Premiere im Sennesand: Erster Schuss mit dem Panzerabwehrsystem „MELLS“

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„Kern­auf­trag der Bun­des­wehr ist Lan­des- und Bünd­nis­ver­tei­di­gung.“ Die­ses ein­deu­ti­ge State­ment von Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er wäh­rend ihres Trup­pen­be­su­ches in August­dorf vor weni­gen Wochen macht deut­lich: Das Gefecht am Boden gegen geg­ne­ri­sche Kampf- und Schüt­zen­pan­zer rückt unter dem Stich­wort „Kern­be­fä­hi­gung“ wie­der in den Fokus der Trup­pen­aus­bil­dung. „Die Fähig­keit zur Pan­zer­ab­wehr spielt zukünf­tig wie­der eine ent­schei­den­de Rol­le“, macht Bri­ga­de­ge­ne­ral Ste­phan Wil­ler in die­sem Zusam­men­hang deut­lich.

Der Kom­man­deur der Pan­zer­bri­ga­de 21 will sich heu­te wäh­rend einer Wei­ter­bil­dung für Füh­rungs­per­so­nal von der Leis­tungs­fä­hig­keit des neu­en Pan­zer­ab­wehr­sys­tems „MELLS“ über­zeu­gen. Hin­ter der Abkür­zung ver­birgt sich ein hoch­mo­der­nes Lenk­flug­kör­per­sys­tem, dass gepan­zer­te Zie­le oder Stel­lun­gen des Fein­des in Ent­fer­nun­gen bis zu vier Kilo­me­tern wirk­sam bekämp­fen kann. Auf dem Trup­pen­übungs­platz Sen­ne demons­triert das Jäger­ba­tail­lon 1 aus Schwar­zen­born jetzt erst­mals die Leis­tungs­fä­hig­keit des Sys­tems.

Vor den Augen von Unter­of­fi­zie­ren und Offi­zie­ren des Kampf­trup­pen­ba­tail­lons aus Nord­hes­sen war es am 9. Sep­tem­ber um 9.49 Uhr soweit: der ers­te Lenk­flug­kör­per des „MELLS“-Systems fand nach 2500 Metern sein Ziel. Deut­lich ist der Ein­schlag in dem Pan­zer­wrack am Höhen­zug zu erken­nen. „Tref­fer­blitz“, mel­det der Lei­tungs­turm auf der Schieß­bahn im Nor­den des Trup­pen­übungs­plat­zes. MELLS („Mehr­rol­len­fä­hi­ges Leich­tes Lenk­flug­kör­per-Sys­tem“) wird bei den Jägern im abge­ses­se­nen Kampf von min­des­tens zwei Sol­da­ten bedient.

Eine Sol­da­tin oder ein Sol­dat wird als Schüt­ze ein­ge­setzt, die zwei­te Per­son ist als Trupp­füh­rer oder Trupp­füh­re­rin tätig. Das Waf­fen­sys­tem muss vor dem Ein­satz sta­tio­när auf ein Dreibein mon­tiert wer­den. Der rund 13 Kilo­gramm schwe­re Flug­kör­per ist mit einem Tag­sicht- und Infra­rot­sen­sor­kopf aus­ge­stat­tet, wel­cher es den Trupp­sol­da­ten ermög­licht, Zie­le zu bekämp­fen, zu denen kein direk­ter Sicht­kon­takt besteht.

Durch die Daten­über­tra­gung per Licht­wel­len­lei­ter ist es dem Schüt­zen mög­lich, wäh­rend des Flu­ges des Lenk­flug­kör­pers auf ein ande­res Ziel zu wech­seln oder Kor­rek­tu­ren der Flug­bahn durch­zu­füh­ren. Das neue Pan­zer­ab­wehr­sys­tem löst schritt­wei­se die in die Jah­re gekom­me­nen Vor­gän­ger­mo­del­le ab. „Für die Infan­te­rie bedeu­tet die­ses Sys­tem eine deut­li­che Ver­bes­se­rung der Pan­zer­ab­wehr­fä­hig­keit“, unter­streicht Bri­ga­de­kom­man­deur Wil­ler abschlie­ßend.

