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„Es kann aber nicht sein, dass Dr. Wulf nicht über ein derart wichtiges Thema, wie den Zustand der Trinkwasserversorgung, informiert war.”

Die­se Fra­ge wirft die DBA in einer Stel­lung­nah­me auf, die den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN exklu­siv vor­liegt. Dar­in heißt es:

„Lie­be Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger,
 
um das aktu­el­le Pro­blem unse­rer Was­ser­ver­sor­gung genau­er beur­tei­len zu kön­nen, ist ein Rück­blick auf die Ent­wick­lung unse­rer Gemein­de erfor­der­lich. Die letz­ten Arbei­ten zur Vita­li­sie­rung des Frisch­was­ser­net­zes wur­den Anfang der 70-ziger Jah­re durch­ge­führt. Zu die­sem Zeit­punkt hat­te August­dorf 6327 Ein­woh­ner.
 
Ab Ende der 80-ziger Jah­re hat die Ein­woh­ner­zahl unse­rer Gemein­de erheb­lich zuge­nom­men und es haben vie­le Men­schen in August­dorf eine neue Hei­mat gefun­den. Schon im Jahr 1998 hat­ten wir die Ein­woh­ner­zahl von 10139 erreicht. Aktu­ell leben rund 10200 Men­schen in August­dorf. Wir haben uns von einem Dorf hin zu einer gro­ßen Gemein­de ent­wi­ckelt.
 
In die­sem Zusam­men­hang gab es eini­ge Hür­den zu meistern. Dazu gehör­ten unter ande­rem die Arbei­ten an der Klär­an­la­ge. Die Poli­ti­ker wur­den durch den ver­ant­wort­li­chen Lei­ter der Gemein­de­wer­ke kon­ti­nu­ier­lich über die Ent­wick­lung der Klär­an­la­ge und die damit ver­bun­de­nen mög­li­chen Pro­ble­me mit der Klär­schlam­mentsor­gung unter­rich­tet. Somit konn­te die Politik wei­te­re Maß­nah­men bera­ten, ent­spre­chende Beschlüs­se fas­sen und
auch umset­zen.
 
In die­sem Zeit­raum wur­de hin­ge­gen kei­ne Bericht­erstat­tung zum The­ma der „Frisch­was­serversor­gung“ in die Vor­la­gen zu den Sit­zun­gen des Betriebs­ausschus­ses ein­ge­ar­bei­tet. Es ist die Auf­ga­be der Poli­tik den Insti­tu­tio­nen der Gemein­de August­dorf hilf­reich zur Sei­te zu ste­hen, erfor­der­li­che Maß­nah­men zu bespre­chen, Beschlüs­se zur Bewäl­ti­gung der Auf­ga­ben der Gemein­de zu fas­sen und umzu­set­zen.
 
Um die­sen Auf­ga­ben aber gerecht wer­den zu kön­nen, ist die Poli­tik zwin­gend auf die Infor­ma­tio­nen aus der Ver­wal­tung ange­wie­sen. Auf­kom­men­de oder aktu­el­le Pro­ble­me zu bewer­ten und an die Poli­tik zu lei­ten, ist die origi­nä­re Auf­ga­be der Ver­wal­tung. Erst nach Vor­lie­gen von Zah­len, Daten und Fak­ten, kön­nen Poli­ti­ker bera­ten, bewer­ten und Beschlüs­se fas­sen.
 
Am 20. März 2021 wur­de eine schrift­li­che Anfra­ge zur Erneue­rung des Rohr­lei­tungs­sys­tems an die Ver­wal­tung gerich­tet. Zudem wur­de dar­um gebe­ten, eine Pro­g­nose zur Ent­wick­lung der Gebüh­ren im Zusam­men­hang mit den mög­li­chen Erneue­rungs­ar­bei­ten an dem Rohr­lei­tungs­sys­tem abzu­ge­ben. Lei­der ist bis heu­te auf die­se Anfra­ge nicht reagiert wor­den. Es stellt sich daher die Fra­ge, war­um die Poli­tik nicht über die sich abzeich­nen­de nega­ti­ve Ent­wick­lung zur Frisch­was­ser­ver­sor­gung unter­rich­tet wur­de.
 
