Augustdorfer Fraktionen setzen ein Zeichen gegen den politischen Hass

Lese­zeit: unge­fähr 2 Minu­ten

Die August­dor­fer Frak­tio­nen von Frei­er Wäh­ler­ge­mein­schaft (FWG), Demo­kra­ti­scher Bür­ger-Uni­on (DBA), SPD, CDU und FDP unter­schrie­ben am letz­ten Okto­ber­frei­tag eine gemein­sa­me Stel­lung­nah­me, in denen sich die Frak­tio­nen gegen rech­te Ten­den­zen in der Gemein­de stel­len.

Die­se besag­te Ten­denz zeig­te sich deut­lich bei der letz­ten Bun­des­tags­wahl. „Alle Frak­tio­nen sind gemein­sam an einen Tisch gekom­men und haben einen respekt­vol­len Dia­log über das The­ma geführt“, erläu­tert Man­fred Oeh­len­berg, Vor­sit­zen­der der Frak­ti­on der FWG. 

Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer war an der Stel­lung­nah­me nicht betei­ligt, stell­te sich aber hin­ter sie: „Wir haben eine sehr gute geschlos­se­ne Über­zeu­gung unter den Frak­tio­nen gese­hen. Das was her­an­wach­sen kann wenn wir nicht han­deln, son­dern nur zuschau­en, ist angst­er­re­gend. Ich habe an dem Schrei­ben zwar nicht mit­ge­wirkt, tei­le aber das Gedan­ken­gut!“ stellt Bür­ger­meis­ter Kat­zer fest.
Die Stel­lung­nah­me, wel­che auch als „Über­zeu­gungs­zeug­nis“ beti­telt wer­den kann, lesen Sie exklu­siv in den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN.

„Die Bun­des­tags­wahl­er­geb­nis­se kün­di­gen Ver­än­de­run­gen in unse­rem Land an. In August­dorf zeigt sich bereits seit Jah­ren ein Trend, den wir Kom­mu­nal­po­li­ti­ker alle mit Sor­ge zur Kennt­nis neh­men. August­dorf hat mit über­durch­schnitt­lich hohem Anteil Par­tei­en gewählt, die den demo­kra­ti­schen Gedan­ken unse­res Rechts­staats, Gemein­schafts­sinn sowie Nächs­ten­lie­be nicht erken­nen las­sen. Wir spre­chen hier von Par­tei­en, die so tun als wür­den sie für Fami­lie und Hei­mat ste­hen, in Wahr­heit befeu­ern sie Frem­den­hass, Ungleich­heit zwi­schen den Geschlech­tern und eine gesell­schaft­li­che Spal­tung. Wir haben Grund zur Annah­me, dass vie­le unse­rer Mit­men­schen, die alle einen wich­ti­gen Bei­trag zu unse­rer Gesell­schaft leis­ten und unse­ren Respekt und vor allem mehr Unter­stüt­zung ver­dient haben, mit fal­schen Grün­den und Ver­spre­chen von die­ser Par­tei­en gelockt wer­den.

Wir stel­len für uns klar: Die­se Par­tei­en dür­fen demo­kra­tisch gewählt wer­den. Sie gefähr­den jedoch mit ihren Paro­len aus unse­re Sicht die Demo­kra­tie und den gesun­den Dis­kurs. Als ihre Volks­ver­tre­ter ste­hen wir wei­ter­hin für Viel­sei­tig­keit ein. Es hat nur Vor­tei­le für unse­re Gemein­de, wenn wir unse­re Unter­schie­de als etwas Posi­ti­ves ver­ste­hen. Wir soll­ten als Gemein­schaft den Her­aus­for­de­run­gen die­ser Zeit begeg­nen. Wir glau­ben an den demo­kra­ti­schen und respekt­vol­len Streit um das Wohl der Bevöl­ke­rung. Wir wis­sen, dass unser poli­ti­sches Han­deln nicht immer bei allen Mit­men­schen auf Gegen­lie­be sto­ßen kann. Den­noch strei­ten, dis­ku­tie­ren und arbei­ten wir für Sie und für ein bes­se­res August­dorf. Wir glau­ben dar­an, dass wir das nur rich­tig tun kön­nen, wenn wir unse­re gesell­schaft­li­chen Wer­te uns unse­re Demo­kra­tie ehren.
Uns liegt nichts an der Ver­ur­tei­lung der Men­schen, die die­se Par­tei­en wäh­len. Wir sind uns sicher, dass wir alle als Gemein­schaft mehr schaf­fen kön­nen und auch mehr bie­ten kön­nen als die Spre­cher von Hass und Spal­tung. Wir alle ken­nen August­dorf als offe­ne Gemein­de, die von Zuwan­de­rung und Unter­schie­den lebt. Umso weni­ger ver­ste­hen wir das Wahl­er­geb­nis. Vie­le Men­schen, die ihre Stim­me die­sen Par­tei­en gege­ben haben, sehen wir nicht als Radi­ka­le an. Was wir wahr­neh­men ist eine Unzu­frie­den­heit mit der gegen­wär­ti­gen Poli­tik. Es muss an uns lie­gen, durch soli­de Arbeit und kla­re Lösun­gen für unse­re Mit­men­schen, ihr Ver­trau­en wie­der zu gewin­nen.

