Mit Extremwetter leben lernen

Lese­zeit: unge­fähr 2 Minu­ten Auch wenn August­dorf rela­tiv glimpf­lich bei den letz­ten Unwet­tern weg­ge­kom­men ist, es wird deut­lich: Deutsch­land ist noch nicht gut genug

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Auch wenn Augustdorf relativ glimpflich bei den letzten Unwettern weggekommen ist, es wird deutlich: Deutschland ist noch nicht gut genug auf Hochwasser, Hitzewellen und weitere Extremwetterereignisse infolge der Klimakrise vorbereitet. "Flüsse bräuchten wieder natürliche Überflutungsflächen, Böden müssten entsiegelt und Frischluftschneisen geschaffen werden", erklärt der Nabu Lippe. Die Auswirkungen der aktuellen Überschwemmungen im Westen und Süden sind erschütternd. Viele Menschen haben ihr Leben verloren. Orte und Landschaften sind durch die großen Zerstörungen nicht wiederzuerkennen. Es wird lange dauern und sehr teuer sein, die Folgen der Naturkatastrophe zu beseitigen. Dennoch besteht Raum, um die Folgen von Wetterextremen abzumildern. Dafür braucht es aber in Gesellschaft und Politik ein entsprechendes Handlungsbewusstsein. Es gibt gute Beispiele, bei denen Erkenntnisse aus vorangegangenen, verheerenden Hochwassern bereits zu Verbesserungen geführt haben. So sind an vielen Stellen neue Überflutungsflächen geschaffen worden, beispielsweise entlang der Elbe. In vielen Ortschaften sieht es jedoch ganz anders aus. Eine große Anzahl an Gebäuden und Industrieunternehmen steht entlang der Flüsse in potenziellen Hochwassergebieten.

Landschaftsanpassung an die Klimakrise

Neben der Gefahr für Menschenleben drohen im Falle von Überschwemmungen Umweltschäden und enorme Kosten für die Gesellschaft. Naturbasierte Lösungen sind oft sehr viel einfacher und dauerhaft günstiger als technische Lösungen. Dazu müssen entlang der Flüsse die natürlichen Überflutungsflächen wieder geschaffen werden. Außerdem gilt es, an möglichst vielen Stellen die Bodenversieglung, auch in Siedlungen, aufzubrechen. Bei Hitzewellen können Temperaturen vor allem in dicht bebauten Gebieten ins Unerträgliche steigen. Gut geplante Frischluftschneisen und natürliche Verschattungen sind hier von großem Nutzen. Gesunde Wälder und intakte Feuchtgebiete helfen zudem bei Wasserhaushalt und Temperaturen. Dabei ist völlig klar: Auch eine solche Anpassung unserer Landschaften an die Folgen des Klimawandels wird Geld kosten. Langfristig lassen sich noch drastischere Auswirkungen durch den Klimawandel nur durch konsequente Reduktion von CO2-Emissionen und Sicherung von Kohlenstoffsenken vermeiden. Bei der Bindung von Kohlenstoff ist die Natur ein wichtiger Verbündeter. Mindestens 15 Prozent unserer Landes- und Meeresfläche sollten deshalb für Renaturierungsprojekte vorgesehen werden. Moore müssen geschützt und wiedervernässt werden, damit die eingelagerten Kohlenstoffe das Klima nicht noch zusätzlich belasten. Auch die Landwirtschaft sollte auf Humusaufbau und Wasserversickerung im Boden ausgerichtet werden. Die Gesellschaft kann diese nötigen Veränderungen antreiben. Die kommende Bundestagswahl bietet die Chance, das politische Angebot aller Parteien jetzt stärker auf Klima- und Naturschutz zu fokussieren.
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