheinbar verlassen bodennah auf Ästen. Die Jungtiere sollten weder gestört oder berührt und auch nicht mitgenommen werden.
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