Wir rufen Sie alle auf: Enga­gie­ren Sie sich für die The­men, die Ihnen am Her­zen lie­gen. Kom­men Sie mit uns ins Gespräch. Enga­gie­ren Sie sich, wer­den Sie aktiv! Orga­ni­sie­ren Sie selbst Aktio­nen oder betei­li­gen Sie sich in der Poli­tik. Neh­men Sie offen am Leben die­ser Gemein­de teil. Jeder von uns hat ande­re Wert­vor­stel­lun­gen und Prio­ri­tä­ten. Aber im Gespräch und durch gemein­sa­me Arbeit sind wir am stärks­ten“.

© 2021, AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Inhal­te sind urhe­ber­recht­lich geschützt. Wei­ter­ver­wen­dung nur mit schrift­li­cher Geneh­mi­gung der Redak­ti­on.

Die Augustdorfer Fraktionen von Freier Wählergemeinschaft (FWG), Demokratischer Bürger-Union (DBA), SPD, CDU und FDP unterschrieben am letzten Oktoberfreitag eine gemeinsame Stellungnahme, in denen sich die Fraktionen gegen rechte Tendenzen in der Gemeinde stellen. Diese besagte Tendenz zeigte sich deutlich bei der letzten Bundestagswahl. „Alle Fraktionen sind gemeinsam an einen Tisch gekommen und haben einen respektvollen Dialog über das Thema geführt“, erläutert Manfred Oehlenberg, Vorsitzender der Fraktion der FWG.  Bürgermeister Thomas Katzer war an der Stellungnahme nicht beteiligt, stellte sich aber hinter sie: „Wir haben eine sehr gute geschlossene Überzeugung unter den Fraktionen gesehen. Das was heranwachsen kann wenn wir nicht handeln, sondern nur zuschauen, ist angsterregend. Ich habe an dem Schreiben zwar nicht mitgewirkt, teile aber das Gedankengut!“ stellt Bürgermeister Katzer fest. Die Stellungnahme, welche auch als „Überzeugungszeugnis“ betitelt werden kann, lesen Sie exklusiv in den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. „Die Bundestagswahlergebnisse kündigen Veränderungen in unserem Land an. In Augustdorf zeigt sich bereits seit Jahren ein Trend, den wir Kommunalpolitiker alle mit Sorge zur Kenntnis nehmen. Augustdorf hat mit überdurchschnittlich hohem Anteil Parteien gewählt, die den demokratischen Gedanken unseres Rechtsstaats, Gemeinschaftssinn sowie Nächstenliebe nicht erkennen lassen. Wir sprechen hier von Parteien, die so tun als würden sie für Familie und Heimat stehen, in Wahrheit befeuern sie Fremdenhass, Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und eine gesellschaftliche Spaltung. Wir haben Grund zur Annahme, dass viele unserer Mitmenschen, die alle einen wichtigen Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten und unseren Respekt und vor allem mehr Unterstützung verdient haben, mit falschen Gründen und Versprechen von dieser Parteien gelockt werden. Wir stellen für uns klar: Diese Parteien dürfen demokratisch gewählt werden. Sie gefährden jedoch mit ihren Parolen aus unsere Sicht die Demokratie und den gesunden Diskurs. Als ihre Volksvertreter stehen wir weiterhin für Vielseitigkeit ein. Es hat nur Vorteile für unsere Gemeinde, wenn wir unsere Unterschiede als etwas Positives verstehen. Wir sollten als Gemeinschaft den Herausforderungen dieser Zeit begegnen. Wir glauben an den demokratischen und respektvollen Streit um das Wohl der Bevölkerung. Wir wissen, dass unser politisches Handeln nicht immer bei allen Mitmenschen auf Gegenliebe stoßen kann. Dennoch streiten, diskutieren und arbeiten wir für Sie und für ein besseres Augustdorf. Wir glauben daran, dass wir das nur richtig tun können, wenn wir unsere gesellschaftlichen Werte uns unsere Demokratie ehren. Uns liegt nichts an der Verurteilung der Menschen, die diese Parteien wählen. Wir sind uns sicher, dass wir alle als Gemeinschaft mehr schaffen können und auch mehr bieten können als die Sprecher von Hass und Spaltung. Wir alle kennen Augustdorf als offene Gemeinde, die von Zuwanderung und Unterschieden lebt. Umso weniger verstehen wir das Wahlergebnis. Viele Menschen, die ihre Stimme diesen Parteien gegeben haben, sehen wir nicht als Radikale an. Was wir wahrnehmen ist eine Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Politik. Es muss an uns liegen, durch solide Arbeit und klare Lösungen für unsere Mitmenschen, ihr Vertrauen wieder zu gewinnen. Wir rufen Sie alle auf: Engagieren Sie sich für die Themen, die Ihnen am Herzen liegen. Kommen Sie mit uns ins Gespräch. Engagieren Sie sich, werden Sie aktiv! Organisieren Sie selbst Aktionen oder beteiligen Sie sich in der Politik. Nehmen Sie offen am Leben dieser Gemeinde teil. Jeder von uns hat andere Wertvorstellungen und Prioritäten. Aber im Gespräch und durch gemeinsame Arbeit sind wir am stärksten“.

