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Die SPD-Frak­ti­on in August­dorf hat sich Ende April mit einem offe­nen Brief bezüg­lich des Zaun­baus ent­lang der Gren­zen des Stand­ort­übungs­plat­zes Sta­pel und des Scha­pe­ler Hofs an ver­schie­de­ne Stel­len gewandt. In einem aus­führ­li­chen Schrei­ben beant­wor­tet die Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BIMA) die Fra­gen der Sozi­al­de­mo­kra­tin­nen und Sozi­al­de­mo­kra­ten. Wei­ter­hin hat sich die SPD-Frak­ti­on mit Rück­fra­gen an die BIMA und die unte­re Natur­schutz­be­hör­de gewandt.

„Es ist erfreu­lich, dass die BIMA uns sehr umfas­send auf die Fra­gen geant­wor­tet hat“, stellt der SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Dani­el Klöp­per fest. Hier­bei unter­streicht die BIMA, dass bei dem Gelän­de nur eine zwi­schen der Bun­des­wehr und den bri­ti­schen Streit­kräf­ten abge­stimm­te Vor­ge­hens­wei­se zweck­mä­ßig ist. „Die BIMA beklagt, dass Warn­schil­der beschmutzt, beschä­digt oder ent­wen­det wer­den. Auch ver­weist die BIMA in ihrer Ant­wort dar­auf, dass auch wäh­rend des Übungs­be­trie­bes täg­lich mehr­fach Per­so­nen auf dem Gelän­de ange­trof­fen wer­den“, berich­tet Klöp­per. Weil die bis­he­ri­ge Zaun­an­la­ge und die Warn­schil­der das Betre­ten nicht ver­hin­dert haben, wur­den wei­te­re Maß­nah­men ergrif­fen. „Die Zaun­hö­he ent­spricht dabei den Sicher­heits­an­for­de­run­gen der bri­ti­schen Streit­kräf­te“, erklärt der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de.

„Die BIMA betont dabei aus­drück­lich, dass die in der Öffent­lich­keit ste­hen­de Aus­sa­ge, dass ein Betre­ten der Flä­che durch die Deut­schen und Bri­ten gedul­det wird, falsch ist. Ver­stö­ße hier­ge­gen wur­den und wer­den auch wei­ter­hin zur Anzei­ge gebracht“, berich­tet Dani­el Klöp­per.

Aus der Ant­wort der BIMA geht her­vor, dass die zustän­di­gen Stel­len, der Kreis Lip­pe als unte­re Natur­schutz­be­hör­de und die Bezirks­re­gie­rung Det­mold als obe­re Bau­auf­sichts­be­hör­de im Rah­men ihrer Auf­ga­ben ein­ge­bun­den wor­den sind. „Bei­de Stel­len haben auch die arten­schutz­recht­li­che Vor­prü­fung und FFH-Ver­träg­lich­keits­prü­fung zur Kennt­nis erhal­ten und kei­ne Ein­wän­de erho­ben“, so Klöp­per wei­ter.

„Hier besteht aller­dings noch Klä­rungs­be­darf“, erklärt der stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Mats Uffe Schu­bert. Nach Aus­sa­gen des Krei­ses Lip­pe hat die unte­re Natur­schutz­be­hör­de wei­te­re Unter­la­gen ange­for­dert und noch kei­ne Stel­lung­nah­me erstellt. Die­se Aus­sa­gen erschei­nen der SPD-Frak­ti­on nicht schlüs­sig. „Aus die­sem Grund haben wir uns auch an den Kreis Lip­pe und erneut an die BIMA gewandt und eine Stel­lung­nah­me zu dem Sach­ver­halt erbe­ten“, so Schu­bert. Sofern der Zaun­bau vor der Stel­lung­nah­me des Krei­ses Lip­pe begon­nen hat, ist dies nach Ansicht der SPD-Frak­ti­on scharf zu kri­ti­sie­ren. „Es soll­ten kei­ne voll­ende­ten Tat­sa­chen geschaf­fen wer­den, bevor der Kreis Lip­pe als zustän­di­ge Behör­de eine Stel­lung­nah­me abge­ge­ben hat“, sagt Schu­bert.

Grund­sätz­lich wur­den die Aus­wir­kun­gen des Zaun­baus auf die Tier- und Pflan­zen­welt betrach­tet. „Der Bun­des­forst ist der Ansicht, dass der Zaun vor­nehm­lich posi­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Natur hat“, sagt Schu­bert. So kommt es durch den Zaun nicht mehr zu Stö­run­gen durch frei­lau­fen­de Hun­de, Motor­rad- oder Quad­fah­rern. Eine Stö­rung der Umwelt wer­de letzt­lich nur in der Bau­pha­se bestehen. „Die BIMA ver­spricht in die­sem Zusam­men­hang, dass der Baum­be­stand durch natur­nä­he­re, lebens­raum­ty­pi­sche­re Bäu­me auf­ge­fors­tet wird“, berich­tet der stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de.

Die Tier­welt ist nach Aus­sa­gen der BIMA und der Vor­prü­fung nicht betrof­fen. „Klei­ne­re Tie­re kön­nen sich unge­hin­dert durch den Zaun bewe­gen. Für das Klein­wild wird alle 200 Meter ein Zaunele­ment um 15cm ange­ho­ben“, erklärt Mats Uffe Schu­bert. Grö­ße­res Wild, wie zum Bei­spiel Rehe und Wild­schwei­ne, sind nach Aus­sa­gen der BIMA nicht betrof­fen, da die­se die offe­ne Senne­land­schaft grund­sätz­lich nicht als Lebens­raum nut­zen.

Auch von den für Umwelt zustän­di­gen Bun­des- und Lan­des­mi­nis­te­ri­um hat die SPD-Frak­ti­on eine ers­te Ant­wort erhal­ten. Wäh­rend das Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um auf die Bima und das Lan­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um ver­weist, bit­tet das Lan­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um um Zeit, um die Fra­gen beant­wor­ten zu kön­nen.

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