Serie: Am Dören | Teil 1: Schimmel, Prostitution und Drogenhandel

Lese­zeit: unge­fähr 5 Minu­ten

Zahl­rei­che Poli­zei­ein­sät­ze, ver­schim­mel­te Woh­nun­gen, Woh­nungs­pro­sti­tu­ti­on und Dro­gen­han­del. All das kon­zen­triert sich in der Sied­lung Am Dören.

In einer neu­en Serie wid­men sich die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN in den nächs­ten Aus­ga­ben der Situa­ti­on in der idyl­lisch gele­ge­nen Sied­lung, die nun durch den Ver­kauf von Adler wie­der in das Zen­trum der Auf­merk­sam­keit rückt.

Knapp zwei Jah­re ist es her, dass der frü­he­re Ver­wal­ter, die Adler Bau­en und Woh­nen, damit ange­fan­gen hat­te, zu reno­vie­ren. Gegen Mit­te des Jah­res stock­ten jedoch die Reno­vie­rungs­maß­nah­men. Davon kann auch Manue­la de Gaeta­no ein Lied sin­gen; die August­dor­fe­rin hat­te schon vor eini­gen Mona­ten den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN gezeigt, wie stark ihre Woh­nung vom Schim­mel­be­fall gekenn­zeich­net ist. Damals hat­te sie Adler Geschäfts­füh­rer Ulrich Mies direkt kon­tak­tiert.

Die­ser han­del­te sofort und for­cier­te die Reno­vie­run­gen. Seit Mit­te die­ses Jah­res kamen die Arbei­ten jedoch ins Sto­cken, was sicher­lich auch mit dem damals schon bevor­ste­hen­den Ver­kauf der Sied­lung zu tun hat­te. Mitt­ler­wei­le ist der drit­te Schim­mel­be­fall in der Woh­nung der de Gaeta­nos aus­ge­bro­chen; „Unzu­mut­ba­re Zustän­de, in denen man hier leben muss”, so das Fazit der Fami­lie, die jetzt eine ande­re Blei­be gefun­den hat. Trotz­dem sind noch Rech­nun­gen in Höhe von fast 10.000 Euro offen. Geld für ver­schim­mel­te Schrän­ke und vie­le wei­te­re Din­ge, das de Gaeta­no von Adler ein­for­dert.

Aber nicht nur Manue­la de Gaeta­no hat Pro­ble­me mit dem Schim­mel­be­fall. Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN hat­ten in den ver­gan­ge­nen Wochen meh­re­re Woh­nun­gen besich­tigt, in denen der Schim­mel fin­ger­dick an den Wän­den hängt. „Ein Fall für das Gesund­heits- und Ord­nungs­amt”, sind sich die Bewoh­ner sicher, die teil­wei­se bereits gesund­heit­lich geschä­digt und beein­träch­tigt sind.

Sie allei­ne kön­nen aber nichts aus­rich­ten. So wie auch Ste­fa­nie P. (Name geän­dert). Die­se hat schon dut­zen­de Male mit der Hot­line von Adler tele­fo­niert, sie wird ver­trös­tet, pas­sie­ren tut aber nichts. „Man wird nur hin­ge­hal­ten und dann geschieht wie­der nichts.”

In unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft von Ste­fa­nie P. herrscht ein stän­di­ges Kom­men und Gehen. Denn dort ver­rich­tet Kat­ja oder „Tran­se Nora” wie sie sich auf ein­schlä­gi­gen Inter­net­por­ta­len nennt, ihre Arbeit. Neben ihr mit dabei: „Ani”, „Lena” und „Lisa Pla­tin”, die ihre Vor­zü­ge im Inter­net und hin­ter den Gar­di­nen ihrer Woh­nun­gen Am Dören anprei­sen und ihrer Beschäf­ti­gung ille­gal nach­ge­hen.

Und an die­ser Stel­le kommt eine wei­te­re Per­son mit ins Spiel; wir nen­nen sie hier Maja P. Die agi­le Dame ist anschei­nend nicht nur Lei­te­rin eines Pro­si­tu­ti­ons- und Dro­gen­rings, son­dern kas­siert durch die Neu­an­kömm­lin­ge am Dören rich­tig ab.