Es wur­den Ver­mu­tun­gen aus der Bür­ger­schaft an uns her­an­ge­tra­gen. Unter ande­rem stand die Fra­ge im Raum, wie­so es mög­lich sein kann, dass in der 16-jäh­ri­gen Amts­zeit des Bür­ger­meis­ter Herrn Dr. Andreas J. Wulf die Poli­tik nicht expli­zit auf das über­las­te­te Rohr­lei­tungs­sys­tem „Frisch­was­ser“ hin­ge­wie­sen wur­de. Es kann aber nicht sein, dass ein lang­jäh­ri­ger Bür­ger­meis­ter nicht über ein derart wich­ti­ges The­ma, wie den Zustand der Trink­was­ser­ver­sor­gung, infor­miert war. Dies ist für uns nicht vor­stell­bar. Die­ses Infor­ma­ti­ons­de­fi­zit wol­len wir Herrn Dr. Andre­as J. Wulf nicht unter­stel­len. Spiel­te die Wer­bung für den Zuzug in die Gemein­de, u. a. mit den sehr nied­ri­gen Was­ser­ge­büh­ren, eine wich­ti­ge Rol­le? War sein Bestre­ben, mög­lichst rasch zu wachsen und Bau­land zu gene­rie­ren, wich­ti­ger als die Ver­sor­gungs­si­cher­heit mit Trinkwasser für sei­ne Gemein­de?
 
Herr Dr. Wulf war als ehe­ma­li­ger Bür­ger­meis­ter für sei­ne Ver­wal­tung und das Wohl sei­ner Ein­woh­ner ver­ant­wort­lich. Ver­ant­wor­tung ist nicht teil­bar!
Es war sein Job, die Beschlüs­se des Rates vor­zu­be­rei­ten und die­sen über alle wich­ti­gen Ange­le­gen­hei­ten zu infor­mie­ren. Eine offensive Infor­ma­ti­on an die Poli­ti­ker, zur sich abzeich­nen­den unge­nü­gen­den Ver­sor­gungs­si­tua­ti­on im Bereich Trink­was­ser, hät­te kein Rats­mit­glied igno­riert. Nun zeigt es sich, dass die nied­ri­gen Gebüh­ren mit der Ver­nach­läs­si­gung der erfor­der­li­chen Maß­nah­men für die Instand­hal­tung und Erneue­rung Trink­was­ser­ver­sor­gung teu­er erkauft wur­den.
 
Die För­de­rung des Wachs­tums unse­rer Gemein­de um jeden Preis ist nicht mit unse­ren Zie­len ver­ein­bar. Der Bau von einzel­nen Ein­fa­mi­li­enhäusern, die Bebau­ung in zwei­ter Rei­he und eine recht­zei­ti­ge Vita­li­sie­rung des Rohr­net­zes, damit hät­te die aktu­el­le Situa­ti­on ver­mie­den wer­den kön­nen.
 
Die DBA steht für ein mode­ra­tes Wachs­tum in unse­rer Gemein­de. Die dich­te Bebau­ung gro­ßer Flä­chen mit zehn oder mehr Häu­sern, leh­nen wir ab. Zum einen geht der dörf­li­che Cha­rakter unse­rer Gemein­de ver­lo­ren und zum ande­ren hal­ten wir es für unver­ant­wort­lich, wei­ter­hin eine schnel­le Ver­grö­ße­rung von August­dorf anzu­stre­ben, bevor nicht das Rohr­lei­tungs­sys­tem auf einen belast­ba­ren Stand zur Was­ser­ver­sor­gung für alle Ein­woh­ner gebracht wird. Die DBA setzt sich dafür ein, dass die drin­gend erfor­der­li­chen Maß­nah­men zügig durch­ge­führt wer­den.
 
Den uns zur Ver­fü­gung gestell­ten Infor­ma­tio­nen haben wir ent­nom­men, dass die Ursa­che für den man­geln­den Was­ser­druck nicht auf die vor­han­de­ne Was­ser­men­ge, son­dern auf den zu gerin­gen Was­ser­druck zurück­zu­füh­ren ist. Aller­dings wer­den die Ver­säum­nis­se der letz­ten Jahr­zehn­te nicht in Kür­ze zu behe­ben sein. Wie auch in vie­len ande­ren Berei­chen wer­den wir uns auf einen Anstieg des Was­ser­prei­ses
ein­stel­len müs­sen.
 
Wenn Sie Fra­gen zur Was­ser­ver­sor­gung oder auch zu ande­ren The­men haben, dann spre­chen Sie uns ger­ne an. Wir sind offen für Anre­gun­gen, Kri­tik und Vor­schlä­ge zur Ent­wick­lung unse­rer Gemein­de. Gemein­sam stel­len wir uns den zukünf­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen. Wenn Sie mögen, besu­chen Sie unse­re Sprech­stun­den. Unse­re nächs­te Sprech­stun­de fin­det am Frei­tag, den 29. Juli 2022, am Ein­gang des Bür­ger­zen­trums statt.
 
Ihre Demo­kra­ti­sche Bür­ger-Uni­on August­dorf. -DBA-”

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