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Die star­ke Wel­le mit der Omi­kron-Vari­an­te BA.2 und som­mer­li­che Tem­pe­ra­tu­ren soll­ten zunächst für Ent­span­nung sor­gen. Doch wie geht es im Herbst und Win­ter wei­ter? Der Bon­ner Viro­lo­ge Hen­drik Stre­eck hat dafür eine Ant­wort.

Im Inter­view mit ntv kri­ti­siert der Wis­sen­schaft­ler zunächst das nur unvoll­stän­di­ge Bild, wel­ches sich der­zeit von der Coro­na-Lage bil­den lässt. Stre­eck meint, dass „wir“ es bis­her nicht geschafft hät­ten, die Inzi­denz ordent­lich zu bestimm­ten. Dafür hät­te, Stre­eck zufol­ge, schon lan­ge eine reprä­sen­ta­ti­ve Stich­pro­be gemacht wer­den und die­se immer wie­der wie­der­holt wer­den müs­sen.

„Wir“ hät­ten uns in der Bestim­mung der Infek­ti­ons­zah­len „sehr abhän­gig“ davon gemacht, „wie eigent­lich getes­tet wird, wie über­mit­telt wird und wer sich eigent­lich über­haupt tes­ten lässt“, sagt Stre­eck. Neben den Infek­ti­ons­zah­len sei des­halb auch die Impf­quo­te bis dato „eher ein Schätz­fak­tor“. Wen der 44-Jäh­ri­ge mit „Wir“ genau meint, macht er nicht deut­lich, wie Merkur.de berich­tet.

NRW-Virologe Hendrik Streeck versteht das Coronavirus und warnt vor dem Winter

Neue Vari­an­ten des Virus wer­den in Zukunft immer wie­der auf­tre­ten. Denn das Virus will, laut Stre­eck, „zwei Sachen“. Zum einen möch­te es der Immun­ant­wort des Kör­pers ent­kom­men, also die soge­nann­te Immun-Flucht bege­hen. Zum ande­ren möch­te es gut über­trag­bar sein. Dem Bon­ner Viro­lo­gen zufol­ge sehe man bei bei­den Aspek­ten eine Ent­wick­lung sowohl bei Omi­kron als auch bei ande­ren Vari­an­ten.

Des­we­gen kön­ne damit gerech­net wer­den, „dass wir viel­leicht im Herbst oder Win­ter eine neue Vari­an­te haben, die leich­ter über­trag­bar ist und viel­leicht eine zusätz­li­che Immun-Flucht aus­macht“. Ob die­se Vari­an­te dann auch wie­der für schlim­me­re Ver­läu­fe und eine Zunah­me der Kran­ken­haus­ein­wei­sun­gen sorgt, kann nicht vor­her­ge­sagt wer­den. Aber, laut Hen­drik Stre­eck, sei das „eben auch nicht das, was das Virus eigent­lich will“.

Inzwi­schen müs­sen sich Infi­zier­te in eini­gen Bun­des­län­dern nach einem posi­ti­ven Test nur noch fünf Tage in Iso­la­ti­on bege­ben. Stre­eck hält die­se Ver­kür­zung gera­de mit Blick auf die kri­ti­sche Infra­struk­tur für rich­tig. Trotz­dem appel­liert er an die Bevöl­ke­rung: „Daher ist gene­rell anzu­ra­ten, dass wenn man sich krank fühlt, dass man dann zuhau­se bleibt.“

Nach den fünf Tagen sol­le man wei­ter vor­sich­tig sein, sich tes­ten und Mas­ke tra­gen, die Wahr­schein­lich­keit dann noch „das Virus wei­ter­zu­ge­ben, ist sehr viel gerin­ger gewor­den“.

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