Die Masche soll fol­gen­der­ma­ßen ablau­fen: Zuge­zo­ge­ne suchen eine Woh­nung. Sie wer­den an Maja P. ver­wie­sen. Die­se kas­siert einen bestimm­ten Betrag, für den sie dann mit den Neu­bür­gern zur Ver­wal­tung geht und ihnen bei Amts­gän­gen und For­mu­la­rer­stel­lun­gen hilft. Sie schleust die Hil­fe­su­chen­den am Ver­mie­ter vor­bei in eine Woh­nung und hat dabei wil­li­ge Hel­fer. Dem Ver­mie­ter ent­ge­hen dadurch Mie­ten, Woh­nun­gen ste­hen offi­zi­ell leer, obwohl sie bereits bezo­gen sind. Die Leu­te haben Angst, offen über Maja P. zu spre­chen. „Die gehört zur Mafia”, sind sich alle sicher, die mit ihr zu tun haben und mit denen die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN gespro­chen haben.

Umso trau­ri­ger ist es für vie­le Ver­ant­wort­li­che, dass durch den Ver­kauf der Sied­lung, Adler nun nicht mehr Ver­wal­ter ist und wie­der kein Ansprech­part­ner zur Ver­fü­gung steht.

Was sagen Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer und die Poli­tik zu dem Ver­kauf und den aktu­el­len Zustän­den am Dören?

Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN haben alle Par­tei­en und Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer um eine Stel­lung­nah­me gebe­ten. Bür­ger­meis­ter, CDU, DBA und SPD haben geant­wor­tet; was, das lesen Sie hier:

Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer:
„In der Ver­gan­gen­heit wur­de von Sei­ten der Gemein­de ein sehr guter Kon­takt mit Herrn Mies, Ver­wal­ter der Fir­ma Adler gepflegt. Durch den Ver­kauf ist Fir­ma Adler nicht mehr bevoll­mäch­tigt und Herr Mies steht als Ansprech­part­ner nicht mehr zur Ver­fü­gung. Aus die­sem Grund hat die Gemein­de August­dorf den neu­en Eig­ner ange­schrie­ben und um eine Kon­takt­auf­nah­me gebe­ten. Ich hal­te es für wich­tig, dass wei­ter­hin ein regel­mä­ßi­ger Aus­tausch statt­fin­det. Eine Ant­wort auf unse­re Bit­te ist noch nicht ein­ge­gan­gen.“

SPD
„Der Ver­kauf der „Sied­lung am Dören“ war schon von lan­ger Hand geplant, denn das Enga­ge­ment von Adler hat­te bereits seit dem Som­mer nach­ge­las­sen. Die SPD-Frak­ti­on zeigt sich über die­ses Ver­hal­ten der Adler Group sehr ent­täuscht.  „Wir waren eigent­lich der Mei­nung, dass wir auf einem guten Weg sind“, beschreibt der SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Dani­el Klöp­per die Zusam­men­ar­beit mit Adler bis zum Som­mer.

„Umso mehr sind wir von den jet­zi­gen Zustän­den erschro­cken“, stellt Mats Uffe Schu­bert, stell­ver­tre­ten­der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der SPD in August­dorf zur aktu­el­len Situa­ti­on fest. Nie­mand scheint greif­bar zu sein, nie­mand fühlt sich ver­ant­wort­lich. Es ist eine Schan­de, wie die „Heu­schre­cken“ der Immo­bi­li­en­bran­che mit August­dor­fer Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­nern umge­hen.

 „Genau wie wir es von Adler gefor­dert haben, ver­lan­gen wir von den neu­en Eigen­tü­mern, sich hier vor Ort den sozia­len Pro­ble­men zu stel­len. Ver­mie­ter sein heißt mehr, als nur Geld zu kas­sie­ren. Gera­de, wenn es um ein gan­zes Wohn­vier­tel geht, besteht auch immer eine gesell­schaft­li­che Ver­pflich­tung und Ver­ant­wor­tung“, stellt Dani­el Klöp­per fest. Gleich­zei­tig mach er klar, dass die SPD in August­dorf sich für alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in August­dorf ein­setzt.

Aus die­sem Grund ist die SPD-Frak­ti­on bereits mehr­fach an die Ver­wal­tung her­an­ge­tre­ten. „Schon im Janu­ar haben wir Gesprä­che geführt, wie wir den Bereich städ­te­bau­lich ver­än­dern und Miss­stän­de behe­ben kön­nen“, erklärt Schu­bert. Damals schei­ter­te das geplan­te Inves­ti­ti­ons­vor­ha­ben der SPD an der undurch­sich­ti­gen Eigen­tü­mer­struk­tur mit zum Teil aus­län­di­schen Eigen­tü­mern.

