Zum Abschied „Feuer frei“

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Panzerbrigade 21 verabschiedet Divisionskommandeur von Sandrart in der Senne

„Sag zum Abschied lei­se Ser­vus“. Ob im Fami­li­en- oder Bekann­ten­kreis, bei Arbeits­kol­le­gen oder im Sport­ver­ein: Die­se Text­zei­le aus dem gleich­na­mi­gen Schla­ger gehört mitt­ler­wei­le zu den gän­gigs­ten Rede­wen­dun­gen, wenn es um Ver­ab­schie­dun­gen geht. Am 21. Okto­ber heißt es für Jür­gen-Joa­chim von San­drart Abschied neh­men aus Olden­burg. Der 59-jäh­ri­ge Gene­ral­ma­jor über­gibt das Kom­man­do über die 1. Pan­zer­di­vi­si­on. Zukünf­tig wird von San­drart als Kom­man­die­ren­der Gene­ral das mul­ti­na­tio­na­le Korps Nord­ost in Stet­tin füh­ren. Beim Gefechts­schie­ßen des Pan­zer­ba­tail­lons 203 auf dem Trup­pen­übungs­platz Sen­ne ver­ab­schie­de­te die Pan­zer­bri­ga­de 21 „Lip­per­land“ den Zwei-Ster­ne-Gene­ral aus dem Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Groß­ver­ban­des.

Die­ser Abschied erfolg­te jedoch mit einem lau­ten Knall, von einem „lei­sen Ser­vus“ konn­te nicht die Rede sein. Denn Divi­si­ons­kom­man­deur von San­drart ließ es sich nicht neh­men, per­sön­lich ein letz­tes Mal auf dem Richt­schüt­zen­platz des Kampf­pan­zers Leo­pard 2 Platz zu neh­men. Nach vier Schuss aus der 120-Mili­me­ter-Bord­ka­no­ne war dann end­gül­tig Schluss. Sicht­lich bewegt bedank­te der schei­den­de Divi­si­ons­kom­man­deur bei Bri­ga­de­ge­ne­ral Ste­phan Wil­ler, Kom­man­deur der „Lipperland“-Brigade sowie bei den Män­nern und Frau­en um ihren Kom­pa­nie­chef York von Oert­zen.

Die 3. Kom­pa­nie des August­dor­fer Pan­zer­ba­tail­lons schießt seit rund sie­ben Tagen auf dem Trup­pen­übungs­platz Sen­ne. Für von San­drart ging damit ein Her­zens­wunsch in Erfül­lung, ist der Gene­ral, seit April 2018 rang­höchs­ter Vor­ge­setz­ter von rund 18.000 Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten der 1. Pan­zer­di­vi­si­on, doch mit Leib und See­le „Pan­zer­mann“. Sei­ne Kar­rie­re begann er 1982 als Wehr­pflich­ti­ger im Pan­zer­ba­tail­lon 84 in Lüne­burg. Spä­ter war er Chef von zwei Pan­zer­kom­pa­nien. Als Batail­lons­kom­man­deur befeh­lig­te von San­drart das Pan­zer­lehr­ba­tail­lon 93 in Muns­ter. Zur offi­zi­el­len Ver­ab­schie­dung reis­ten die Batail­lons­kom­man­deu­re aus allen Stand­or­ten der Bri­ga­de nach August­dorf an.

Mit einer Abord­nung des Pan­zer­gre­na­dier­ba­tail­lons 212 tausch­te sich der Kom­man­deur der „Ers­ten“ inten­siv über den zurück­lie­gen­den Afgha­ni­stan-Ein­satz aus. Zum Abschied hob Gene­ral­ma­jor von San­drart die Leis­tun­gen des August­dor­fer Groß­ver­ban­des ins­be­son­de­re in den letz­ten Jah­ren her­vor. Neben dem Ein­satz in Afgha­ni­stan hal­fen Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten der „21er“ mona­te­lang in der Pan­de­mie­be­kämp­fung und bei der Besei­ti­gung der Hoch­was­ser­schä­den. Zusätz­lich muss­te der Grund­be­trieb an den Stand­or­ten auf­recht­erhal­ten, Rekru­ten aus­ge­bil­det und Aus­bil­dungs­vor­ha­ben vor­be­rei­tet und durch­ge­führt wer­den. „Ich wuss­te immer, dass ich mich auf sie voll ver­las­sen kann“, lob­te von San­drart die Bri­ga­de bei sei­ner Abschieds­an­spra­che aus­drück­lich. Sein Nach­fol­ger ist in August­dorf kein Unbe­kann­ter. Mit Bri­ga­de­ge­ne­ral Hei­co Hüb­ner steht ab Okto­ber ein ehe­ma­li­ger Bri­ga­de­kom­man­deur der „Lip­per­land-Bri­ga­de“ an der Spit­ze der Divi­si­on in Olden­burg. (mw)