Ins­ge­samt vier Schüt­zen erleb­ten an die­sem son­ni­gen Vor­mit­tag ihre „Feu­er­tau­fe“ am neu­en „MELLS“-System. Zukünf­tig wird auch das Pan­zer­gre­na­dier­ba­tail­lon 212 mit dem Sys­tem aus­ge­stat­tet. Beim Schüt­zen­pan­zer „Puma“ wird „MELLS“ als in das Fahr­zeug inte­grier­te Waf­fe zum Ein­satz gebracht.

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„Kernauftrag der Bundeswehr ist Landes- und Bündnisverteidigung.“ Dieses eindeutige Statement von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer während ihres Truppenbesuches in Augustdorf vor wenigen Wochen macht deutlich: Das Gefecht am Boden gegen gegnerische Kampf- und Schützenpanzer rückt unter dem Stichwort „Kernbefähigung“ wieder in den Fokus der Truppenausbildung. „Die Fähigkeit zur Panzerabwehr spielt zukünftig wieder eine entscheidende Rolle“, macht Brigadegeneral Stephan Willer in diesem Zusammenhang deutlich. Der Kommandeur der Panzerbrigade 21 will sich heute während einer Weiterbildung für Führungspersonal von der Leistungsfähigkeit des neuen Panzerabwehrsystems „MELLS“ überzeugen. Hinter der Abkürzung verbirgt sich ein hochmodernes Lenkflugkörpersystem, dass gepanzerte Ziele oder Stellungen des Feindes in Entfernungen bis zu vier Kilometern wirksam bekämpfen kann. Auf dem Truppenübungsplatz Senne demonstriert das Jägerbataillon 1 aus Schwarzenborn jetzt erstmals die Leistungsfähigkeit des Systems. Vor den Augen von Unteroffizieren und Offizieren des Kampftruppenbataillons aus Nordhessen war es am 9. September um 9.49 Uhr soweit: der erste Lenkflugkörper des „MELLS“-Systems fand nach 2500 Metern sein Ziel. Deutlich ist der Einschlag in dem Panzerwrack am Höhenzug zu erkennen. „Trefferblitz“, meldet der Leitungsturm auf der Schießbahn im Norden des Truppenübungsplatzes. MELLS („Mehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörper-System“) wird bei den Jägern im abgesessenen Kampf von mindestens zwei Soldaten bedient. Eine Soldatin oder ein Soldat wird als Schütze eingesetzt, die zweite Person ist als Truppführer oder Truppführerin tätig. Das Waffensystem muss vor dem Einsatz stationär auf ein Dreibein montiert werden. Der rund 13 Kilogramm schwere Flugkörper ist mit einem Tagsicht- und Infrarotsensorkopf ausgestattet, welcher es den Truppsoldaten ermöglicht, Ziele zu bekämpfen, zu denen kein direkter Sichtkontakt besteht. Durch die Datenübertragung per Lichtwellenleiter ist es dem Schützen möglich, während des Fluges des Lenkflugkörpers auf ein anderes Ziel zu wechseln oder Korrekturen der Flugbahn durchzuführen. Das neue Panzerabwehrsystem löst schrittweise die in die Jahre gekommenen Vorgängermodelle ab. „Für die Infanterie bedeutet dieses System eine deutliche Verbesserung der Panzerabwehrfähigkeit“, unterstreicht Brigadekommandeur Willer abschließend. Insgesamt vier Schützen erlebten an diesem sonnigen Vormittag ihre „Feuertaufe“ am neuen „MELLS“-System. Zukünftig wird auch das Panzergrenadierbataillon 212 mit dem System ausgestattet. Beim Schützenpanzer „Puma“ wird „MELLS“ als in das Fahrzeug integrierte Waffe zum Einsatz gebracht.

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