Ende Okto­ber ist die SPD erneut an die Gemein­de­ver­wal­tung und Bür­ger­meis­ter Tho­mas Kat­zer her­an­ge­tre­ten, um eine trag­fä­hi­ge Lösung zu fin­den. In einem Gespräch Ende Novem­ber haben SPD und Gemein­de­ver­wal­tung Ideen für das wei­te­re Vor­ha­ben gesam­melt: „Wir müs­sen mit den neu­en Eigen­tü­mern ins Gespräch kom­men, des­we­gen soll unser Bür­ger­meis­ter die neu­en Eigen­tü­mer nach August­dorf ein­la­den“, erklärt Schu­bert das Ergeb­nis. „Die SPD ist sicher, dass August­dorf gemein­sam mit den Eigen­tü­mern ein trag­fä­hi­ges und zukunfts­fä­hi­ges Kon­zept erar­bei­ten kann, wenn bei­de Sei­ten tätig wer­den“, so Schu­bert. An der SPD soll eine umfas­sen­de Sanie­rung nicht schei­tern.

Sofern der neue Eigen­tü­mer nicht tätig wer­den möch­te, wird die SPD alle städ­te­bau­li­chen Mög­lich­kei­ten aus­nut­zen, um eine Sanie­rung vor­an­zu­trei­ben: „Eigen­tum ver­pflich­tet, des­we­gen wer­den wir auch nicht davor zurück­schre­cken, die­se Ver­pflich­tung deut­lich zu machen. Wir wer­den auch alle recht­li­chen Mög­lich­kei­ten aus­schöp­fen.“, stellt Mats Uffe Schu­bert klar.”

CDU
„Die CDU August­dorf hat die Ent­wick­lung „Am Dören“, mit Bedau­ern, zur Kennt­nis genom­men. Zahl­rei­che Gesprä­che sind im Vor­feld zwi­schen den Ver­ant­wort­li­chen von der Fir­ma Adler und der Poli­tik, sowie mit der Ver­wal­tung geführt wor­den. Bedingt konn­ten in den zurück­lie­gen­den Mona­ten mit der Fir­ma Adler Ver­bes­se­run­gen erzielt wer­den. Nun zeich­net sich aktu­ell schein­bar ein Schritt zurück ab. Aber viel­leicht ermög­licht der Besit­zer­wech­sel auch eine neue posi­ti­ve Ent­wick­lung für die Sied­lung? Hier gilt es auch die Reak­tio­nen der Mie­ter abzu­war­ten. Sie kön­nen es als Betrof­fe­ne am bes­ten beur­tei­len. Wir bedau­ern es sehr, dass die Anwoh­ner bis zum heu­ti­gen Tag in eini­gen Berei­chen im Unge­wis­sen blei­ben. 

Teil­wei­se benö­ti­gen die Bewoh­ner z.B. die Neben­kos­ten­ab­rech­nun­gen für Anträ­ge bei Behör­den. Ohne die­se gibt es dann erheb­li­che Pro­ble­me und Sor­gen, wel­che die Mie­ter nicht zu ver­ant­wor­ten haben. Pro­ble­me könn­ten auch ent­ste­hen, wenn Zah­lun­gen des/der Ver­mie­ter an die Gemein­de nicht geleis­tet wer­den – z.B. Müll­ge­büh­ren, Was­ser usw. Hof­fen wir für die Mie­ter das hier rei­bungs­lo­se Über­ga­ben erfol­gen. Die­se Ent­wick­lung gilt es jedoch abzu­war­ten.

Die Wohn­sied­lung ist in der Ver­gan­gen­heit schon öfters ver­kauft wor­den und die Mie­ter hat­ten in eini­gen Berei­chen oft­mals das Nach­se­hen. Es darf nicht so weit kom­men, wie einst am Bies­ter­berg in Lem­go. Ziel aller soll­te und muss es blei­ben der Sied­lung wie­der eine posi­ti­ve Aus­strah­lung, für eine lebens­wer­te Umge­bung zu geben.

