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Im Kreis Lip­pe gibt es ins­ge­samt 104.744 bestä­tig­te Coro­na­fäl­le, damit sind seit Frei­tag 430 wei­te­re Fäl­le bekannt. 596 Per­so­nen sind ver­stor­ben. Eine 72-Jäh­ri­ge und eine 90-Jäh­ri­ge, die das Coro­na­vi­rus in sich getra­gen haben, sind ver­stor­ben. Seit dem 6. März 2020 wur­den bis­her 103.786 Abstri­che von mobi­len Teams und im Dia­gnos­tik­zen­trum genom­men.

Regel­mä­ßig ver­kommt in Deutsch­land Coro­na-Impf­stoff. In Ber­lin wur­den schon 185.000 Impf­do­sen ver­nich­tet. Im NRW-Zen­tral­la­ger droht nun 178.000 Dosen der Ver­fall.

In Afri­ka ist nicht mal ein Vier­tel der Bevöl­ke­rung gegen Coro­na geimpft. Das liegt zwar nicht nur an man­geln­dem Impf­stoff, aber auch. In west­li­chen Staa­ten wie Deutsch­land hin­ge­gen, wird Impf­stoff immer wie­der ver­nich­tet, weil das Halt­bar­keits­da­tum ver­fal­len ist. In Ber­lin sind es bereits mehr als 185.000 Impf­do­sen, wie am Sonn­tag bekannt wur­de. Im NRW-Zen­tral­la­ger droht nun der Ver­fall von bis zu knapp 178.000 Dosen. Was ist da los? Fra­gen und Ant­wor­ten.

Warum wurde in Berlin so viel Corona-Impfstoff vernichtet?

Dass Impf­stoff ver­nich­tet wird, hat orga­ni­sa­to­ri­sche Grün­de. „Das Risi­ko lässt sich nicht gänz­lich ver­mei­den, weil wir natür­lich genü­gend Impf­stoff vor­rä­tig haben wol­len, um auch spon­ta­ne Impf­gäs­te imp­fen und deren Impf­stoff­wün­sche berück­sich­ti­gen zu kön­nen”, erläu­ter­te eine Spre­che­rin der Ber­li­ner Gesund­heits­ver­wal­tung.

Man­che Impf­do­sen kön­nen dann nicht recht­zei­tig ver­impft wer­den, ihr Ver­falls­da­tum wird über­schrit­ten, und sie müs­sen ver­nich­tet wer­den. Ins­ge­samt wur­den in Ber­lin laut Senats­ver­wal­tung bereits mehr als 185.000 Impf­do­sen ver­nich­tet. 

Wie viel Corona-Impfstoff wurde schon in NRW vernichtet?

Das lässt sich nicht so ein­fach sagen. Denn der Bund belie­fert die kom­mu­na­len Impf­stel­len und die Haus­ärz­te direkt über Groß­han­del und Apo­the­ken. Des­halb kann das Lan­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um nach eige­ner Aus­kunft kei­ne Zahl zu den ver­fal­le­nen Impf­do­sen in ganz NRW nen­nen. 

178.000 Impfdosen in NRW droht nun der Verfall — was ist da los?

In den kom­men­den bei­den Mona­ten droht dem NRW-Zen­tral­la­ger der Ver­fall von 178.000 Dosen. Die Krei­se und Städ­te sei­en bereits auf­ge­for­dert wor­den, Impf­stoff für die kom­mu­na­len Impf­an­ge­bo­te vor­erst vom Land zu bezie­hen statt vom Bund, sag­te ein Spre­cher des Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums auf Anfra­ge.

Nor­ma­ler­wei­se dient das Lan­des­la­ger nur noch als Not­fall­re­ser­ve zur Über­brü­ckung von Eng­päs­sen. Außer­dem wol­le das Land ver­su­chen, Impf­stoff an den Bund zurück­zu­ge­ben.

Sind die Impfstoff-Vorräte nicht gut angelegt?

Dar­über wird poli­tisch immer wie­der gestrit­ten. Erst am Mitt­woch ver­kün­de­te Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach (SPD), dass das Bun­des­ka­bi­nett 830 Mil­lio­nen Euro aus­ge­ben will, um zusätz­li­chen Impf­stoff für den Herbst zu bestel­len. Lau­ter­bach beton­te, eine Leh­re aus der Pan­de­mie sei, nie wie­der zu wenig Impf­stoff zu haben.

Uni­ons­frak­ti­ons­vi­ze Sepp Mül­ler (CDU) kri­ti­sier­te: „Der Minis­ter sitzt bereits auf einem gro­ßen Hau­fen an über­schüs­si­gem Impf­stoff, der teil­wei­se ver­nich­tet wer­den muss.” Schon jetzt für den Herbst zu bestel­len, sei zu früh.

Auch glo­bal wird regel­mä­ßig Kri­tik dar­an laut, dass rei­che­re Län­der zu viel Impf­stoff hor­ten, wäh­rend ärme­re oft nicht genug haben. Die Bun­des­re­gie­rung hin­ge­gen betont oft ihren Ein­satz für eine fai­re Impf­stoff­ver­tei­lung. Bis­lang hat sie mehr als 100 Mil­lio­nen Impf­do­sen gespen­det — den größ­ten Teil über die welt­wei­te Impf­stoff-Alli­anz Covax.

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