Die 1. Pan­zer­di­vi­si­on

Die Ein­hei­ten und Ver­bän­de der 1. Pan­zer­di­vi­si­on sind vom Nor­den des Lan­des bis nach Hes­sen ver­teilt. Sie wer­den durch den Divi­si­ons­stab in Olden­burg geführt. Der mecha­ni­sier­te Groß­ver­band plant und führt die Ein­sät­ze im gesam­ten Inten­si­täts­spek­trum ein­schließ­lich der Lan­des- und Bünd­nis­ver­tei­di­gung und stellt das Per­so­nal für mul­ti­na­tio­na­le Stä­be im Ein­satz. Der Wahl­spruch der Divi­si­on „Man Drup – Man To“ ent­stammt dem Nie­der­deut­schen und bedeu­tet sinn­ge­mäß so viel wie „Los, ran und zuge­packt“. Die 1. Pan­zer­di­vi­si­on arbei­tet eng mit den pol­ni­schen, bri­ti­schen und nie­der­län­di­schen Streit­kräf­ten zusam­men. So ist die nie­der­län­di­sche 43 Geme­cha­ni­se­er­de Bri­ga­de (43. mecha­ni­sier­te Bri­ga­de) aus Havel­te der Divi­si­on unter­stellt. Neben der Pan­zer­bri­ga­de 21 unter­ste­hen die Pan­zer­lehr­bri­ga­de 9 aus Muns­ter sowie die Pan­zer­gre­na­dier­bri­ga­de 41 aus Neu­bran­den­burg der „Ers­ten“. (Quel­le: bundeswehr.de)

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„Sag zum Abschied leise Servus“. Ob im Familien- oder Bekanntenkreis, bei Arbeitskollegen oder im Sportverein: Diese Textzeile aus dem gleichnamigen Schlager gehört mittlerweile zu den gängigsten Redewendungen, wenn es um Verabschiedungen geht. Am 21. Oktober heißt es für Jürgen-Joachim von Sandrart Abschied nehmen aus Oldenburg. Der 59-jährige Generalmajor übergibt das Kommando über die 1. Panzerdivision. Zukünftig wird von Sandrart als Kommandierender General das multinationale Korps Nordost in Stettin führen. Beim Gefechtsschießen des Panzerbataillons 203 auf dem Truppenübungsplatz Senne verabschiedete die Panzerbrigade 21 „Lipperland“ den Zwei-Sterne-General aus dem Verantwortungsbereich des Großverbandes. Dieser Abschied erfolgte jedoch mit einem lauten Knall, von einem „leisen Servus“ konnte nicht die Rede sein. Denn Divisionskommandeur von Sandrart ließ es sich nicht nehmen, persönlich ein letztes Mal auf dem Richtschützenplatz des Kampfpanzers Leopard 2 Platz zu nehmen. Nach vier Schuss aus der 120-Milimeter-Bordkanone war dann endgültig Schluss. Sichtlich bewegt bedankte der scheidende Divisionskommandeur bei Brigadegeneral Stephan Willer, Kommandeur der „Lipperland“-Brigade sowie bei den Männern und Frauen um ihren Kompaniechef York von Oertzen. Die 3. Kompanie des Augustdorfer Panzerbataillons schießt seit rund sieben Tagen auf dem Truppenübungsplatz Senne. Für von Sandrart ging damit ein Herzenswunsch in Erfüllung, ist der General, seit April 2018 ranghöchster Vorgesetzter von rund 18.000 Soldatinnen und Soldaten der 1. Panzerdivision, doch mit Leib und Seele „Panzermann“. Seine Karriere begann er 1982 als Wehrpflichtiger im Panzerbataillon 84 in Lüneburg. Später war er Chef von zwei Panzerkompanien. Als Bataillonskommandeur befehligte von Sandrart das Panzerlehrbataillon 93 in Munster. Zur offiziellen Verabschiedung reisten die Bataillonskommandeure aus allen Standorten der Brigade nach Augustdorf an. Mit einer Abordnung des Panzergrenadierbataillons 212 tauschte sich der Kommandeur der „Ersten“ intensiv über den zurückliegenden Afghanistan-Einsatz aus. Zum Abschied hob Generalmajor von Sandrart die Leistungen des Augustdorfer Großverbandes insbesondere in den letzten Jahren hervor. Neben dem Einsatz in Afghanistan halfen Soldatinnen und Soldaten der „21er“ monatelang in der Pandemiebekämpfung und bei der Beseitigung der Hochwasserschäden. Zusätzlich musste der Grundbetrieb an den Standorten aufrechterhalten, Rekruten ausgebildet und Ausbildungsvorhaben vorbereitet und durchgeführt werden. „Ich wusste immer, dass ich mich auf sie voll verlassen kann“, lobte von Sandrart die Brigade bei seiner Abschiedsansprache ausdrücklich. Sein Nachfolger ist in Augustdorf kein Unbekannter. Mit Brigadegeneral Heico Hübner steht ab Oktober ein ehemaliger Brigadekommandeur der „Lipperland-Brigade“ an der Spitze der Division in Oldenburg. (mw)
Die 1. Panzerdivision Die Einheiten und Verbände der 1. Panzerdivision sind vom Norden des Landes bis nach Hessen verteilt. Sie werden durch den Divisionsstab in Oldenburg geführt. Der mechanisierte Großverband plant und führt die Einsätze im gesamten Intensitätsspektrum einschließlich der Landes- und Bündnisverteidigung und stellt das Personal für multinationale Stäbe im Einsatz. Der Wahlspruch der Division „Man Drup – Man To“ entstammt dem Niederdeutschen und bedeutet sinngemäß so viel wie „Los, ran und zugepackt“. Die 1. Panzerdivision arbeitet eng mit den polnischen, britischen und niederländischen Streitkräften zusammen. So ist die niederländische 43 Gemechaniseerde Brigade (43. mechanisierte Brigade) aus Havelte der Division unterstellt. Neben der Panzerbrigade 21 unterstehen die Panzerlehrbrigade 9 aus Munster sowie die Panzergrenadierbrigade 41 aus Neubrandenburg der „Ersten“. (Quelle: bundeswehr.de)

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