Die Poli­tik, sowie vor allem die Ver­wal­tung der Gemein­de August­dorf kön­nen bei die­sem Dilem­ma nur bedingt Abhil­fe leis­ten, da es nicht in der Zustän­dig­keit der öffent­li­chen Hand liegt wer wie ver­kauft und mit sei­nen Mie­tern umgeht.

Unse­re Ver­wal­tung ver­sucht mit Sicher­heit in Gesprächs­an­ge­bo­ten an den /die jewei­li­gen neu­en Besit­zer her­an­zu­tre­ten und mit ihren Mög­lich­kei­ten Hil­fe­stel­lung und Anre­gun­gen zu geben. Die heu­ti­ge Situa­ti­on ist aus der Sicht der CDU sehr depri­mie­rend und nicht zufrie­den­stel­len. Aber viel­leicht kommt ja noch schnell posi­ti­ve Bewe­gung in die Sache.”

DBA
„Die aktu­el­le Situa­ti­on in der Wohn­sied­lung kön­nen wir nicht bewer­ten. Infor­ma­tio­nen und Details zum Wohn­um­feld lie­gen uns nicht vor. Die Woh­nun­gen sind über den frei­en Woh­nungs­markt zugäng­lich und Wün­sche zur Aus­ge­stal­tung der Immo­bi­li­en an einen Besit­zer zu äußern, der uns nicht bekannt ist, hal­ten wir für nicht ziel­füh­rend. Aller­dings, soll­te sich star­ker Schim­mel­be­fall in den genann­ten Wohn­an­la­gen breit­ma­chen, dann könn­te die­ses zu einer Auf­ga­be für das Gesund­heits­amt und even­tu­ell auch für die Gemein­de­ver­wal­tung wer­den.”

 

Lesen Sie mor­gen:

Wie leben die Mie­ter in den Schim­mel­woh­nun­gen, was sagt die Poli­zei und wie reagiert die Ver­wal­tung?

 