Ein Leserbrief zu “Augustdorfer Fraktionen setzen ein Zeichen gegen den politischen Hass

Leserbriefe geben die Ansicht der Einsender wieder, die mit der Meinung der Redaktion nicht übereinstimmen muss.


  1. „Angst­er­re­gend” nennt unser Bür­ger­meis­ter die zuneh­men­de Wäh­ler­schaft der AFD !!! Und das ist das ein­zi­ge kla­re Wort im Zusam­men­hang mit der gemein­sa­men Stel­lung­nah­me der Par­tei­en im Gemein­de­rat gegen rechts­ex­tre­mes Wahl­ver­hal­ten in August­dorf.
    Abge­se­hen davon , dass eine deut­li­che , kla­re, ver­ständ­li­che , gemein­sa­me und muti­ge Stel­lung­nah­me zu dem „angst­er­re­gen­den” Wahl­ver­hal­ten in August­dorf ( bes­tes Ergeb­nis für die AFD in West­deutsch­land über­haupt !!!!) längst über­fäl­lig war, ist der Inhalt der hoch­ge­lob­ten gemein­sa­men Stel­lung­nah­me zu dem „angst­er­re­gen­den” Vor­gang alles ande­re als gelun­gen !!! Es ist eine weich­ge­spül­te , dif­fu­se Betrach­tung einer „angst­er­re­gen­den ” poli­ti­schen Ent­wick­lung in unse­rer Gemein­de, mehr nicht !!! Tenor, Wort­wahl und Aus­sa­ge und feh­len­de Adres­se sind kaum geeig­net das Pro­blem zu tref­fen und den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern deut­lich zu machen !!! Man spürt, dass man von Sei­ten der Lokal­po­li­tik nun mal end­lich was dazu sagen muss­te, aber anecken und beim Namen nen­nen, das woll­te man nicht.…bloß nicht mit irgend­wem es ver­der­ben.….. Statt die AFD Wäh­ler auf­zu­for­dern , ihr Visier zu öff­nen und sich zu zei­gen zu muti­ger Dis­kus­si­on, wur­de die AFD nicht ein­mal genannt, obwohl Ver­tre­ter hier doch längst bekannt sind, nicht wahr ?? Geschickt ver­schwie­gen wur­de ver­schämt auch die offe­ne , muti­ge, kla­re Ana­ly­se, wie­so es zu dem Trend zu der rechts­po­pu­lis­ti­schen AFD in August­dorf (jeder Fünf­te hat die AFD gewählt bei der letz­ten Wahl!!! )kom­men konn­te.
    Die desas­trö­se Selbst­ver­stüm­me­lung der CDU , die geschwäch­te FWG und die in Selbst­ge­fäl­lig­keit ver­fal­le­ne SPD haben die­sen „angst­er­re­gen­den” Trend zu AFD unge­wollt aber deut­lich beför­dert !!!
    Wenn man schon dann doch Stel­lung nimmt, soll­te das so erfol­gen, dass alle Wäh­ler in August­dorf — gleich wel­chen Bil­dungs­hin­ter­grunds — erken­nen und VERSTEHEN , dass jede Stim­me für die AFD unse­re frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung mehr als gefähr­det. Die­ser dump­fe neo­na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Sumpf gehört nicht nach August­dorf !!!! Klar, deut­lich, mutig und unmiss­ver­ständ­lich und ver­ständ­lich für jede August­dor­fe­rin und jeden August­dor­fer !!!

Schreiben Sie einen Leserbrief.

error: Der Inhalt ist geschützt!
X