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Zahlreiche Polizeieinsätze, verschimmelte Wohnungen, Wohnungsprostitution und Drogenhandel. All das konzentriert sich in der Siedlung Am Dören. In einer neuen Serie widmen sich die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN in den nächsten Ausgaben der Situation in der idyllisch gelegenen Siedlung, die nun durch den Verkauf von Adler wieder in das Zentrum der Aufmerksamkeit rückt. Knapp zwei Jahre ist es her, dass der frühere Verwalter, die Adler Bauen und Wohnen, damit angefangen hatte, zu renovieren. Gegen Mitte des Jahres stockten jedoch die Renovierungsmaßnahmen. Davon kann auch Manuela de Gaetano ein Lied singen; die Augustdorferin hatte schon vor einigen Monaten den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN gezeigt, wie stark ihre Wohnung vom Schimmelbefall gekennzeichnet ist. Damals hatte sie Adler Geschäftsführer Ulrich Mies direkt kontaktiert. Dieser handelte sofort und forcierte die Renovierungen. Seit Mitte dieses Jahres kamen die Arbeiten jedoch ins Stocken, was sicherlich auch mit dem damals schon bevorstehenden Verkauf der Siedlung zu tun hatte. Mittlerweile ist der dritte Schimmelbefall in der Wohnung der de Gaetanos ausgebrochen; "Unzumutbare Zustände, in denen man hier leben muss", so das Fazit der Familie, die jetzt eine andere Bleibe gefunden hat. Trotzdem sind noch Rechnungen in Höhe von fast 10.000 Euro offen. Geld für verschimmelte Schränke und viele weitere Dinge, das de Gaetano von Adler einfordert. Aber nicht nur Manuela de Gaetano hat Probleme mit dem Schimmelbefall. Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN hatten in den vergangenen Wochen mehrere Wohnungen besichtigt, in denen der Schimmel fingerdick an den Wänden hängt. "Ein Fall für das Gesundheits- und Ordnungsamt", sind sich die Bewohner sicher, die teilweise bereits gesundheitlich geschädigt und beeinträchtigt sind. Sie alleine können aber nichts ausrichten. So wie auch Stefanie P. (Name geändert). Diese hat schon dutzende Male mit der Hotline von Adler telefoniert, sie wird vertröstet, passieren tut aber nichts. "Man wird nur hingehalten und dann geschieht wieder nichts." In unmittelbarer Nachbarschaft von Stefanie P. herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Denn dort verrichtet Katja oder "Transe Nora" wie sie sich auf einschlägigen Internetportalen nennt, ihre Arbeit. Neben ihr mit dabei: "Ani", "Lena" und "Lisa Platin", die ihre Vorzüge im Internet und hinter den Gardinen ihrer Wohnungen Am Dören anpreisen und ihrer Beschäftigung illegal nachgehen. Und an dieser Stelle kommt eine weitere Person mit ins Spiel; wir nennen sie hier Maja P. Die agile Dame ist anscheinend nicht nur Leiterin eines Prositutions- und Drogenrings, sondern kassiert durch die Neuankömmlinge am Dören richtig ab. Die Masche soll folgendermaßen ablaufen: Zugezogene suchen eine Wohnung. Sie werden an Maja P. verwiesen. Diese kassiert einen bestimmten Betrag, für den sie dann mit den Neubürgern zur Verwaltung geht und ihnen bei Amtsgängen und Formularerstellungen hilft. Sie schleust die Hilfesuchenden am Vermieter vorbei in eine Wohnung und hat dabei willige Helfer. Dem Vermieter entgehen dadurch Mieten, Wohnungen stehen offiziell leer, obwohl sie bereits bezogen sind. Die Leute haben Angst, offen über Maja P. zu sprechen. "Die gehört zur Mafia", sind sich alle sicher, die mit ihr zu tun haben und mit denen die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN gesprochen haben. Umso trauriger ist es für viele Verantwortliche, dass durch den Verkauf der Siedlung, Adler nun nicht mehr Verwalter ist und wieder kein Ansprechpartner zur Verfügung steht. Was sagen Bürgermeister Thomas Katzer und die Politik zu dem Verkauf und den aktuellen Zuständen am Dören? Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN haben alle Parteien und Bürgermeister Thomas Katzer um eine Stellungnahme gebeten. Bürgermeister, CDU, DBA und SPD haben geantwortet; was, das lesen Sie hier: Bürgermeister Thomas Katzer: „In der Vergangenheit wurde von Seiten der Gemeinde ein sehr guter Kontakt mit Herrn Mies, Verwalter der Firma Adler gepflegt. Durch den Verkauf ist Firma Adler nicht mehr bevollmächtigt und Herr Mies steht als Ansprechpartner nicht mehr zur Verfügung. Aus diesem Grund hat die Gemeinde Augustdorf den neuen Eigner angeschrieben und um eine Kontaktaufnahme gebeten. Ich halte es für wichtig, dass weiterhin ein regelmäßiger Austausch stattfindet. Eine Antwort auf unsere Bitte ist noch nicht eingegangen.“ SPD "Der Verkauf der „Siedlung am Dören“ war schon von langer Hand geplant, denn das Engagement von Adler hatte bereits seit dem Sommer nachgelassen. Die SPD-Fraktion zeigt sich über dieses Verhalten der Adler Group sehr enttäuscht.  „Wir waren eigentlich der Meinung, dass wir auf einem guten Weg sind“, beschreibt der SPD-Fraktionsvorsitzende Daniel Klöpper die Zusammenarbeit mit Adler bis zum Sommer. „Umso mehr sind wir von den jetzigen Zuständen erschrocken“, stellt Mats Uffe Schubert, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD in Augustdorf zur aktuellen Situation fest. Niemand scheint greifbar zu sein, niemand fühlt sich verantwortlich. Es ist eine Schande, wie die „Heuschrecken“ der Immobilienbranche mit Augustdorfer Einwohnerinnen und Einwohnern umgehen.  „Genau wie wir es von Adler gefordert haben, verlangen wir von den neuen Eigentümern, sich hier vor Ort den sozialen Problemen zu stellen. Vermieter sein heißt mehr, als nur Geld zu kassieren. Gerade, wenn es um ein ganzes Wohnviertel geht, besteht auch immer eine gesellschaftliche Verpflichtung und Verantwortung“, stellt Daniel Klöpper fest. Gleichzeitig mach er klar, dass die SPD in Augustdorf sich für alle Bürgerinnen und Bürger in Augustdorf einsetzt. Aus diesem Grund ist die SPD-Fraktion bereits mehrfach an die Verwaltung herangetreten. „Schon im Januar haben wir Gespräche geführt, wie wir den Bereich städtebaulich verändern und Missstände beheben können“, erklärt Schubert. Damals scheiterte das geplante Investitionsvorhaben der SPD an der undurchsichtigen Eigentümerstruktur mit zum Teil ausländischen Eigentümern. Ende Oktober ist die SPD erneut an die Gemeindeverwaltung und Bürgermeister Thomas Katzer herangetreten, um eine tragfähige Lösung zu finden. In einem Gespräch Ende November haben SPD und Gemeindeverwaltung Ideen für das weitere Vorhaben gesammelt: „Wir müssen mit den neuen Eigentümern ins Gespräch kommen, deswegen soll unser Bürgermeister die neuen Eigentümer nach Augustdorf einladen“, erklärt Schubert das Ergebnis. „Die SPD ist sicher, dass Augustdorf gemeinsam mit den Eigentümern ein tragfähiges und zukunftsfähiges Konzept erarbeiten kann, wenn beide Seiten tätig werden“, so Schubert. An der SPD soll eine umfassende Sanierung nicht scheitern. Sofern der neue Eigentümer nicht tätig werden möchte, wird die SPD alle städtebaulichen Möglichkeiten ausnutzen, um eine Sanierung voranzutreiben: „Eigentum verpflichtet, deswegen werden wir auch nicht davor zurückschrecken, diese Verpflichtung deutlich zu machen. Wir werden auch alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen.“, stellt Mats Uffe Schubert klar." CDU "Die CDU Augustdorf hat die Entwicklung „Am Dören“, mit Bedauern, zur Kenntnis genommen. Zahlreiche Gespräche sind im Vorfeld zwischen den Verantwortlichen von der Firma Adler und der Politik, sowie mit der Verwaltung geführt worden. Bedingt konnten in den zurückliegenden Monaten mit der Firma Adler Verbesserungen erzielt werden. Nun zeichnet sich aktuell scheinbar ein Schritt zurück ab. Aber vielleicht ermöglicht der Besitzerwechsel auch eine neue positive Entwicklung für die Siedlung? Hier gilt es auch die Reaktionen der Mieter abzuwarten. Sie können es als Betroffene am besten beurteilen. Wir bedauern es sehr, dass die Anwohner bis zum heutigen Tag in einigen Bereichen im Ungewissen bleiben.  Teilweise benötigen die Bewohner z.B. die Nebenkostenabrechnungen für Anträge bei Behörden. Ohne diese gibt es dann erhebliche Probleme und Sorgen, welche die Mieter nicht zu verantworten haben. Probleme könnten auch entstehen, wenn Zahlungen des/der Vermieter an die Gemeinde nicht geleistet werden – z.B. Müllgebühren, Wasser usw. Hoffen wir für die Mieter das hier reibungslose Übergaben erfolgen. Diese Entwicklung gilt es jedoch abzuwarten. Die Wohnsiedlung ist in der Vergangenheit schon öfters verkauft worden und die Mieter hatten in einigen Bereichen oftmals das Nachsehen. Es darf nicht so weit kommen, wie einst am Biesterberg in Lemgo. Ziel aller sollte und muss es bleiben der Siedlung wieder eine positive Ausstrahlung, für eine lebenswerte Umgebung zu geben. Die Politik, sowie vor allem die Verwaltung der Gemeinde Augustdorf können bei diesem Dilemma nur bedingt Abhilfe leisten, da es nicht in der Zuständigkeit der öffentlichen Hand liegt wer wie verkauft und mit seinen Mietern umgeht. Unsere Verwaltung versucht mit Sicherheit in Gesprächsangeboten an den /die jeweiligen neuen Besitzer heranzutreten und mit ihren Möglichkeiten Hilfestellung und Anregungen zu geben. Die heutige Situation ist aus der Sicht der CDU sehr deprimierend und nicht zufriedenstellen. Aber vielleicht kommt ja noch schnell positive Bewegung in die Sache." DBA "Die aktuelle Situation in der Wohnsiedlung können wir nicht bewerten. Informationen und Details zum Wohnumfeld liegen uns nicht vor. Die Wohnungen sind über den freien Wohnungsmarkt zugänglich und Wünsche zur Ausgestaltung der Immobilien an einen Besitzer zu äußern, der uns nicht bekannt ist, halten wir für nicht zielführend. Allerdings, sollte sich starker Schimmelbefall in den genannten Wohnanlagen breitmachen, dann könnte dieses zu einer Aufgabe für das Gesundheitsamt und eventuell auch für die Gemeindeverwaltung werden."   Lesen Sie morgen: Wie leben die Mieter in den Schimmelwohnungen, was sagt die Polizei und wie reagiert die Verwaltung?  

Ein Leserbrief zu “Serie: Am Dören | Teil 1: Schimmel, Prostitution und Drogenhandel

Leserbriefe geben die Ansicht der Einsender wieder, die mit der Meinung der Redaktion nicht übereinstimmen muss.


  1. Ille­ga­le Pro­sti­tu­ti­on, Dro­gen­han­del, mafiö­se Schleu­ser­tä­tig­keit, Miet­be­trug, Nöti­gung und wahr­schein­lich erheb­li­che Ver­stö­ße gegen Infektionsgesetze.….von fahr­läs­si­ger Kör­per­ver­let­zung durch gefähr­li­chen Schim­mel­be­fall mal ganz abgesehen.….und das in der Sied­lung „Am Dören” und seit Mona­ten so bekannt, dass die Pres­se dar­über berich­tet !!!???
    Da bleibt einem die Spu­cke weg !!!
    Nor­ma­ler­wei­se berich­ten n die August­dor­fer Nach­rich­ten (gut dass es sie gibt !!!!) von Ereig­nis­sen und Miss­stän­den (in die­sem Fal­le erheb­li­che Straf­ta­ten !!!) im Nach­hin­ein mit den Infos dar­über, was zur Abwehr unmit­tel­ba­rer Gefah­ren getan wur­de und wie die öffent­li­che Sicher­heit und Ord­nung wie­der­her­ge­stellt wur­de z.B durch das Ein­grei­fen der Ord­nungs­be­hör­den und den Maß­nah­men , die­zur Auf­klä­rung der Straf­ta­ten und zum Schut­ze der Bür­ger ergrif­fen wur­den. Aber in die­sem Fal­le scheint das fast umge­kehrt zu sein. Und man gewinnt den Ein­druck, dass zwar die ver­schim­mel­ten Woh­nun­gen (eine schlicht unmensch­li­che andau­ern­de Kata­stro­phe !!!) bedau­ert wer­den und man ver­sucht, die Eigen­tü­mer des­we­gen zu errei­chen, aber die Straf­ta­ten schei­nen als belang­los und eben typisch für sol­ches Umfeld zu gel­ten und wer­den hingenommen.….Das ist der Ein­druck , den die erschre­cken­den Zustän­de Am Dören ver­mit­teln !!! Und man kann sich des Ein­drucks nicht erweh­ren, dass man glaubt, es wird aus irgend­ei­nem Elends­ge­biet in Afri­ka (Slums im Umkreis von Groß­städ­ten) oder sonst­wo berichtet.….Oder ist August­dorf inzwi­schen rechts­frei­er Raum ??? Abge­schrie­ben weil längst nicht mehr in den Griff zu krie­gen ??
    Das ört­li­che Ord­nungs­amt und die spär­li­che Ver­wal­tung sind doch ganz zwei­fel­los über­for­dert bei sol­chen Dimen­sio­nen, wo bleibt der mas­si­ve kon­se­quen­te Ein­satz der Kreis­po­li­zei­be­hör­de ??? War­um greift das Gesund­heits­amt des Krei­se bei offen­sicht­lich unbe­wohn­ba­ren (dau­men­di­cker Schim­mel!!) höchst gefähr­li­chen Schim­mel­woh­nun­gen nicht ein ??? Wie lan­ge soll die­ser August­dor­fer Slum denn noch bestehen blei­ben ??? Wo zB. die hohen täg­lich zuneh­men­den Coro­na­in­fek­ti­ons­zah­len her­kom­men muss man lei­der wohl mit Recht ver­mu­ten , oder ?? Denkt irgend­ei­ner an die vie­len KIn­der in der Sied­lung ???
    Es bleibt einem wahr­lich die Spu­cke weg.……und die kläg­li­chen hilf­lo­sen Äuße­run­gen der Lokal­po­li­ti­ker dazu machen sprach­los !!!! Tut der ört­li­che Ver­tre­ter der Kreis­po­li­zei­be­hör­de eigent­lich irt­gend­was ???

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